650 Jahre Markneukirchen und Tag der Vogtländer

Markneukirchen/Plauen - Die beiden kleinen Trachtenmädchen Linda Willer und Marie Schiller, Zweitklässler in der Grundschule Markneukirchen, laden mit ihrem Lächeln von Plakaten und Flyern zum Tag der Vogtländer in die Musikstadt ein.

 

Vom 4. bis zum 6. Juni feiert Markneukirchen 650. Stadtjubiläum. Und weil es die Markneukirchner gerne riesig mögen, setzen sie mit dem diesjährigen Tag der Vogtländer noch eins obendrauf. Erstmals an einem Sonntag findet am 6. Juni das Vogtlandfest mit einem riesigen Festumzug durch Markneukirchen statt. Im Jahre 1 des neuen Vogtlandkreises hatte der 1. Traditionsverein Markneukirchen/Berg 1996 erstmals alle vogtländischen Vereine, Kultur- und Heimatgruppen, Musikkapellen, Handwerker und andere zu einem gemeinsamen Fest eingeladen, um die Zwistigkeiten rings um die damalige Kreisreform zu vergessen. Nun ist Markneukirchen - und das ist ein Novum - zum zweiten Male Gastgeber für den Vogtlandtag. Musik ist Festthema "Wir sind gewappnet und freuen uns auf das Festwochenende. Natürlich hoffen wir auf viele Gäste aus dem Vogtland, aus Tschechien, Bayern und woher auch immer. Ich bin sehr dankbar, dass sich die Markneukirchner so engagiert in das Festgeschehen einbringen. Da kann nichts schief gehen", sagte Bürgermeister Andreas Jacob gestern bei einem Pressegespräch im Plauener Landratsamt.

"Wir danken den Markneukirchnern, dass sie uns eingeladen haben. Es ist wohltuend zu spüren, wie die Region zusammensteht und es auch versteht, gemeinsam zu feiern und somit vom Alltag zu entspannen", unterstrich Landrat Dr. Tassilo Lenk. "Als Verein können wir in dieser Dimension das Vogtlandfest nicht mehr gestalten und arbeiten nun in der Stadt mit", so Hermann Ratz vom Traditionsverein. Als Mitglied der Musikinstrumentenbauinnung verrät er auch schon mal, was die Handwerkerschaft, die seit 350 Jahren mit ihrer Instrumentenbaukunst weltweit begeistert, vorbereitet hat. "Der Festumzug wird riesig", sagte Ratz mit einem Schmunzeln. "Wir blicken auf 333 Jahre Geigenbau in Markneukirchen und haben deshalb eine 4,30 Meter große und bespielbare Geige und einen 5,11 langen Bogen dabei. Beides entspricht genau dem siebenfachen einer Standardausführung. Dabei ist auch eine doppelt große Tuba - mal sehen wer sie spielt -, eine Riesentriangel mit einer Schenkellänge von 70 Zentimeter und ein im Durchmesser einen Meter großes Riesentamburin, bespannt mit einem kompletten Kalbsfell", macht Ratz neugierig.

Riesig ist der Festumzug aber auch aus anderer Sicht: "Wir haben in diesem Jahr die unglaubliche Anzahl von 2265 Mitwirkenden. Allein 1000 kommen aus Markneukirchen. Dabei sind sehr viele Kinder aus den Einrichtungen. In dem 1,8 Kilometer langen Umzug werden 110 Bilder gezeigt. Allein 40 Bilder werden zur historische Entwicklung von Markneukirchen sowie von Vereinen und Einrichtungen der Stadt gestaltet. Die restlichen 70 Bilder kommen wie immer aus allen Teilen des Vogtlandes", ergänzt Gabriele Klug, bei der bereits seit Jahren im Landratsamt die Fäden für die Organisation des Tags der Vogtländer zusammenlaufen. Pendelbusse zum Umzug Der Festumzug wird am Sonntag, 6. Juni, 12.30 Uhr im Markneukirchner Gewerbegebiet gestartet und sich von der Klingenthaler Straße über die Straße des Friedens - Unterer Markt - Rathaus - Lutherplatz - Breite Straße Richtung Busbahnhof/ Musikhalle bewegen. "Wir haben uns für Sonntag entschieden, weil dann alle Geschäfte geschlossen und damit auch die Parkflächen vor den Einkaufszentren nutzbar sind. Dennoch ist es für Auswärtige ratsam, die ausgewiesenen Parkplätze zu nutzen. Von diesen fahren auch regelmäßig Pendelbusse", so Bürgermeister Jacob. Eintrittskarten für 5 Euro - Kinder zahlen nichts - können bereits in den Bussen erworben werden.

Nach dem Festumzug wird 14.30 Uhr auf der Großen Bühne am Roten Markt das Programm des "Vogtländischen Nachmittags" eröffnet. Gleichzeitig geht es auch auf den Bühnen am Mittleren Markt und an der Breiten Straße los. Nach dem Auftakt durch das Markneukirchner Stadtorchester auf der Hauptbühne Roter Markt dürfen dann Landrat und Bürgermeister sowie die Erbauer die Riesengeige anspielen. "Wie vor 333 Jahren, als von zwölf Handwerksmeistern die Geigenbauinnung in Markneukirchen gegründet wurde, haben sich auch jetzt zwölf Meister dem Geigenbaumeister Ekkard Seidel angeschlossen, um gemeinsam und ohne jegliche Vorlage das Rieseninstrument zu bauen", erklärt Rast. "Das Instrument wird später mit der Kopie des ersten Geigenzettels von 1677 und des neuen im Gerber-Haus zu sehen sein."

Auf drei Bühnen gibt es einen bunten Mix aus Folklore, Chorgesang, Schlagern, Show, Tanz und Akrobatik, Blas- und Schalmeienmusik. Neben den "Alten Hasen"wie den "Grünbachern", den Adorfer Carnevalisten, den vogtländischen Chören, Solisten und Musikkapellen, sind auch junge Nachwuchs-Sternchen im Programm. "Vieles haben wir nun schon verraten, doch haben wir auch noch einige Überraschungen für unsere Gäste parat", verspricht Bürgermeister Andreas Jacob. M. T.