Alles rollt - und wann der Rubel?

Der Plauener Omnibusbetrieb (POB), der ab Oktober im Vogtland alle Buslinien bedienen wird, steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen. Für das neue PlusBus-Netz braucht der POB 40 zusätzliche Busse und die (finanzielle) Sicherheit für die geplanten Strecken.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Das neue Busangebot fürs Vogtland soll am 13. Oktober starten. Die europaweite Ausschreibung hat die Bietergemeinschaft Plauener Omnibusbetrieb GmbH und die Verkehrsbetriebe Vogtland mbH gewonnen. Für den POB werden aus den derzeit 46 Buslinien ab Oktober 122, aus den zu fahrenden Kilometern mit 5,8 Millionen mehr als doppelt so viele. Allein auf den neuen acht PlusBus-Linien werden rund zwei Millionen Kilometer zusammenkommen. "Ein erweitertes Linien-Netz bedeutet aber auch mehr Busse. 40 Busse brauchen wir zusätzlich. 1,4 Millionen Euro bekommen wir dafür als Förderung. Der Investitionsbedarf liegt allerdings bei rund 8 Millionen, denn ein für den PlusBus-Verkehr standardmäßig vorgeschriebener Bus kostet rund 200 000 Euro", erklärt POB-Geschäftsführer Thomas Schwui. "Auch unsere Partner müssen neu investieren." Der Vogtländische Verkehrsverbund, für den der POB so zusagen Dienstleister ist, ist als einer von fünf Verkehrsverbünden in Sachsen künftig für die landesweite engmaschige Verknüpfung des Nahverkehr zuständig, für die der PlusBus eine wichtige Säule ist. Im Vogtland werden acht Strecken im Stundentakt neu bedient: Rodewisch-Klingenthal, Adorf-Klingenthal, Plauen-Jößnitz, Rodewisch-Treuen, Plauen-Rodewisch, Rotschau-Treuen, Greiz-Reichenbach und Plauen-Schöneck. Hinzu kommen 13 TaktBusse, die für den reibungslosen Anschluss an alle Nahverkehrmittel sorgen sollen. 
 Was in der Theorie alles gut klingt, hat bislang noch einen Pferdefuß: es fehlen vom Verkehrsministerium noch die erforderlichen Bescheide, die eine langfristige Betriebssicherheit gewährleisten. Das moniert zumindest CDU-Landtagsabgeordneter Frank Heidan in Richtung eines anderen (gebürtigen) Plaueners, den Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). "Mich ärgert, dass Dulig die finanzielle Unterstützung des Freistaates bisher nur mündlich den Verkehrsverbünden zusagte. Hier müssten die Bescheide ausgestellt werden, weil das Geld dafür der Landtag bereits Ende 2018 mit dem Haushaltsbeschluss bewilligt hat", sagt Heidan und findet bei Schwui offene Ohren: "Ich gehe das Risiko ein und bestelle neue Busse, habe aber keinen Bescheid, ob ich die Linien betreiben kann. Um rechtzeitig die Busse zu haben, muss ich im April bestellen. In der Ausschreibung habe ich August als spätester Liefermonat den Herstellern vorgegeben. Schließlich muss noch die Technik für WLAN, Videoüberwachung und Fahrgastinfo-Monitore eingebaut werden", beschreibt Schwui. Am Donnerstag gebe es auch ein Gespräch mit Landrat Rolf Keil.
 Auf Nachfrage hieß es gestern aus dem Verkehrsministerium: "Die Staatsregierung und Vertreter der kommunalen Aufgabenträger für den ÖPNV haben Mitte Februar 2019 gemeinsam ihre Absicht erklärt, das ÖPNV-Vorhaben "Angebotsausbau PlusBus und TaktBus für Sachsen" so rasch wie möglich umzusetzen." Dazu gehöre auch die finanziellen Beteiligung. "Zur Gewährleistung der landesweiten Wirksamkeit des Plus- und TaktBus-Netzes bedarf es der Absichtserklärung durch die kommunalen Zweckverbände. Im Zweckverband ÖPNV Vogtland ist dies unseres Wissens am 12. März 2019 geschehen. Landesseitig werden parallel dazu die  Grundlagen zur Ausreichung der für die Umsetzung des Plus- und TaktBus-Netzes benötigten Haushaltsmittel fertig gestellt. Für die hierfür notwendige konkrete Beschreibung des Netzes bedarf es unter anderen der Zuarbeit der kommunalen Aufgabenträger. Eine entsprechende Abfrage wurde gestartet."