Abendessen bei Familie Igel in Mechelgrün

Jeden Abend gegen 19 Uhr ist Essenszeit bei Familie Igel. Elli Bartsch und Lebensgefährte Bernd Weiß stellen dann einen Teller mit Katzenfutter in den Schuppen, wo es sich die Stacheltiere wohnlich gemacht haben.

 

Vom Geruch angelockt, kommen die Igel recht schnell unterm Schrank hervor und lassen es sich schmecken. Sie schmatzen um die Wette bis der Teller leer ist. Vor drei Jahren, so erzählt Frau Bartsch, habe sie es im Schuppen immer rascheln gehört. Sie dachte, es sei eine Katze. Um Miez das Herumstreunen leichter zu machen, wurde in die Tür ein Loch gesägt. Bald stellte sich jedoch heraus, dass sich ein ganz anderer Gast eingenistet hatte. Fortan wurde die Igelfrau beobachtet. Tagsüber war das Tier unterwegs. Gegen Abend suchte es jedoch immer wieder die Ecke unterm Schrank auf. Dort überwinterte der Igel in Laub und Stroh auch.

In diesem Jahr trauten die Hausbesitzer ihren Augen nicht. Mit einem Mal trippelten noch vier Igelkinder herum. Man machte sich kundig. Katzenfutter sollte auf dem Speiseplan stehen. Auch Wasser und mal ein rohes Ei. Aber auf keinen Fall Milch. "Wenn die Jungen über 500 Gramm wiegen, können sie den nächsten Winter überstehen", sagt Frau Bartsch im Gespräch mit unserer Zeitung. Vielleicht bleiben sie dann wie die Mama im Mechelgrüner Raumweg wohnen. Oder aber sie wandern aus. In der Natur fressen sie zum Beispiel Schnecken, Käfer, Regenwürmer und Insekten. Zum täglichen Abendessen kommen längst nicht immer alle Mitglieder der Igelfamilie. Zum Fototermin waren es leider nur drei.  B.W.