Alle Wetter im Vogtland

Eines ist klar: Die vogtländischen Landregen im Sommer werden seltener. "Die Tendenz der Niederschlagsmengen liegt unter den Mittelwerten", sagt Meteorologe Sebastian Manns vom Deutschen Wetterdienst. Ein Beweis für den Klimawandel sei das allerdings nicht.

Plauen - "Um eine Aussage zu treffen, muss man vielleicht noch zehn Jahre Warten: Die Daten reichen bisher noch nicht", erklärt Manns im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. Der 53-jährige aus der Niederlassung Leipzig des Deutschen Wetterdienstes arbeitet seit dem Beginn der Lehre zum Assistent für Meteorologie 1982 beim Wetterdienst.
Nach seinen Worten kann man über das vergangene Jahr im Vogtland folgendes sagen: "Im Vogtland fielen 85 Prozent der durchschnittlichen Niederschläge. Es war kein extrem trockenes Jahr. Aber man muss feststellen, dass die letzten Jahre öfter unter dem Mittelwert lagen."
Manns nennt ein paar Beispiele: In Bad Elster fielen 643 Liter Niederschlag - der Mittelwert liegt bei 760 Litern. In Treuen sieht es ähnlich aus: 655 Liter zu 783 Litern. Und in Plauen: 501 Liter zu 581 Litern. "Die regenreichste Messung im Vorjahr erfolgte am 9. September, als in Grünbach-Muldenberg 48,6 Liter festgestellt wurden und in Tirpersdorf 40,5 Liter.
Für die Schneehöhen gibt es folgende Werte: 73 Zentimeter in Muldenberg (26. Januar), 51 Zentimeter in Falkenstein (12. Januar), 38 Zentimeter in Tirpersdorf (10. Januar), 34 Zentimeter in Bad Elster (12. Januar), 28 Zentimeter in Treuen (11. Januar) und 25 Zentimeter in Plauen (10. Januar)."
Wie sieht es mit den Temperaturen aus?
Manns: "In Plauen lag das Jahresmittel 2019 bei 9,7 Grad - 2,2 Grad über dem Mittelwert. Wärmster Tag war der 26. Juni mit 37,1 Grad. Die bisher höchste gemessene Temperatur in Plauen seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen 1947 war der 7. August 2015 mit 37,8 Grad. Der kälteste Tag im Vorjahr war der 20. Januar mit minus 12,3 Grad. Der Kälterekord stammt vom 10. Februar 1956, als minus 27,8 Grad gemessen wurden.
Wie Manns im Gespräch erläutert, betreibt der Deutsche Wetterdienst (DWS) Messstationen in ganz Deutschland - dabei es gibt fünf Kategorien:

Die Wetterwarten sind die größten Stationen; sie sind ständig mit professionellen Mitarbeitern rund um die Uhr besetzt. In Mitteldeutschland gibt es nur drei dieser Wetterwarten - an den Flughäfen in Dresden, Leipzig und Erfurt.
Die Wetterstation 2 (in Plauen) arbeitet demnach vollautomatisch, meldet Dauer von Sonnen- und anderer Strahlung, Temperaturhöhen, Windstärken und Niederschlag.

Die Wetterstation 3 (Treuen, Bad Elster-Sohl) arbeitet manuell und automatisch: Der Betreuer misst täglich früh die Schneehöhe, die Technik meldet automatisch Daten über Temperatur, Niederschlag sowie teilweise Wind und Sonne.
Automatische Niederschlagsstationen (Klingenthal-Kamerun, Erlbach-Eubabrunn und Weischlitz-Heinersgrün) meldet die Niederschläge automatisch, wobei ehrenamtliche Betreuer die Schneehöhen täglich messen und melden.

In den Niederschlagsstationen (Tirpersdorf, Grünbach-Muldenberg, Falkenstein, Oelsnitz und Mühltroff) messen ehrenamtliche Betreuer einmal täglich alle Niederschläge per Hand und melden die Ergebnisse über das Internet. ufa