60 Konzerte liegen hinter dem Festivals Mitte Europa 2012

Die 21. Auflage des Festivals Mitte Europa ist Geschichte. Der Leiter des weit über die Region hinaus bekannten kulturellen Höhepunktes, Kammersänger Prof. Thomas Thomaschke, zieht im Gespräch mit Torsten Piontkowski ein erstes Fazit.

Die Auslastung aller Veranstaltungen lag bei etwa 90 Prozent. Genaue Besucherzahlen lassen sich noch nicht nennen, weil ja im September sozusagen unter dem Dach des Festivals auch noch eine Ausstellung mit fotografischen Arbeiten im tschechischen Usti eröffnet wird.

Fast durchweg ausverkaufte Spielstätten - andere Veranstalter dürften da recht neidisch werden...

Das mag vielleicht sein. Wir erreichen jedes Jahr die 90-Prozent-Marke. Und man muss ja auch sehen, dass viele Veranstaltungsräume nicht sehr groß sind.

Welches erste Fazit ziehen Sie hinsichtlich des am Sonntag beendeten 21. Festivals Mitte Europa?

Wir sind wieder sehr zufrieden, sowohl was die Besucherresonanz betrifft als auch die gebotenen künstlerischen Leistungen. Letztendlich konnten wir dem diesjährigen Motto, einem Ausspruch von Oscar Wilde gerecht werden: "Die Vorstellung ist wundervoll, aber noch wundervoller ist das Erlebnis." Wenn das Publikum stets aufs Neue der Meinung ist, das soeben beendete Festival sei der schönste Jahrgang gewesen, dann kann man eigentlich kein schöneres Lob bekommen. Lassen Sie mich einen Dank sagen an alle, die auf vielfältigste Weise zum Gelingen des diesjährigen Festivals beitrugen.

Welche Neuerung dieses Jahres hat sich aus Ihrer Sicht bewährt?

Nun, eine direkte Neuerung gab es ja dieses Jahr nicht. Wir haben Bewährtes fortgeführt, wie beispielsweise die Veranstaltungen in Industriebauten wie in der Treuener Werkhalle von Goldbeck. Es wurden auch einige neue Orte ins Programm aufgenommen. Beispielsweise war das Staunen vieler Leute groß über die wunderbare Peter-Paul-Kirche in Reichenbach, wo am Sonntag das Abschlusskonzert stattfand.

Würden Sie aus künstlerischer Sicht Höhepunkte nennen wollen?

Das ist immer schwer. Aber erwähnen möchte ich das Konzert der Preisträger bundesweiter Wettbewerbe - das schlug auch beim jungen Publikum wie eine Bombe ein. Für viel Aufsehen sorgten aucd die "Red Priest", die Roten Priester aus London. Sie spielten an einem Tag in Treuen, am nächsten Tag im 350 Kilometer entfernten Osek - und nicht wenige Menschen waren von der Barockmusik so angetan, dass sie den Künstlern hinterher reisten. Das bestätigt, dass unsere Konzeption wohl richtig ist: Kunst, Raum und den Künstler mit seinem Instrument zusammenzubringen. Die Leute nehmen das mittlerweile als selbstverständlich und das ist ja auch eine Art der Anerkennung. Es war beispielsweise dafür gesorgt, dass auch die Besucher der Peter-Paul-Kirche bis in die hintersten Reihen besten Blick hatten.

Wann beginnt die Vorbereitung des nächsten Festivals?

Zunächst müssen wir die Abrechnung hinbekommen, dann folgt die Erstellung des Finanzplanes in der Hoffnung auf weitere Fördermittel was immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist. Im Oktober beginnt die Grobplanung, ab Januar der Feinschliff und auch nächstes Jahr möchten wir Anfang März das neue Programm präsentieren.