Achtsamkeits-Gong beim Essen

Wohltuende Ruhe tritt ein, sobald der Gong ertönt. Gesundheitstrainer Jens Dullies sorgt für Achtsamkeit beim Essen in der Elsteraner Klinik für Integrative Medizin.

Von Steffen Adler

Bad Elster Essen kann ein kommunikatives Erlebnis sein: Die ganze Familie sitzt am Tisch, isst, lacht und unterhält sich. Das ist schön, das kann man genießen.
Wenn sich aber 100 Leute an vielen Tischen angeregt unterhalten, ist es einfach nur noch laut. Lärm im Speissaal wird in der Elsteraner Klinik für Integrative Medizin und Naturheilkunde (DEKIMED) deshalb bewusst verhindert: Ein kräftiger Gong leitet die "Zeit der Stille" und Achtsamkeit beim Essen ein. "Auch das ist ein ganzheitlicher integrativer Ansatz in unserer Klinik. Essen in Ruhe bietet die Möglichkeit, Achtsamkeit in den Alltag bringen", informiert Gesundheitstrainer Jens Dullies. "Deshalb haben wir uns entschlossen, 15 Minuten ,Zeit der Stille‘ in den Tischzeiten zu halten", fügt er an. Wohltuende Ruhe kehrt so im großen, stilvollen Speisesaal ein. "Der Hinweis bewusst zu essen, zu wissen wie ich esse und der Mahlzeit mehr Achtsamkeit zu widmen führten zu der Idee mit dem Gong", macht er aufmerksam. Auch zu Hause, nach der Reha, lässt sich diese Achtsamkeitsübung prima fortführen. Denn auch wer einigermaßen gesund ist, sich aber trotzdem gestresst oder überfordert fühlt, kann von einer achtsamen Lebensweise profitieren. Sie kann aus dem Hamsterrad von Stress und Hektik, Informationsflut und Multitasking befreien. "Also keine Hektik beim Essen. Das erreicht man, indem die Aufmerksamkeit ganz auf den Moment gelenkt wird, anstatt Vergangenem nachzusinnen oder über die Zukunft zu grübeln und bedeutet übertragen auf das Essen und Trinken: Ich schmecke das Stück Gemüse, die Kartoffel, das Fleisch ganz bewusst, spüre, wie es sich in meinem Mund anfühlt und langsam den Bauch füllt", ergänzt Jens Dullies. Oft essen wir nebenbei, lassen uns oft nicht von Hunger und Sättigung leiten, und essen meist nicht bis wir satt sind, sondern bis der Teller leer ist. "Der Gong ist somit als Symbol des Stillseins zu verstehen. Natürlich erteilen wir unseren Patienten kein Redeverbot, aber die Zeit der Stille soll den Genuss des Essen einleiten" fügt er an.