AfD-Vorstand tritt zurück

Streit innerhalb der vogtländischen AfD-Spitze hat zum Rücktritt des Vorstandes geführt. Das Ruder der Leitung hat die Landespartei übernommen. Gestern stellte die AfD in Plauen ihr Wahlprogramm auf.

Von Cornelia Henze

Plauen - Es habe Probleme und Mängel bei der Organisation des Wahlkampfes gegeben. Der Vogtland-Kreisverband sei in Verzug gewesen mit der Aufstellung des Wahlprogrammes, welches wiederum Voraussetzung ist, Wahlwerbung zu betreiben - so zum Beispiel Wahlplakate mit den entsprechenden Programm-Slogans anzufertigen und zu verteilen, sagt Torsten Gahler, Vize-Schatzmeister bei der Landes-AfD. Gemeinsam mit Mike Monczek und Carsten Hüttner will man die Unruhen bei den AfD-Vogtländern nun in den Griff kriegen. Mit anderen Worten: Die Parteifreunde aus dem Vogtland haben nix auf die Reihe gekriegt. Ein Fingerzeig geht allen voran an AfD-Vorstand Steve Lochmann und die mit ihm zurückgetretenen Jürgen Riedel, Frank Schaufel und Ronny Hering.
"Wenn es nicht geht, muss das Ruder jemand anderes übernehmen. Wir müssen einheitlich in eine Richtung gehen. Streit nimmt uns die Energie, und das können wir vor der Wahl nicht gebrauchen", sagt Steve Lochmann. Am 30. März ist der  vierköpfige Vorstand wegen interner Streitereien zurückgetreten. Das heißt, Schaufel und Hering waren für den Rücktritt, Riedel dagegen - Lochmann nicht anwesend, da er aufgrund familärer Probleme zurzeit der Partei wenig zur Verfügung steht. Lochmann und auch Schaufel bestätigen, dass Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Mitgliedern die Parteiarbeit in den letzten Wochen erschwert haben.
Da ist zum einen die Personalie Thomas Schädlich. Der Arzt aus Ellefeld hat vor kurzem die AfD verlassen, nicht ohne vorher in der Öffentlichkeit Häme und Schimpf über seine alte Partei ausgeschüttet zu haben. Das "Nachtreten" sei unschön gewesen, sagt Frank Schaufel. Trotz allem sei Schädlich ein wichtiger Pfeiler im Vorstand und vor allem Kenner in der Gesundheitspolitik gewesen. Sein Weggang habe den Vorstand geschwächt. Für Unruhe in der Öffentlichkeit sorgte auch der Auerbacher Lehrer Tilman Matheja, der erst kürzlich Oberschüler virtuell per Computerspiel ein Flugzeug in eine Moschee fliegen ließ. Daraufhin ist Matheja von seinem Amt als kooptiertes Mitglied im Vorstand zurückgetreten. Gut in Erinnerung geblieben ist die Vogtland-AfD durch die radikal-rassistische Chatgruppe "Spaß mit Politik", in deren Zusammenhang Lochmann auch ins Kreuzfeuer geriet. Man habe die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen, so Lochmann. Ruhe ist trotzdem nicht in die Reihen eingezogen.
Er werde definitiv nicht wieder für den Vorstand, der wohl neu nach den Kommunalwahlen gewählt wird, zur Verfügung stehen, so der Ex-Vorstandschef. Seine Kandidatur auf dem jeweils ersten Listenplatz für Kreistag und Stadtrat Plauen stehe - daran habe sich nichts geändert. Schaufel hingegen wolle für einen neuen Vorstand wieder zur Verfügung stehen. Nach Lochmanns Worten sollten künftig diejenigen Verantwortung im Vorstand übernehmen, die in letzter Zeit versuchten, einen Keil in den Kreisverband zu treiben. Gefallen sind die Namen Matheja und Ulrich Lupart - letzterer tritt zur Landtagswahl im September auf der Liste für die AfD an.
Gestern nun hat die AfD Vogtland unter dem Motto "Das Vogtland im Herzen" endlich sein Kommunalwahlprogramm festgezurrt. Vorrangig darin der Aufbau von Portalpraxen zur Entlastung von Notaufnahmen, die Stärkung des Ehrenamtes, die Förderung regionaler Produkte und die Einführung eines vogtländischen Kinderpasses.