318 Steuerprüfungen 2012

Steuern an das Finanzamt zu zahlen gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Der prominente Fall von Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigt dies eindrucksvoll. Selbstanzeigen von Steuersündern gibt es vermutlich auch in Plauen. Das Finanzamt veröffentlicht jedoch keine genauen Zahlen.

Plauen - Die Fallzahlen seien zu gering und können nur für den gesamten Freistaat genannt werden, teilt Dr. Daniela Dylakiewicz von der sächsischen Finanzbehörde in Dresden dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage mit. Demnach gab es im vergangenen Jahr im Freistaat 141 Selbstanzeigen im Zusammenhang mit unversteuerten Geldern, die sich auf Konten in der Schweiz befunden haben.

Die Mitarbeiter des Finanzamtes Plauen gehen Steuersündern nicht nach. "Wir haben keine Steuerfahnder hier im Haus", sagt Finanzamtsvorsteher Werner Goller. An sich spiele das Thema in Plauen keine allzu große Rolle. Bei den Personen, die durch die Medien gehen, handele es sich um erhebliche Beträge, so Goller. Für die Steuerfahndung in der Stadt und im Land sind Gollers Kollegen beim Finanzamt Chemnitz-Süd verantwortlich. Die Behörde in Plauen gehört zu weiteren elf Ämtern, die von Chemnitz-Süd aus betreut werden. "Insgesamt sind in der Steuerfahndungsstelle aktuell 40 Fahndungsprüfer tätig", sagt Dylakiewicz.

Zu möglichen Fahndungserfolgen im Vogtland könne keine direkte Auskunft gegeben werden. Gesagt werden kann aber, dass es in Westsachsen im vergangenen Jahr 318 Steuerprüfungen gab, so die Behördensprecherin. Die Prüfer konnten damit einen Steuerschaden in der Region von etwa 17 Millionen Euro 2012 aufdecken. Ihre Hinweise auf vermeintliche Steuersünder erhalten die Ermittler in erster Linie aus den eigenen Reihen zum Beispiel durch eine Betriebsprüfung. Oft gebe es aber auch Mitteilungen von Polizei, der Staatsanwaltschaft sowie Gerichten. Anonyme oder namentliche Anzeigen sind ebenfalls darunter.

"Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat", sagt Daniela Dylakiewicz. Wer seine Steuern nicht ordnungsgemäß zahle, schädige die Allgemeinheit. Ohne Steuern könne der Staat seine vielfältigen Aufgaben nicht erfüllen. "Fast jeder kennt die Steuerverwaltung, aber beliebt ist sie bei den wenigsten."

Der Finanzbehörde sei es darum auch besonders wichtig, eine höhere Akzeptanz und mehr Verständnis für die Arbeit zu schaffen, heißt es. Die Schlagzeilen in den Medien würden helfen, das Bewusstsein unter den Menschen zum Thema Steuerhinterziehung zu verbessern, so Daniela Dylakiewicz.