Abwasser-Sorgen in der Gemeinde Pöhl

Pöhl - Für die Gemeinde Pöhl gilt das Gleiche, wie für alle anderen Gemeinden. Bis zum 31.12.2015 müssen alle Haushalte, die nicht an einem zentralen Abwasserkanal angeschlossen sind, eine vollbiologische Kleinkläranlage betreiben.

Laut einem Abwasserkonzept aus dem Jahr 2008 ist in den Pöhler Ortsteilen Jocketa, Liebau, Ruppertsgrün, Helmsgrün und Christgrün eine zentrale Erschließung möglich. Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl legte in der Ratssitzung ein Papier vor: Jocketa, Ruppertsgrün mit Rentzschmühle, Christgrün, Helmsgrün mit Rodlera und Liebau sind zentral erschlossen, die meisten Haushalte angeschlossen. Nur wenige Grundstücke können nicht ans Netz angeschlossen werden. Im Ortsteil Barthmühle wird eine dezentrale Erschließung vorgeschlagen. Von den 17 Grundstücken betreiben drei eine Vollbiologie.

Die dezentrale Erschließung in Herlasgrün sorgt für Diskussionen. Gemeinderat Heiko Lang (Verein Erhalt Pöhl) bekräftigte, dass die Kostenermittlung durch den Zweckverband Wasser Abwasser Vogtland willkürlich geschehen sei. Er fragt sich, woher der Verband die Kosten für eine Querung des Bahndamms in Höhe von 50 000 Euro habe. Im Vorfeld sei immer nur von teuren Pumpen oder vielen kleinen Anlagen gesprochen worden. "Eine andere Möglichkeit kam nie zu Sprache." Dabei geben die rund 100 kleinen Anlagen auch Wasser ab, zwar geklärtes, aber es laufe trotzdem weg, betonte Lang. Er fragt sich "Warum wird eine große und gute Anlage abgelehnt und 100 kleine schlechtere Anlagen favorisiert?"

Eine Antwort auf diese und andere Fragen erhoffen sich die Gemeinderäte in der Novembersitzung. Daniela Hommel-Kreißl wird zu dieser Verantwortliche des ZWAV einladen. Ein weiteres Problem stelle Trieb dar. Das Kanalnetz ist nicht durch die Gemeinde an den ZWAV übergeben. Das soll zum 1. Januar 2014 geschehen. Auch für Trieb wurde eine dezentrale Lösung vorgeschlagen. In der Ratssitzung im November entscheiden die Räte über die Fortschreibung des Abwasserkonzeptes. Vor der Beschlussfassung soll Uwe Donath, Abteilungsleiter Abwasser beim ZWAV, Fragen beantworten. ker