49 Künstler zeigen im Malzhaus über 100 Werke

"Fliegender Wechsel", seit vergangenen Mittwoch in der Galerie des Malzhauses Plauen, seit 2006 die dritte Folge dieser Biennale unter diesem Leitwort, die 10. Werkschau des Kunstvereins Plauen-Vogtland überhaupt, 49 beteiligte Künstler sind vertreten mit über 100 Werken.

Ein Leistungs-Marathon steht allen Beteiligten des Vereins bevor, liegen doch zwischen den Eröffnungen der insgesamt sechs Präsentationen in der Regel nur eine Woche, an ungewohnten Tagen und zu ungewohnten Uhrzeiten, was der Tatsache geschuldet ist, dass im Malzhaus in Zukunft mehr Kino gespielt wird. Schon die Eröffnungsexposition bietet eine enorme Vielfalt an Ideen.

Siegfried Bachmann ist wieder vertreten mit seinen gefälligen Aquarellen und Ölbildern, mit Einblicken in die Welt, wie er sie sieht. Manfred Feiler, der Grand Seigneur der Malerei, zeigt sein bevorzugtes Sujet, Landschaften in unterschiedlichen Jahreszeiten, unter anderen ein Winterbild, dessen Luft und Schnee klirrende Kälte suggerieren. Auch ist seine uneingeschränkte Meisterschaft im Abstrakten in unbeschreiblicher Expressivität und Farbenfülle zu sehen. Christina Graulichs kleinformatige Einblicke in Häuser- und Gebäudekomplexe bieten fast fotografisch genaue Details, Blumengebinde und besonders "Galaxie" zeigen ihre Perfektion.

Ein reizvoll spannendes Experiment ist von Dr. Peter Gregori zu sehen. Außer abstrakten Kompositionen in Aquarell, zeigt er ein Kirchengebäude in sechs unterschiedlichen Darstellungsarten, vom Kunstwerk in Öl, über die Zeichnung, bis hin zur aquarellierten Ansicht und nahe an die völlige Abstraktion, sozusagen ein Thema mit Variationen. Petra Hofmann präsentiert sich, neben Blumenbuketts in überbordendem Farbspiel, mit wundersamen, mystischen Sonnenuntergängen in Gouache-Malerei. Allgewaltige Farbigkeit zeigen die Öl-Darstellungen von Siegfried Sachs in seinen Motiven, die er auf Reisen gesammelt hat.

Mit einem absoluten Novum überzeugt Bernd Hieke. Drei großformatige Blütendarstellungen in Öl, in einer Farbigkeit, wie sie phantasie, -geschmack- und wirkungsvoller nicht sein kann. Magisch zieht diese Pracht die Blicke auf sich. Schaut man weiter, findet man in vielen Lithographien, seinem eigentlichen Metier, seine ungebremste Liebe zur geflügelten Natur, die er mit unglaublichem Witz und Humor in Szene setzt.

Eine weitere Besonderheit stammt von seiner kleinen Enkelin Carla, eine Burg zum Wohnen aus kindlicher Hand, Kunst, wie sie entsteht und vielleicht wachsen wird. Die dritte bemerkenswerte Finesse seiner Präsentation ist ein Gemälde im Stille des von ihm verehrten Ornithologen Johann Friedrich Naumann, das er als Reminiszenz in Verbindung mit einem hochinteressanten Text aus dessen Buch von 1820 zeigt und mit kurzen Worten beschreibt.

Den Reigen beschließt Hannelore Kneisel mit viel Fantasie, Farbigkeit und Humor von ihren Visionen in Blei und Aquarell. Manuela König-Schilbach und Peter Hochel begrüßten die zahlreichen Gäste, stellten die Künstler vor und die Band "Futur" vom Vogtlandkonservatorium umrahmten die Eröffnung mit gekonnt gespielter, gleichwohl für diesen Raum viel zu großem Klangvolumen ausgestatteter Musik. is