9000 km für eine gute Reportage

Schon als Kind lernte Horinouchi bei einem japanischen Meister die Kunst der traditionellen Tuschemalerei. Die aus Tokio stammende Natsuko studierte an der dortigen Universität sowie in Istanbul Anthropologie. In Plauen studierte sie Graphikdesign und ist jetzt als freischaffende Künstlerin tätig. Als einen wichtigen Grund, in Deutschland zu bleiben, nennt sie die Nähe zu ihrem in Tschechien lebenden Sohn und den Kunstmarkt in Europa. "Hier wird die Kunst mehr anerkannt als in Japan."

Der Privatsender stellt in einer Dokuserie im Ausland lebende Japaner vor. "Dabei legen wir Wert auf junge Menschen, die nicht unbedingt zu Prominenten zählen", sagt Teruko Sugiyama. Sie koordiniert für den Sender die Dreharbeiten in Deutschland.

Die Plauener Künstlerin verbrachte fünf Tage mit dem Kamerateam und stellte, neben ihren Arbeiten, auch ihre Wahlheimat vor. Da war es dann selbstverständlich, dass Regisseur Yoshihisa Tao und Kameramann Hideki Kidoguchi auch bei der Eröffnung der Ausstellung im Plauener Malzhaus dabei waren. Innerhalb der 11. Werkschau des Kunstvereins Plauen-Vogtland stellt die Japanerin elf Werke aus.

Ihre Bilder bestechen durch die dominanten Goldtöne. Sie zeichnet auf japanischem Papier, legt Elemente mit blattgoldähnlichem Material auf und überzieht das Ganze mit Öl. So entstehen Portraits, Menschengruppen und japanische Motive, die den Blick auf sich ziehen.

In ihrer Laudatio zur Eröffnung würdigten Galerist Peter Hochel und Christian Pöllmann, Geschäftsführer von ad astra Plauen, die ausstellenden Künstler. Beim zweiten von sechs Durchgängen der diesjährigen Werkschau sind sieben Künstler dabei. Petra Hölzel zeigt das erste Mal ihre Zeichnungen und Malereien. Hochel sprach von ihrem großen Talent und dem in ihren Bildern versteckten Humor. "Wolfram Ketzel gehört zum Urgestein des Kunstvereines", so der Galerist. Er wies darauf hin, dass Ketztels Intarsienarbeiten das erste Mal mit farbigem Holz gearbeitet wurden.

Andreas Claviez zeigt Geschichten in Bilderform und Gemeinschaftsarbeiten mit der japanischen Künstlerin Natsuko Horinouchi. Die Schmuckstücke von Michael Franke sind nicht nur für die Frauen unter den Besuchern interessant. Seine Einzelstücke hat er auf kleinen Bildern dargestellt. Ein bekannter Sandsammler ist der Künstler Rolf Kretzschmar. Er zeigt im Malzhaus Bilder aus dem Naturmaterial. Überraschend, wie breit die Farbpalette ist.

"Die Sande wurden nicht eingefärbt und stammen aus von Kretzschmar bereisten Orten", berichtete Hocher in seiner Laudatio. Holzskulpturen, die zum Nachdenken anregen werden von Thomas Thiele ausgestellt. "Man sollte sich mit dem Künstler unterhalten, sie werden einen anderen Blickwinkel auf seine Werke erhalten", so Hocher.