71.123 Euro zeugen von Herzensgüte

Als am Heiligabend auch in jenen Familien, mit denen es das Schicksal alles andere als gut gemeint hat, Kinderaugen unterm Tannenbaum leuchteten, dann ist das vielen, vielen Vogtländern mit ihrer Herzensgüte zu verdanken. Einen stärkeren Beweis für Nächstenliebe gibt es wohl kaum.

Ja, es lacht das Herz, wenn wir den starken Beweis der Nächstenliebe der Vogtländer, die auch in diesem Jahr die Aktion "Hilfe für Nachbarn" zu einem wunderbaren Erfolg werden ließen, sehen. Viele haben sich mit ihren Geld- und Sachspenden an der vorweihnachtlichen Gemeinschaftsaktion von Sparkasse, Vogtland-Anzeiger und der Liga der Wohlfahrtsverbände beteiligt. Und an sie geht ein ganz dickes Dankeschön. Die begeisternde Summe von 71.123 Euro ist auf dem Spendenkonto zusammengekommen. Ja Sie lesen richtig: Unsere Hilfsaktion erreichte auch eine Mammutspende einer älteren Vogtländerin, die aber nicht genannt werden möchte. Das ist schade, denn sie überwies für die Aktion, die sie bereits gemeinsam mit ihrem Mann seit vielen Jahren mit einer Spende großzügig bedachte, 50.000 Euro. Das verschlug den Organisatoren glatt die Sprache, ist dieses Geldgeschenk doch auch zugleich eine riesige Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die Aktion "Hilfe für Nachbarn". Nachdem vor kurzer Zeit ihr Mann gestorben sei und sie keine Kinder habe, möchte sie den Mädchen und Jungen aus bedürftigen Familien weiterhin in der Vorweihnachtszeit mit einem erfüllten Herzenswunsch eine kleine Freude machen, erzählte die Vogtländerin bei einem Telefonat mit Doreen Schricker von der Sparkasse Vogtland, die zu den Organisatoren der Hilfsaktion gehört. Dafür gebührt der überaus großzügigen Frau ein riesiges Dankeschön. Da aber jeder Euro für die Hilfsaktion hilft, Wünsche zu erfüllen, geht der gleiche Dank an alle, die das Spendenkonto fleißig fütterten. Das ist wirklich eine wunderschöne Geste der Mitmenschlichkeit. Rechnet man zu den
Wie glänzten die Augen von 336 Kindern beim Auspacken ihrer Geschenke die ihnen der Weihnachtsmann der Hilfsaktion vorbeigebracht hat. 146 Familien sowie alleinstehende ältere Frauen und Männer konnten dank der Unterstützung hilfsbereiter und spendierfreudiger Vogtländer eine Freude zum Weihnachtsfest beschert werden. So viele Kinder und Familien wie in den Jahren zuvor noch nicht. Dazu gehören auch zwei Handvoll Familien mit fünf und mehr Kindern. Überhaupt gab es auch dieses Mal viele Familien und Alleinerziehende mit mehreren Kindern. Und auch zehn Kinder in der Heilpädagogischen Fünf-Tagesgruppe der AWO in Treuen, die unter Betreuung in eigenen Vier-Wänden leben, wurde von der Aktion ein langgehegter Wunsch erfüllt, seien es Boxhandschuhe, Fußballschuhe oder eine Bastelset.


Den Grundstock für die 20. Auflage der Hilfsaktion in diesem Jahr hat mit 10.000 Euro die Sparkasse Vogtland gelegt. Zahlreiche Mitarbeiter waren hinzu einem Aufruf gefolgt, neuwertige Möbel, Spielsachen und Gebrauchsgegenstände zu spenden. Große Beträge überwiesen auch andere Unternehmen sowie die Stadt Plauen. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Landrat Rolf Keil sind seit Jahren die Schirmherren der Aktion "Hilfe für Nachbarn". Aber auch zahlreiche Privatpersonen griffen tief in die Tasche. Unser riesiges Dankeschön gilt ihnen genauso wie den anderen Spendern, denn jeder Euro hat geholfen, heute Freude zu schenken.


Doch auch wenn so viel und vor allem Kinder durch die Hilfsaktion bedacht werden konnten, bleiben dennoch Wünsche übrig, die nicht erfüllt werden konnten. Immer wieder werden Waschmaschinen, Kühlschränke und verschiedene Möbel gewünscht, die durch unsere Hilfsaktion nur durch eine Sachspende erfüllt werden können. Es gibt auch im Vogtland viel zu viele Menschen, die Not leiden. Und es werden, wie erneut der Stapel an Anträgen der Sozialarbeiter und Mitarbeiter von Vereinen beweist, immer mehr. In diesem Jahr kamen mehrere Anträge von Familien hinzu, bei denen Eltern aufgrund der Corona-Krise ihre Arbeit oder ihren Ausbildungsplatz verloren. Sie zum Fest der Liebe zu beschenken und damit zu zeigen, dass sie nicht alleingelassen sind - das ist das Anliegen der Aktion "Hilfe für Nachbarn". Eine kleine Aufmerksamkeit kann den Notleidenden helfen, für einen Moment die erdrückenden Sorgen des Alltags zu vergessen. Für diesen Augenblick der Glückseligkeit braucht es die Unterstützung all jener, die helfen können und es auch wollen.


