Aldi wechselt im Westend Straßenseite

 

Der Lebensmitteldiscounter Aldi im Plauener Stadtteil Westend will sich vergrößern. Die Baumaßnahmen für einen Neubau dazu laufen bereits seit mehreren Wochen. Das neue Domizil wird sich schräg gegenüber des bisherigen Standortes befinden.

 

Das alte Gebäude an der Ricarda-Huch-Straße wird nach dem Auszug vermutlich erst einmal leer stehen. Ein genauer Termin für die Neueröffnung des Aldi steht noch nicht fest, teilt die Discountkette auf Anfrage mit. Schuld sei die derzeitige Witterung. Frost und Schnee behindern die Arbeiten am neuen Objekt. Der "fliegende Wechsel" mit allen Mitarbeitern soll im Frühjahr über die Bühne gehen, heißt es.

Das bisherige Objekt hinter dem Möbelhaus Biller hat bereits einige Jahre auf dem Buckel und entspricht nicht mehr den Ansprüchen des Lebensmittelriesen, so die Begründung zum Neubau auf der anderen Seite der Straße. Damit kommt Aldi auch an seinen ursprünglichen Platz zurück. Bereits seit 1991 verkaufte die Kette in einer alten Halle ihre Waren und gehörte damals zu den ersten Discountern in Plauen.

Der wesentliche Vorteil des Neubaus ist der vergrößerte Verkaufsraum. Aus jetzt etwa 650 werden künftig rund 800 Quadratmeter. Aldi verspricht eine großzügige Aufteilung der Produkte und vor allem auch breitere Gänge. Vor dem Objekt werden 80 Parkplätze zur Verfügung stehen. Das Sortiment wird trotz mehr Fläche nicht erweitert. Im neuen Gebäude draußen bleiben müssen der Bäcker und der Fleischer, die bisher an den Markt integriert waren. Für beide Geschäfte ist kein Platz vorgesehen, so das Unternehmen. Gerüchte, dass eine Backstation, wie in anderen Discountern, im Aldi angeboten wird, sind nicht bestätigt worden.

Vor einer ungewissen Zukunft stehen nun die Mitarbeiter der Bäckerei und Fleischerei. Wie es weiter geht, ist noch unklar. Erst einmal bleiben die Geschäfte nach dem Umzug von Aldi weiter geöffnet. Dann liegt es an der Kundschaft, ob diese weiter zur Stange hält. "Mitte des Jahres werden wir uns entscheiden", sagt Silvia Müller von der gleichnamigen Bäckerei. Zwei Beschäftigte arbeiten in der Filiale.

 

Gleiches gilt auch für die ansässige Fleischerei. "Das ist für uns bedauerlich", so Werner Schmidt von der Landfleischerei Unterreichenau. Auch er will schauen, wie es sich entwickelt. Für die Nachnutzung des alten Gebäudes wird derzeit kräftig nach neuen Interessenten gesucht, so der zuständige Immobilienverwalter. "Wir wollen im Lebensmittelbereich bleiben", heißt es. Bereits jetzt hat das Plauener Westend durch Penny, Netto und Aldi eine Markt-Dichte, wie kaum ein anderer Stadtteil.

 

Von Martin Reißmann