Ärger mit der Röhre im Klinikum Göltzschtal

Unmut macht sich bei Patienten aus dem Göltzschtal breit. Kassenpatienten dürfen nicht ambulant mit dem neuen MRT-Gerät am Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch behandelt werden. Das untersagte die Kassenärztliche Vereinigung (KV), wogegen das Klinikum Widerspruch einlegte.

Rodewisch - Anfang dieses Jahres bekam das Klinikum die Absage von der KV, das Gerät auch ambulant nutzen zu dürfen. "Sollte unserem Widerspruch nicht stattgegeben werden, ziehen wir eine Klage in Betracht", sagt Anneliese Ring, Beigeordnete des Landrats.

3000 Unterschriften aus dem Göltzschtal hat Obergöltzschs Verwaltungsleiterin Beate Liebold dem Widerspruch beigelegt. "Mitarbeiter und ehemalige Klinik-Angestellte haben fleißig gesammelt. Wer möchte, kann sich immer noch auf den Listen eintragen, die bei uns im Hause ausliegen", so Liebold. Die Notwendigkeit, den 2012 für 1,2 Millionen Euro angeschafften Magnetresonanztomografen auch ambulanten Patienten anzubieten, ergibt sich aus langen Wartezeiten für einen MRT-Termin und ebenso lange Fahrtzeiten zu einem der anderen Geräte. So müssten Patienten bis zu acht Wochen auf eine solche Untersuchung warten und oft bis zu 60 Kilometern zurücklegen.

Die Chemnitzer KV-Geschäftsführerin Carmen Baumgart begründet die Ablehnung durch die KV mit einem Überangebot an Radiologischen Praxen mit MRT. Im Gebiet Plauen und Vogtlandkreis gebe es derzeit 6 Radiologen - vier wären aber das "Ist". Somit ergebe sich für das Vogtland eine Überversorgung von 186,6 Prozent. MRT-Geräte im Vogtland gibt es im Medizinischen Versorgungszentrum (MRZ) Schöneck und Plauen, zusätzlichen haben zwei Krankenhausärzte in Plauen und Reichenbach die Ermächtigung dazu. Auch nach dem Widerspruch des Klinikums scheint die KV ihren Kurs nicht ändern zu wollen. "Damit rechnen wir. Aber wir werden weiter um eine Zulassung für ambulante Untersuchungen kämpfen", so Liebold. va