Und deshalb ist es wohltuend zu spüren, dass die Vogtländer in ihrer Hilfsbereitschaft in all den Jahren nicht nachgelassen haben und, dass Nächstenliebe nicht nur ein dahingesagtes Wort ist. Ohne die tatkräftige Unterstützung jedes einzelnen Vogtländers wäre die Hilfsaktion nicht zu diesem tollen Erfolg geworden.

Ein ganz besonderes Dankeschön geht noch einmal an die vogtländischen Unternehmen, die die Aktion unterstützen. Seit Jahren ein zuverlässiger Partner für die Aktion ist das Möbelhaus Biller, das stets zur Stelle ist, wenn auf den Wunschzetteln dringend benötigte Möbelstücke stehen. Nicht nur schicke, sondern vor allem praktische Schreibtische und die passenden Stühle dazu stehen von nun an in den Kinderzimmern von vier Familien mit insgesamt 13 Kindern in Plauen, Oelsnitz, Bobenneukirchen und Klingenthal. "Wenn wir helfen können, tun wir das gern. Wenn ich höre, dass Schulkinder keinen richtigen Platz für Hausaufgaben haben, dann ist einfach Hilfe nötig. Es ist schon immer auch unserem Chef Rainer Biller eine echte Herzensangelegenheit, bedürftigen Menschen zu helfen und Kinder- und Jugendeinrichtungen zu unterstützen. Und unser Team ist auch gerne bereit, die gespendeten Möbelstücke nicht nur anzuliefern, sondern auch bei der Montage zu helfen", sagt Verkaufsleiterin Evelin Walter.

Große Dankbarkeit herrschte bei den über 60 Kindern aus 27 Familien vogtlandweit, die von der Plauener Müller-Drogerie reich mit Playmobil-Spielzeug beschenkt wurden. Filialleiterin Cornelia Prandi hat nicht nur mit ihren Mitarbeitern die Spielsachen ausgewählt, sondern auch selbst ein kleines Präsent für eine Familie gepackt. "Wenn es dafür strahlende Augen gibt, dann reicht uns das als Dankeschön", sagt sie. "Und bei der Aktion wissen wir, dass die Spenden auch gut ankommen und wir was Gutes tun können". Spielsachen stehen bei den Herzenswünschen der Kinder immer hoch im Kurs. Den Organisatoren der Hilfsaktion ist es wichtig, dass damit die ganze Familie spielen kann und es die Fantasie anregt. Das passiert natürlich auch beim Bücher lesen. Und deshalb gibt es einen großen Dank an den Sachsendruck Plauen, der eine Kiste mit Kinderbüchern packte. Für große Freude bei einem alleinerziehenden Vater mit drei Kindern aus Reichenbach und einer Familie mit ebenfalls drei Kindern in Auerbach sorgte der Freizeitpark Plohn. Mit den gesponserten Familientickets steht einem lange gewünschten Ausflug in den Freizeitpark nichts mehr im Wege.
Die Bäckerei Müller in Plauen und die Bäckermeister Jörg Schürer und Volker Wunderlich vom Stollenverband Sächsisches Vogtland halfen mit Stollen und Weihnachtsgebäck die Präsentkörbe für die Familien zu füllen. Beide tun das auch seit vielen Jahren. Tees und Süßes gab es wiederum vom Globus-Markt Weischlitz.

Was wäre die Aktion ohne ihre Mitstreiter. Ein großes Dankeschön geht an die fleißigen Helfer Laura Möbius, Lysanne Rödel und Christoph Geuder von der Diakonie Plauen/Oelsnitz, Franziska Mehlhorn und Franziska Jäckel von der AWO Vogtland sowie Jörg Brückner und seinen Wichteln der Jugendarbeit Stadt Plauen. Die meisten Helfer waren dieses Jahr zum ersten Mal bei der Aktion dabei, haben aber ihre Sache mit viel Engagement so prima gemacht wie die alten Hasen. Und auch die zahlreichen Sozialarbeiter und Vereinsmitglieder sollen nicht vergessen werden, denn immerhin haben sie in diesen nicht einfachen Corona-Zeiten alles möglich gemacht, um die Geschenke rechtzeitig zu den bedachten Familien zu bringen.

Zwar ist mit Weihnachten die Hilfsaktion für dieses Jahr abgeschlossen. Aber wir wollen auch hilfsbedürftige Vogtländer übers Jahr hinweg unterstützen, wenn dringende Hilfe erforderlich ist. Und deshalb werden wir das Spendenkonto weiterführen. Nach dem Kauf der Weihnachtsgeschenke ist noch ein "Notgroschen" übrig, um schnell zu helfen, wenn große Not herrscht. So haben wir es bereits in der Vergangenheit gehalten und werden es weiterhin tun. Keiner von uns ist davor gefeit in eine Notsituation zu geraten, sei es durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Oder denken wir an die Opfer von Haus- und Wohnungsbränden, wie es sie im Vogtland leider auch jährlich gibt. Auch sie werden aus Geldern der Hilfsaktion oftmals mit unterstützt.


Deshalb wird es auch im nächsten Jahr die Aktion "Hilfe für Nachbarn - Vogtländer helfen Vogtländern" geben, dann zum 21. Mal. Es gibt nichts Schöneres als leuchtende Kinderaugen. Aber auch die Tränen der Dankbarkeit bei Muttis, Vatis oder auch den älteren Mitmenschen berühren sehr. Jeder, der von Herzen gibt, kann selbst tiefe Freude empfinden. Danke an alle für die überaus große Herzensgüte und Nächstenliebe. M.T.