Adorfer Einwohner sind sauer

Adorf - Auf mehrere Schandflecke Adorf, die äußerst negativ auf die Besucher und Touristen wirken, machte Einwohner Ekkehard Meyer zur Stadtratssitzung aufmerksam.Es gibt Defizite in der ganzen Stadt, aber am Bahnhof geht es schon los.

 

Die Überdachungen der Bushaltestellen sind zerstört und ohne Glas, da stehen die Leute bei Wind und Wetter. Außerdem ist die Informationstafel nicht mehr aktuell, der Brunnen funktioniert nicht mehr und die Blumenkübel, die ich selbst schon einmal einige Zeit gepflegt hatte, bieten auch einen erschreckenden Anblick", macht er aufmerksam.

Vor einigen Jahren war das Areal am Bahnhof als so genannte Verkehrsschnittstelle mit vielen Fördergeldern errichtet worden. Besonders schlimm empfindet Ekkehard Meyer auch, dass es keinen Fahrkartenautomaten und außerdem keine Toiletten mehr am Bahnhof gibt. "Als vor einiger Zeit das Jugendblasorchester Zwickau am Bahnhof musizierte, trat dieses Problem auch auf. "Mir ist bekannt, dass dessen Leiter dazu zuvor in der Stadt sogar eine entsprechende Anfrage gestellt hat", berichtete der Anwohner und fügte an, dass ihm ein Mitarbeiter der Verwaltung die Auskunft gegeben hätte, "für die Notdurft möglichst nicht den Bahnsteig sondern das umgebende Gelände zu nutzen."

Nach Meinung von Ekkehard Meyer gibt es auch erhebliche Mängel am Schwarzen Weg und im Stadtzentrum: "An der Elsterbrücke wird für das historische Zentrum geworben. Aber außer das Freiberger Tor kann man Besuchern nichts weiter zeigen. Für das Kriegerdenkmal am Markt muss man sich ja in Grund und Boden schämen", kritisierte er. "Wieso funktioniert das in anderen Städten viel besser?", fragt er

 "Wir schaffen das als Stadt nicht mehr. Die finanziellen Mittel sind eben beschränkt. Das sind auch die Bürger gefragt, sich zu beteiligen. Wir haben zum Beispiel ermöglicht, dass der Schwarze Weg weiterhin offen bleibt und von den Nutzern gepflegt wird. Aber da kommt nur schwer etwas zurück. Ich werde gerne noch einmal einen Aufruf zu diesem Thema starten. Es wäre schön, wenn es eine Zuarbeit gäbe, wer welche Aufgeben übernehmen könnte", antworte Bürgermeisterin Mariechen Bang.

 

"Der Stadtrat hat in puncto Stadtentwicklung Prioritäten gesetzt. In den vergangenen Jahren wurden zum Beispiel keine Mittel für die Sanierung der Grund- und Mittelschule eingesetzt. Das sind 12 bis 15 Millionen Euro, die ich als Pflichtaufgabe übernommen habe. Dafür wurde im Haushalt gespart. Wenn wir keine Schulen mehr haben sähen wir schön alt aus. Es nützt ja nichts, wenn wir ein Kriegerdenkmal aber keine Menschen mehr in der Stadt haben", ergänzte die Bürgermeisterin.

"Ehrenamtliche Arbeit sollte auch gewürdigt werden und so Anreize geschaffen werden", meinte Stadtrat Wolfgang Wenderhold (Linke). "Vielleicht könnte die Pflege von den Blumenkübeln von den Kindergartenkindern oder von den Schulklassen übernommen werden. Wir haben im Ort auch mehrere Gärtnereien, die Leute müssen nur angesprochen werden, wie in der Stadt Ordnung gehalten werden kann, ohne das es viel kostet", meinte Maritta Leipold (Die Linke).

Im Zusammenhang mit Ordnung und Sauberkeit in der Stadt kritisierte Bürger Andreas Hulka auch fehlende Einrichtungen zur Entsorgung und Beseitigung von Hundekot im Stadtgebiet. "Es gibt dazu schon einige Einrichtungen an mehreren Stellen in der Stadt", erwiderte Mariechen Bang. "Da ist aber zunächst a jeder Hundehalter in der Pflicht", ergänzte Bang. Dann muss ihm auch die Möglichkeit gegeben werden, diese Pflicht wahrzunehmen", entgegnete Andreas Hulka. Für eine weitere Diskussion sah Mariechen Bang keinen Bedarf: "Die Anregungen werden aufgenommen und im Sozialausschuss beraten, welche Strategien möglich sind, um die Bürger noch mehr einzubeziehen". va