63 Bewerber für 42 Mandate

Plauen - Nicht mehr lange, dann wird es wieder eng entlang der meist befahrenen Straßen Plauens und an den insgesamt 9000 Laternenmasten - wenn die Parteien und Wählervereinigungen ihre Spitzenkandidaten für den Plauener Stadtrat beim Volk bekannt machen wollen. Am 7. Juni hat der Bürger gleich zwei Stimmzettel zu "bearbeiten" - neben den künftigen Stadträten hat er auch über die Kandidaten für den Europarat zu befinden. Und wohnt er in einem der Ortsteile Plauens, steht auch noch die Wahl des neuen Ortschaftsrates an. Darüber informierte gestern der Vorsitzende des Plauener Wahlausschusses, Steffen Kretzschmar. Für Parteien und Wählervereinigungen, die bereits im Stadt- beziehungsweise Ortschaftsrat vertreten sind, bedarf es keiner Unterstützerunterschriften - ansonsten beträgt die Mindestzahl der vorzuweisenden Unterschriften 160. Geleistet werden können sie zu den Öffnungszeiten der Pass- und Meldebehörde. Die Frist endet am 23. April, 18 Uhr. Danach geht definitiv nichts mehr, macht Kretzschmar deutlich, der zugleich auf einige Neuerungen hinweist: Zum einen entfallen für Plauen die bisher sechs Wahlkreise, das heißt, auch die Stimmzettel werden einheitlich sein. Versehen mit den Namen aller 63 Bewerber werde das bisher übliche Format sicher nicht mehr ausreichen, glaubt der Wahlleiter. Doch den drücken zu Beginn der Wahlzeit noch ärgere Probleme. Dringend gesucht werden Wahlhelfer, vor allem Wahlvorstände und deren Stellverteter. Insgesamt werden 550 Helfer für die 64 Wahllokale sowie der fünf Briefwahlvorstände benötigt. Ein "Loch" in die Personaldecke geschlagen hat vor allem der Weggang vieler Mitarbeiter der Stadtverwaltung gen Landratsamt. Bisher eine "sichere Bank" für den Einsatz als Wahlvorstände. Kretzschmar bittet daher interessierte Bürger, Kontakt mit dem Bürgerbüro aufzunehmen. (Telefon 03741/2912222 oder 2911328 oder 2911128). Trotz Personalnot macht Kretzschmar deutlich, dass nicht jeder für diese veranwortungsvolle Aufgabe in Frage kommt - "wir werden auswählen". Vor ihrem Einsatz werden die Bewerber natürlich geschult und erhalten ausführliches Ino-Mateial. Hinsichtlich der Wahllokale, so Kretzschmar, habe sich wenig geändert - lediglich am Chrieschwitzer Hang kann das Wahllokal nicht mehr in der Zürnstraße sein Domizil haben. Erstmals ein Ortschaftsrat wird in Oberlosa gewählt. Welche Partei oder Wählervereinigung sich außer den "etablierten" noch um den Einzug in den Stadtrat bemüht, kann der Wahlleiter noch nicht deteilliert sagen; erst seit gestern können die Unterlagen abgefordert werden. Ihre Kreuzchen hinter die Bewerber für Kommunal- und Europaratswahl können übrigens exakt 57 332 Plauener Bürger machen - entscheidend ist die Frist des Zuzugs nach Plauen, die drei Monate beträgt. Hinsichtlich der Wahlplakatierung avisiert Kretzschmar "gut geprüfte Lösungen", die auch juristisch Bestand haben werden. Zum geht es um deren fristgemäße Beseitigung nach der Wahl, zum anderen darum, rechtsextreme Parteien von den viel frequentierten "Einflugschneisen" der Stadt möglichst fernzuhalten. tp