38-Jähriger in Plauen krankenhausreif geprügelt

Plauen - 18 Anzeigen wegen Körperverletzung nahmen die Beamten der Polizeidirektion Südwestsachsen in der Silvesternacht auf. Ebensoviele Personen, so geht aus dem Polizeibericht des Neujahrstages hervor, seien dabei zu Schaden gekommen.

 

Während in 17 Fällen eine ambulante Behandlung genügte und die Opfer danach wieder nach Hause durften, erwischte es einen Mann in Plauen besonders hart. Er musste stationär ins Helios Vogtlandklinikum aufgenommen werden, wo er noch immer behandelt wird.

Zu einer wüsten Schlägerei zwischen Nachbarn kam es in diesem Mehrfamilienhaus am Unteren Bahnhof. Vorausgegangen war die Bitte des 38-jährigen Opfers an eine Mietpartei, das lautstarke Böllern im Hausflur zu unterlassen.

 

Die Antwort erfolgte umgehend. Eine 20-Jährige und ein 21-Jähriger schlugen auf den Hausmitbewohner ein. Augenzeugen zufolge soll die Frau dem bereits schwer verletzt am Boden Liegenden weiter mit Schuhen ins Gesicht getreten haben. Der Geschädigte verlor bei der brutalen Auseinandersetzung nicht nur viel Blut, sondern erlitt auch zahlreiche Gesichtsfrakturen und eine Gehirnerschütterung. Auch die Oberlippe musste genäht werden. Polizeisprecher Jan Meinel von der Polizeidirektion Südwestsachsen bestätigt den Vorfall im Wesentlichen. Allerdings habe es sich bei den zu Hilfe gerufenen Beamten nicht um ein Sondereinsatzkommando gehandelt, sondern lediglich reguläre Polizisten im Einsatzanzug. "Die sehen da für Außenstehende wahrscheinlich etwas martialisch aus", fügt er an. Gegen die beiden Täter werde derzeit ermittelt, so Meinel. Tatsache sei wohl, dass die beiden während der kurz nach Mitternacht erfolgten Auseinandersetzung stark alkoholisiert gewesen seien. Das Opfer, der vor kurzem Vater gewordene Uwe B., konnte aufgrund seiner Verletzungen noch nicht vernommen werden. Das Neugeborene befand sich während des Böllergetöses übrigens eine Etage über den Räumlichkeiten der Schlägerei.

 

Meinel avisiert für die nächsten Tage weitere Zeugenbefragungen. Was sicher nicht einfach sei, da in der Silvesternacht womöglich auch Zeugen unter Alkoholeinfluss standen und sich nur lückenhaft erinnern können. Ob noch andere Delikte zur Sprache kommen, will der Sprecher weder bestätigen noch dementieren. "Wir grasen alles ab." Zeugen zufolge soll das Opfer von den Schlägern gezwungen worden sein zu sagen: "Alle Ausländer sind Scheiße". Erst dann habe man von ihm abgelassen. Ob dies zutrifft, wie auch die Behauptung, der 21-jährige Täter sei bereits einschlägig vorbestraft, wird die Polizei nun zu klären haben. Nach einer etwa zweistündigen ersten Vernehmung vor Ort, waren die beiden in der Silvesternach wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Für ihr Opfer begann das neue Jahr freilich alles andere als friedvoll. fb/red