5000 Euro zu wenig für Plauener Fan-Projekt

In der jüngsten Beratung des Sozialausschusses wurde nun gefordert, dem Team um Sozialarbeiter Volker Herold eine Zukunft zu geben.

 

"Ich denke die zum Arbeiten notwendige Summe als Anteil der Drittelfinanzierung sollte vom Landkreis kommen", forderte Stadtrat Harald Seidel (SPD). Bürgermeister Uwe Täschner informierte den Ausschuss über die Aktivität der Stadt. "Wir haben dem zuständigen Sächsischen Staatsministerium einen Brief geschrieben, in dem wir um eine Weiterführung des auslaufenden Bundesprogramms ?Vielfalt tut gut? bitten."

 

Aus dem Bundesprogramm erhielt das vogtländische Fanprojekt ein Drittel (der Gesamtsumme von 60 000 Euro), ein Drittel bezahlte der Deutsche Fußballbund (DFB) und das kommunale Drittel lieferte die Stadt Plauen, die nach dem Verlust der Kreisfreiheit nicht mehr in der Pflicht steht. Dafür steht aber nun der Landkreis in der Pflicht, der allerdings nur 5000 Euro anbot (und Plauen freiwillig 5000 Euro nachschob). Das bedeute, dass weitere Fördergeldgeber wie DFB und Freistaat auch 5000 Euro bis 10 000 Euro geben würden. Volker Herold dazu gegenüber dem Vogtland-Anzeiger: "Das ist zu wenig für ein Projekt, dass davon ein Jahr Fans aus einer Region mit zwei höherklassigen Mannschaften betreuen soll."

"Es scheint, als ob man im Kreis denkt, das Fanprojekt sei eines des Plauener VFC, aber das stimmt ja nicht. Die Fans kommen aus dem ganzen Vogtland und stehen für Auerbach und für Plauen. Es sind Vogtländer", gab Täschner zu bedenken. "Sollte man also neben Plauen auch Auerbach oder Oelsnitz oder andere Orte zur Kasse bitten, nur weil Fans dort beheimatet sind?" so Täschner fragend.

Stadtrat Seidel pflichtete in der Diskussion bei, dass die Sozialarbeit wichtig sei und vom Landkreis unterstützt werden müsse. Der DFB hat dies ebenso eingeschätzt. "Dass die finanzielle Absicherung notwendig ist, zeigen gerade die aktuellen Entwicklungen im Vogtlandkreis. Nicht nur an den Regional- und Oberligaspieltagen kommt es zu Störungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen meist jugendlicher Fans - die Konfrontationen zwischen den Fußballfans haben sich zunehmend in den Alltag verlagert", beschreibt die Koordinationsstelle des DFB für Fanprojekte.

 

Schauplätze der Auseinandersetzungen seien zunehmend Schulen, Diskotheken und öffentliche Plätze. Die regionale Nähe zu den anderen Fanszenen in Aue und Zwickau verstärkt diesen Trend auch im Vogtland. Gerade weil derzeit vor Ort ein Generationswechsel in der Ultraszene - also den besonders aktiven Fans - stattfindet, sei eine Intensivierung der präventiven Arbeit mit den jungen Menschen unbedingt notwendig und sinnvoll.  fb