Albertsberg kommt unter den Hammer

Auerbach - Wenn Stefan Raab auf Auerbach zu sprechen kommt, dann kann das nichts Gutes für die Region bedeuten. Man denke nur an Regina Zindler, die er nun vor mittlerweile fast zehn Jahren bei Richterin Barbara Salesch entdeckte und durch den Kakao zog. Sein "Maschendrahtzaun" ist bis heute sein einziger Nummer-Eins-Hit. Was einst einen Ansturm auf Auerbach auslöste, ist heute nur noch peinlich. Nun hat er wieder Auerbach für sich und sein Publikum entdeckt. Um genau zu sein Albertsberg - ein Ortsteil von Auerbach. Gelegen mitten im Wald zwischen Schönheide und dem Waldpark Grünheide. Ganz Albertsberg soll versteigert werden. Kostenpunkt 380 000 Euro. Heute ist Auktionsende.

  Schnäppchen: 380 000 Euro   Kaum zu glauben, aber wahr. Das Internet macht es möglich. Auf dem Immobilien-Auktionsportal www.immoweb.de wird ein ganzes Dorf in Deutschland online versteigert. Bereits in den Jahren 2007 wurde ein vollständiges Dorf in den USA zum Verkauf angeboten, im letzten Jahr war es dann ein Dorf in Frankreich und aktuell findet sich ein solches Angebot auch Großbritannien, wo das Dorf Linkenholt mit einem Herrensitz, Felder, Wiesen, Waldfläche und ganze 21 Häuser für einen Preis von mindestens 25 Millionen Euro angeboten wird. Nun hat aber nicht ein jeder 25 Millionen Euro auf seinem Konto zur Verfügung. Wer aber den Traum eines eigenen kleinen Dorfes nicht aufgeben und ein Schnäppchen schlagen will, der sollte sich auf dem Portal www.immoweb.de einmal umschauen. Auf dem Immobilien-Auktionsportal wird Albertsberg online zum Verkauf angeboten. Auerbachs Oberbürgermeister Manfred Deckert muss über die Aktion schmunzeln. "Wir kaufen nichts", stellte er aber klar. "Die Sendung von Raab habe ich nicht gesehen, aber mir wurde davon berichtet. Die Aktion finde ich kurios."

  Stadt bietet nicht mit   Die Stadt habe mit der ganzen Sache überhaupt nichts am Hut. Seit 1998 sei Albertsberg in Privatbesitz. Das konnte er in Erfahrung bringen. Mehr aber nicht. Marko Kovacevic von immo-web.de bestätigte das Angebot, nannte aber den Anbieter nicht. Er berief sich dabei auf den Datenschutz.

Die Geschichte des Ortes Albertsberg geht bis in das Jahr 1897 zurück, in dem die ersten Gebäude errichtet wurden. Damals wurde eine Volksheilanstalt für Lungenkranke errichtet, aber nur für männliche. Im zwei Kilometer entfernten Carolagrün gab es selbige Anstalt für Frauen. Albertsberg und Carolagrün bekamen übrigens die Namen des damaligen sächsischen Königspaares. Albert und Carola setzten sich sehr für kranke und sozial schwächere Menschen ein. Auf ihr Geheiß hin wurden die Kliniken errichtet. Zum Dank wurden die Orte nach ihnen benannt. Heute gehören beide zu Auerbach.

Albertsberg besteht aus einem Klinikkomplex, drei teilweise vermieteten Wohnhäusern, mehreren Wirtschaftsgebäuden sowie einem Waldhaus, bietet das Dorf eine Wohnfläche von 2163 Quadratmeter, verteilt auf 115 Zimmer. Die gesamte Liegenschaft steht unter Denkmalschutz und kann ab einem Preis von 380 000 Euro den Eigentümer wechseln.

Dörfer zu versteigern scheint in Mode zu kommen, gerade. Das Örtchen Liebon, 50 Kilometer von Dresden entfernt, steht bei ebay zum Versteigern. Liebon besteht gerade mal aus einem Vierseitenhof. Dort lebt eine vierköpfige Familie. Für 300 000 ist das Stück Idyll zu haben.