9. Theaterball im Plauen

Plauen - Einen richtigen, festlichen Ball im Theater feiern. Zu dieser besonderen Attraktion lädt jedes Jahr der Förderverein des Vogtlandtheaters ein. Am Samstag fand der nunmehr 9. Theaterball im Plauener Theater statt. Sein Motto: Liebesspiele.

 

Alles war wie immer und doch war auch manches anders - beim 9. Theaterball des Fördervereins im Vogtlandtheater. Mit einem Sektempfang im Hotel am Theater stimmten sich die fast 300 Besucher des Balles auf den Abend ein. Erwartungsvoll wurde der Weg vom Hotel zum Theater auf rotem Teppich und vorbei an brennenden Kandelabern zurückgelegt. Wer wollte, ließ sich fotografieren, um nach Mitternacht in der mit mehr Fotos als sonst aufwartenden Theaterzeitung nach seinem Konterfei zu suchen.

Dem Theater war die Ausgleichsschräge diesmal nicht eingebaut worden; die Besucher nahmen im Parkett auf den neuen Stühlen Platz. Im ersten Rang hatten die Bühnentechniker die Stühle ausgebaut und die Ballgäste konnten von oben an Tischen sitzend das Geschehen verfolgen. Mit der Ouvertüre zu Mozarts "Hochzeit des Figaro" eröffnete schwungsvoll das Philharmonische Orchesters des Theaters Plauen-Zwickau unter Generalmusikdirektor Lutz de Veer das mit Spannung erwartete Gala-Programm.

 

Zusammengestellt hatte es Operndirektor Stefan Bausch, die Ausstattung besorgte Philipp Kiefer. Locker führte Generalintendant Roland May durch die knappe Stunde. Geboten wurde eine Gala, die Abwechslung bot und heitere Atmosphäre vermittelte.

So sangen Uta Simone und Joshua Whitener mit viel Gefühl und Stimme Arien aus den Opern "Don Giovanni" und "Gianni Schicci". Einen Vorgeschmack auf die Premiere des Tanzstücks "Bernarda Albas Haus" am 27. November gaben Maki Taketa und Eduard Nicolae Taranu.

Passend zum Ballmotto interpretierten Julia Bardosch und Dieter Maas gekonnt ein Liebesgedicht von Bertolt Brecht. Ihnen standen in nichts nach Else Hennig und David Moorbach mit einem Liebesgedicht von Erich Kästner. Mit zwei Songs boten Julia Rani und David Moorbach Melodien für Musicalliebhaber. Die SaloonLadies Else Hennig, Utwe Menzel und Julia Rani entwickelten all ihren erotisch-derben Charme, um die als Cowboys verkleideten Schauspieler Dieter Maas, David Moorbach und Hans Joachim Burchardt vom Pfad der Tugend abzubringen.

Im letzten Teil kamen die Operette und nochmals das Musical zu ihrem Recht. Als Abschluss und Höhepunkt des mit viel Begeisterung aufgenommenen Gala-Programms erglühte dann der "Feuerstrom der Reben", in Brand gesetzt von Juliane Schenk, Uta Simone, dem Opernchor des Theaters Plauen-Zwickau und dem Philharmonischen Orchester.

Die benötigte Zeit, um hinter dem Vorhang die Tische und Stühle für die Ballgäste aufzubauen, überbrückten mit einer Moderation vor dem roten Vorhang Intendant Roland May, Fördervereinsvorsitzender Dr. Lutz Behrens und sein Stellvertreter Helko Grimm. Charmante Unterstützung bekamen sie dabei von Therese Langhof, die mit viel Sex-Appeal Herrn Hubert Schmidt aus der ersten Reihe die Geigentöne beibrachte.

Dann endlich wurde das Buffet eröffnet, das sowohl Lob als auch von einer Reihe von Ballbesuchern herbe Kritik erfuhr; Speisen waren schon kalt oder gingen auch zu schnell aus, Messer und Gabeln fehlten und die Höflichkeit des Servierpersonals stieß an ihre Grenzen. Die Kapelle Pina Colada erfüllte die Erwartungen; lebhaft und ausdauernd wurde getanzt. Auch den Auftritt der argentinischen Tango-Kapelle El Afronte auf der Kleinen Bühne nahmen die über 100 Tango-Gäste mit Begeisterung auf.

Wie immer viel Spaß gab es bei der Mitternachtsquadrille, die, auch wie immer, souverän von Helko Grimm in Szene gesetzt wurde. Einhelliges Lob fand die in den Theaterkatakomben eingerichtete Liebesgrotte nebst Bar. Ein dort im Halbdunkel stehendes Lotterbett wurde jedoch nicht genutzt, um das Theaterpublikum von morgen zu zeugen. Alles in allem: ein gelungener Theaterball, für dessen Organisation die Verantwortlichen von vielen Ballgästen einhelliges Lob erhielten. va