Allgaier von VW-Krise bisher unberührt

Der Abgasskandal bei Volkswagen hat sich Experten zufolge noch nicht auf die sächsischen Automobilzulieferer ausgewirkt. "Es gibt keine Katastrophenmeldungen", sagte der Branchenverantwortliche für den Automobilbau der Industrie- und Handelskammer Chemnitz- Zwickau, Michael Stopp.

Gravierende Auswirkungen seien nicht bekannt. Zudem belieferten die Unternehmen schon seit den 1990er Jahren mehrere Hersteller, so dass sie nicht von VW allein abhängig seien. VW Sachsen wollte sich zu möglichen weiteren Auswirkungen der Abgaskrise nicht äußern. Bisher wurde nur bekannt, dass der Nachfolger des in Dresden produzierten Luxuswagens Phaeton einen elektrischen Antrieb erhalten soll. Am Dienstag nimmt die Allgaier Werke GmbH aus Uhingen (Baden-Württemberg) im Oelsnitzer Ortsteil Taltitz ein neues Presswerk für Karosserieteile in Betrieb.

Laut Sprecherin Christine Gnädig würden durch die Turbulenzen bei VW für die europäischen Werke des Unternehmens zunächst keine Auswirkungen befürchtet. In welchem Umfang der mexikanische Standort betroffen sei, müsse abgewartet werden, hieß es. Allgaier hat in das neue Werk, das in rund neun Monaten Bauzeit entstand, rund 35 Millionen Euro investiert. Zunächst sind dort etwa 40 Mitarbeiter beschäftigt. Im nächsten Jahr soll deren Zahl auf rund 100 und später auf etwa 200 steigen.

Laut Wirtschaftsförderung gibt es in Sachsen fünf fahrzeug- und motorenbauenden Fabriken sowie mehr als 750 Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister mit zusammen rund 81.000 Beschäftigten, 63.000 davon allein in der Zulieferindustrie. Den Angaben zufolge setzte die Branche 2014 rund 15,69 Milliarden Euro um. Das sind fast zwei Milliarden Euro mehr als 2013 und ist mehr als ein Viertel des gesamten Umsatzes im verarbeitenden Gewerbe. va