50-Kilo-Bombe in Plauen gefunden: Teile der Innenstadt evakuiert

4000 Plauener mussten gestern Abend ihre Häuser wegen eines Bombenfundes am Fuße der Schlossbergterrassen verlassen. Die Zentnerbombe amerikanischer Bauart lag in Nachbarschaft des Luftschutzmuseums.

Plauen - Bei Bauarbeiten im Stadtzentrum von Plauen ist gestern gegen 14.30 Uhr   eine 50-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Gebäude im Umkreis von 500 Metern wurden ab 19 Uhr evakuiert, darunter Wohnhäuser, aber auch Rathaus und Landratsamt, das Theater, die Stadt-Galerie, das Stadtbad, das Vogtlandkonservatorium und das Dormero-Hotel, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Die Geschäfte wurden aufgerufen, eher zu schließen. 
 Insgesamt mussten um die 4000 Menschen ihr Zuhause oder ihre Büros verlassen. Für wie lange, ist noch unklar. Die Betroffenen wurden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Sicherheitsdienstes informiert, nachdem sich die Evakuierungsteams gebildet hatten. Das betroffene Gelände an den Schlossterrassen wurde sofort abgesperrt und auch der Straßenbahnverkehr in Richtung Südvorstadt, Reusa und Chrieschwitzer Hang eingestellt. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes stellten bei der Untersuchung fest, dass die Munition amerikanischer Bauart einen Zünder hat und vor Ort entschärft werden muss. Erst nach der Evakuierung konnte mit der Entschärfung der Bombe durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst begonnen werden. Die Plauener, die ihre Wohnungen verlassen mussten, wurden in der Festhalle betreut. 
Die Industriestadt Plauen war im Zweiten Weltkrieg bis zum 10. April 1945 gleich 14 Mal das Ziel von Luftangriffen britischer und amerikanischer Bombern. Erst Ende August 2018 war eine 250-Kilogramm-Bombe in einem Waldstück gefunden und entschärft worden. Anfang Juni hatte eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe einen Großeinsatz mit Evakuierungen ausgelöst.