Allergie-Alarm in Kita: 16 Kinder in Klinik

23 Kinder aus der Awo-Kita "Kinderland" Weischlitz essen Spätzle und Hühnerfrikasseé und bekommen roten Hautausschlag: 16 von ihnen kommen per Notarzt in umliegende Krankenhäuser.

Von Marlies Dähn und Cornelia Henze

Weischlitz Die gute Nachricht: Schon wenige Stunden nach dem Vorfall werden alle Krippenkinder wieder aus den Kliniken in Plauen, Rodewisch und Zwickau entlassen. "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen, wir freuen uns, dass es den Kindern gut geht und ihnen nichts Schlimmeres passiert ist", sagt Michael Hummel, einer der Geschäftsführer der neu gebildeten Arbeiterwohlfahrt Vogtland. Der Kita-Leiterin Frau Hiller bescheinigt der Chef schnelles und umsichtiges Handeln. Hummel: "Frau Hiller hat sofort den Notarzt gerufen und die weitere Austeilung des Essens an die anderen Kinder gestoppt."
Die zwei- bis dreijährigen Krippenkinder hat es erwischt, weil sie als erstes das Mittagessen bekamen - so wie jeden Tag. Gleich nach dem Verzehr von Spätzle und Frikasseé haben die Jüngsten rote Flecken in Gesicht und auf dem Körper bekommen. Jens Leistner, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen, spricht von einer allergischen Reaktion, von Juckreiz und Hautausschlag. "Die Kinder hatten einen stabilen Kreislauf und keine Atemprobleme", so Leistner. Dennoch wurden sie der Vorsicht halber zur Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht: Je fünf Kinder ins Helios Plauen, das HBK Zwickau und nach Obergöltzsch Rodewisch. Der Zweckverband schickte drei Rettungswagen und zwei Krankentransportfahrzeuge, zwei Notärzte und weitere Rettungskräfte.
Große Not bei der Rettung: Um 16 Kinder zu transportieren, braucht man ebensoviele Kindersitze, die nicht vorrätig waren. Der Globus-Markt sprang in die Bresche und stellte unkompliziert die Kindersitze zur Verfügung. "In so einer Notsituation zu helfen, ist selbstverständlich", so Marktleiterin Kitty Fischer.
Wie es zur allergischen Reaktion kam, das untersuchen Polizei und das kreisliche Gesundheitsamt mit Lebensmittelüberwachungs und -veterinäramt. Das hatte gestern Proben vom Essen, aber auch von Reinigungs- und Spülmitteln genommen, welche am Geschirr Spuren hinterlassen haben kann.
Das Essen bezieht die Awo-Kita von einem Caterer aus Plauen. Dessen Küchenmeister habe gestern gegenüber dem Kita-Träger versichert, dass alle Zutaten frisch waren, so Michael Hummel. Ebenfalls im Einsatz war die Weischlitzer Feuerwehr. Ergebnisse der Proben lagen bis gestern nicht vor.