850 Radler beim Radwandertag in Plauen

"850 Radler - damit sind wir zufrieden", resümiert Silke Müller, Mitorganisatorin des 12. Radwandertages. Am Nachmittag fuhr der größte Tross der Radler ins Ziel - und ließ es sich bei Brause, Bier und Roster auf dem Parkdeck der Stadtgalerie gut gehen.

Plauen - Erst mal verschnaufen. Und ein Schluck aus der Wasserflasche. Karin Büttner wischt sich den Schweiß von der Stirn. Soeben hat die 72-jährige Plauenerin die 72,44 Kilometer lange Strecke hinter sich gelassen. "Ich bin froh, dass ich da bin", gesteht die drahtige Frau, die, wie sie verrät, fast täglich die Pedale tritt - und zur Fitness auch noch schwimmt. Vor wenigen Tagen ist die Seniorin von Hamburg nach Plauen geradelt. Fit sind Katrin (47) und Sementa Riediger (26), die sich für die kleine Strecke, namens Sternquell-Bierbrause, entschieden haben.

Allerdings blieb es bei Mutter und Tochter nicht bei den 28 Kilometern. "Wir sind früh halb sieben von Reichenbach los geradelt und zurück gehts noch mal 22 Kilometer", so die beiden Neuberinstädter. Das wäre ein Tagespensum von 70 Km rechnen beide zusammen, die überdies von Silke Müller einen Radwanderpokal erhielten. Denn beide Damen sind seit Anfang an dabei. "Die Strecke war holprig und oft bergig. Es gab schon schönere Strecken", urteilen die Riedigers.

Einen solchen vergoldeten Radfahrer vergebe man für Radler, die mindestens zum zehnten Mal dabei sind - zehn Mal wurde er vergeben, sagt Silke Müller, Assistentin des Center-Managements bei der Stadtgalerie. Für jedes fünfjährige Radler-Jubiläum gab es eine Medaille und für jeden Teilnehmer ein T-Shirt.

Überhaupt zeigten sich die Sponsoren des Volkssport-Events spendabel. Stadtwerke, Merkurbank, die Sternquell-Brauerei und Bad Brambacher sorgten auf jeder Strecke für erfrischende Getränke und einen Snack. Zusätzlich gab es Gutscheine für einen weiteren Imbiss am Ziel - auf dem Galerie-Parkdeck. "Wir braten rund 800 Roster. Sollten die nicht reichen, müssen wir für Nachschub sorgen", so Stephan Roßner, der Junior-Chef der Fleischerei. Er und sein Team kamen ins Schwitzen, als am Nachmittag viele hungrige Radler vor seinem Grill anstanden.

Die meisten Teilnehmer nahmen die 42 Km lange "Merkur-Bank-Strecke" unter die Räder - die mittlere Distanz, die von Plauen über Kürbitz, Taltitz, Oelsnitz und Lottengrün und über die Waldesruh zurück führte. Viele Familien mit Kindern wählten die kleine und die mittlere Strecke. Der jüngste Teilnehmer, ein Einjähriger, fuhr im Radanhänger bei Papa mit. "Bei unserem Radwandertag geht es nicht um Schnelligkeit und Zeit. Es gab allerdings auch geübte Radler darunter, die schon nach zwei Stunden von der 72-Kilometer-Strecke zurück kamen", so Silke Müller. In Sachen Rad-Panne stand das Bike-House mit Rat und Tat zur Seite - Leute vom DRK begleiteten die Radler auf der Strecke. "Eine junge Frau ist gestürzt und musste ins Krankenhaus, ansonsten war alles okay", so Karlheinz Linke vom DRK.