Abholmarkt ohne Engpässe

Die Osterfeiertage stehen vor der Tür. Doch Befürchtungen hinsichtlich der ausreichenden Versorgung mit Lebensmitteln sind fehl am Platze. Auch das Unternehmen von Christel Knoll ist eine gute Adresse für Selbstabholer.

Plauen Jetzt kommt das Osterfest. Viele Menschen haben sich Sorgen gemacht, ob die Versorgung mit Lebensmitteln vor den Feiertagen wirklich gesichert ist. In Kurzform hört sich der aktuelle Stand im Großhandel so an: "Ein großes Lob den Herstellern, den Transportunternehmen und deren Fahrern. Es gibt vielleicht einzelne Produkte mal vorübergehend nicht. Aber insgesamt ist die Versorgung mit Lebensmitteln sehr gut gesichert", spricht Thomas Fritzlar stellvertretend für alle "Lebensmittler". Der Frischemarkt von Christel Knoll beliefert von Plauen-Oberlosa aus 3.000 Kunden. "Doch zunächst brach erstmal mit der Corona-Ausgangsbeschränkung und der Gaststättenschließung der Umsatz bei uns um 80 Prozent ein. Unsere 70 Mitarbeiter mussten wir in Kurzarbeit schicken", berichtet Thomas Fritzlar.
Abnehmer stornierten
fast alle Bestellungen

"Wir hatten binnen fünf Werktagen einen Umsatzeinbruch von 80 Prozent zu verzeichnen. Unsere Firma feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Ich war fassungslos und den Tränen nahe", erzählt Ingo Knoll, der an der Seite von Mutter Christel den Familienbetrieb aufgebaut hat. Dazu kam, dass die verarbeitende Lebensmittelbranche - also Gastronomen, Caterer, Imbisse - geschwächt ins Jahr gestartet sind. Denn die Monate Januar und Februar sind für die meisten Küchen die umsatzniedrigsten des Jahres. Danach geht's dann bergauf. "Wir haben uns alle gefreut, dass die Saure-Gurken-Zeit jetzt zu Ende ist und dann kommt so ein Hammer. Unsere Abnehmer hatten fast alle Bestellungen storniert", schüttelt Fritzlar rückblickend den Kopf.
Vor allem aber standen wir vor der Frage, was nun mit dem Warenbestand werden sollte.
"Als Frischemarkt haben wir natürlich einige Produkte, die nur acht bis zehn Tage haltbar sind. Andere Lebensmittel kann man einen oder mehrere Monate verzehren. Natürlich muss die Ware bei uns immer raus, bevor wir sie wegschmeißen müssen. Wir versuchen inzwischen, so viel wie möglich über unseren Abholmarkt zu verkaufen", teilen die beiden Geschäftsführer mit. In der letzten Märzwoche gab es dann das erste Fünkchen Hoffnung.
Nudeln und Klopapier
sind vorrätig

"Viele Gastronomen haben ruckzuck auf Lieferservice umgestellt. Das hilft uns sehr. Wir haben deshalb jetzt zum Beispiel viel mehr Verpackungen für die Lieferdienste vorrätig. Bei uns gibt es auch Desinfektionsmittel und Handschuhe. Und auch Nudeln und Toilettenpapier haben wir da." Bei Christel Knoll kann übrigens jeder Vogtländer ganz normal einkaufen gehen. Man braucht keinen Gewerbeschein oder ähnliche Bescheinigungen.
Danny Thomae ist als Leiter für Lager und Logistik zum "Marktschreier" im Frischemarkt geworden: "Zu uns können auch Privatkunden kommen. Wir packen für den Abverkauf sogar Mixkisten. Die ersten Schnäppchenjäger hatten wir bereits da", berichtet der Lagerleiter.
Die Kreativität der Vogtländer zeigt sich also bereits drei Wochen nach dem Totaleinbruch. Das Osterfest wird vielleicht nicht wie gewohnt gefeiert. Aber hungern muss keiner. Der Abholmarkt in der Untermarxgrüner Straße 27 hat Montag bis Donnerstag 6 bis 19 Uhr, Freitag von 6 bis 18 Uhr und Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.
Das Unternehmen beschäftigt derzeit 70 Mitarbeiter. Die Seniorchefin Christel Knoll hat das Unternehmen 1990 gegründet. Betrieben werden ein Abholmarkt, ein Lieferservice und ein Onlineshop. Konsumenten sind Geschäfts- und Privatkunden sowie Kleinabnehmer.
www.christelknoll.de