Aktionen gegen Plauener Naziaufmarsch geplant

SPD-Fraktionsvorsitzender Rainer Maria Kett hat ein, gelinde gesagt, flaues Gefühl im Magen: "Wenn ich daran denke, dass die Nazis auf der Originalstrecke der Wende-Demonstrationen von 1989 mitten durch Plauen marschieren können, wird mir schlecht. Die missbrauchen die Idee der Friedlichen Revolution." Während der jüngsten Fraktionssitzung mit seinen Plauener Parteikollegen mahnte Kett, aktiv zu werden. Bernd Stuibenrauch forderte einen Aufruf an die Plauener Bürger zu starten, eben nicht tatenlos zuzusehen und an dem Samstag, dem 14. April, einfach nur anderes wie Einkaufen oder Spazieren gehen zu tun.

Auch bei den Linken ist die Nachricht angekommen. Der Altfraktionschef Wolfgang Hinz staunte am Rande der Frauentagsveranstaltung seiner Partei über die Information des Marsches durch Plauen. "Das ist sehr fragwürdig. Wir müssen etwas tun. Dass es eine Gegendemonstration auf dem Altmarkt geben soll finde ich zwar gut, aber es geschieht viel zu weit ab vom Schuss", sagte Hinz.

Bei der SPD informierte Benjamin Zabel, dass sich dem Aktionsbündnis Vogtland gegen Rechts nun auch die bisher außen vor gebliebene CDU mit im Boot sei, der Oberbürgermeister die Schirmherrschaft für die zentrale Veranstaltung auf dem Altmarkt übernommen habe und darüber hinaus weitere Gruppen und Initiativen andere Maßnahmen planten. Kritik über den so genannten Konsens im Aktionsbündnis äußerte Stadtrat Sven Jahn. "Diese Konsenssoße bringt nicht viel sich auf dem weit entfernten Altmarkt zu treffen und wütende Reden zu halten. In der Zeit laufen die Nazis quer durch ganz Plauen", sagte Jahn.

Bei aller Furcht vor Auseinandersetzungen müsse man sich den Rechtsextremen entgegenstellen, so der Stadtrat. "Im vergangenen Jahr lagen Stadträte quer auf der Straße und haben versucht eine Blockade zu errichten", berichtete Sven Jahn. Bürgerlicher Ungehorsam müsse sein, die Stadt dürfe nicht den Braunen überlassen werden, so der SPDer.