Alles dreht sich um Kräuter

Florin Betz aus Pausa geht mit einer Kräuterschnecke bei der Gartenolympiade an den Start. Die ganze Familie hat dem Neunjährigen geholfen, das Projekt zu verwirklichen.

Pausa"Wir wollen gerne bei der Gartenolympiade mitmachen und können uns nicht entscheiden, womit: Mit der knalligen Peperoni? Mit dem beeindruckenden Fuchsschwanz? Nein, mit der Kräuterspirale", schreibt Florins Mutter Stephanie Betz.
Die bepflanzte "Schnecke" hat eine Windung, misst 1,5 Meter im Durchmesser, und ist 70 Zentimeter hoch. Auf ihr wachsen Lavendel, Thymian, Zitronenchili, Salbei, Peperoni, Zitronenmelisse, Mandarinensalbei, Ananassalbei, Bohnenkraut, Oregano, Gyroskraut, Mojitominze, Erdbeerminze, normale Pfefferminze, Schweizer Minze, Borretsch, Fuchsschwanz. Dazwischen leuchten kleine Ringelblumen. "Die Kräuterspirale zieht viele Insekten an und bietet ihnen Nahrung und Unterschlupf in den Ritzen. Wir lassen immer einige Kräuter blühen für die Bienen und Insekten und fürs Auge", berichtet Frau Betz.
Wie sie hinzufügt, hat es ein paar Wochen gedauert, Florins Idee umzusetzen - und alle haben geholfen: Im März wurden die Steine aus einem Reichenbacher Baumarkt geholt; die wurden geschichtet und mit Bauschutt aufgefüllt. "Wir haben 1,5 Tonnen bewegt."
Bauschutt? "Der ist nötig, um für die Pflanzen ein trockenes Umfeld zu schaffen. Darüber kommt Pflanzenflies, das dann mit einer Erde-Sand-Mischung bedeckt wird. Wegen der gewünschten Trockenheit, steigt der Sandanteil mit wachsender Höhe", erklärt Frau Betz, eine 40-jährige Ergotherapeutin.
Jetzt ist das Werk vollbracht: "Vielleicht ist so eine Bauanleitung eine tolle Idee für alle Leser, die gerne werkeln, frische Kräuter lieben und einfach Freude am Detail haben", erklärt die Mutter des Baumeisters, die zudem eine erstaunliche Feststellung trifft: "Unser Stolz in der Kräuterspirale sind lustigerweise gar nicht die Kräuter an sich, sondern die ,Gäste‘: Eine Peperoni, die ganz wunderbar trägt und mit ihrem kräftigen Rot ein echter Blickfang ist." Und es gebe einen weiteren "ungebetenen, aber gern gesehener Gast": Ein 1,2 Meter hoher "Fuchsschwanz", der sich am Rand angesiedelt hat und bewundernswert lange Blütenstände habe.
Kräuterschnecken-Baumeister Florin ist nach den Worten seiner Mutter ein kleiner Gourmet, der die Würze seiner Kräuter für Tees, kalte Getränke, Salate oder Kräutereiswürfel nutzt.
Den Geschmack an der Würze hat der Junge augenscheinlich vom Opa geerbt: Der schneidet die bis zu 18 Zentimeter langen Peperoni in kleine Ringe, die auf dem Brot landen und seinen Schmaus würzen. "Er mag die Schärfe", sagt Frau Betz lächelnd. ufa