32 werfen Hut in den Ring

Neudeutsch würde man sagen, der bisherige Fraktions-Chef der CDU im Stadtrat hatte einen respektablen Lauf. Am Freitag nominierten die Christdemokraten ihre Kandidaten für den künftigen Stadtrat und Jörg Schmidt wird wohl auch nach dem 26. Mai deren Chef sein.

Von Torsten Piontkowski

Plauen - Nur drei Kandidaten schafften es, am Freitagabend im Hotel Alexandra ohne Gegenstimmen von den 42 Anwesenden nominiert zu werden: Jörg Schmidt, Thomas Salzmann und Wolf-Rüdiger Ruppin, Letzterer in Personalunion auch Ortsvorsteher in Großfriesen. 
Ob ihn das Ergebnis mit Stolz erfülle? Jörg Schmidt stutzt einen Augenblick, dann sagt er: "Bitte schreiben Sie auf keinen Fall, dass es mich stolz macht. Es sorgt viel mehr für Demut. Ich bin dankbar und glücklich, weil das Wahlergebnis ein stückweit ein Feedback der geleisteten Arbeit ist." In der Tat ist Schmidt als harter "Arbeiter" bekannt, der seine und die Vorstellungen der Fraktion meist sachlich, auch emotional vorträgt und dabei nur selten zum verbalen Degen greift. "Politik ist mein Ding, ich will etwas bewegen", sagt er am Rande der Nominierungsveranstaltung. Und dass es ihn stört, wenn manche Politiker so abgehoben sind. Es gehe aber auch anders - menschlich, bodenständig, fügt er an. 
32 Kandidaten nominierte die CDU für den nächsten Stadtrat, mit 16 ist sie gegenwärtig vertreten. "Das ist ambitioniert, aber wir haben es geschafft", sagt der Fraktions-Chef und ergänzt, dass auch Nichtmitglieder nominiert wurden. Etwa ein Drittel stamme aus der Bürgerschaft. Er freue sich, dass auch sie bereit seien, die Stadtpolitik für die nächsten Jahre mitzutragen.
Es seien paar Leute auf der Liste, die man nicht unbedingt bei der CDU verorten würde, ist auch Pressesprecher Ingo Eckardt überzeugt und nennt beispielsweise Andre Schäfer, als Chef des BMX-Parkes vor allem bei Jugendlichen eine "Nummer". Oder Stephan Uhlig vom Gentlemans Store. "Wilde Typen, über die wir uns freuen. Wir haben ihnen gesagt, dass es nicht in erster Linie um Ideologie gehe, sondern um die Interessen der Stadt. Und damit können sie leben", so Eckardt. 
Ebenfalls mehr oder weniger überraschend auf der Nominierungsliste auf Platz 8: Alexandra Glied, quasi die Hausherrin der Wahlveranstaltung am Freitag. Glied sitzt bislang für die Initiative Plauen in einer gemeinsamen Fraktion mit der FDP. Allerdings "rumpelt" es bei der "Initiative" hinter den Kulissen, so dass, so die offizielle Lesart, Alexandra Glied und die CDU aufeinander zugingen und festellten, dass die Chemie zu stimmen scheint.
Fünf bisherige Stadtratsmitglieder der Partei kandidieren übrigens aus verschiedenen Gründen nicht mehr: der langjährige Fraktionsvorsitzende und Stadtrat der ersten Stunde, Hansjoachim Weiß, will sich künftig auf seine Aufgaben als Kreisrat konzentrieren. Hansgünter Fleischer, Jahrgang 1941 und Abgeordneter seit fast vier Jahrzehnten, möchte es künftig ruhiger angehen lassen und Ralf Bräunel hat beruflich jede Menge "um die Ohren". 
Annekathrin Schicker hat sich soeben neuen beruflichen Herausforderungen gestellt und ähnlich verhält es sich mit Xenia Börner, die in Ingolstadt studiert und es sich nicht nehmen ließ, von dort aus per Skype an Versammlungen teilzunehmen. Frau Börner verabschiedete sich in emotionalen Worten von ihren bisherigen Kollegen bereits auf Facebook.
Am gleichen Abend wurden auch noch die Kandidaten für die Plauener Ortschaftsräte gewählt. Eigenen Angaben zufolge hat die CDU in Plauen derzeit rund 150 Mitglieder.