30-Jährige neue Försterin im Revier

Über 3420 Hektar Wald sind der neue Arbeitsplatz für Emilie Merkel. Die 30-Jährige ist seit Jahresanfang Revierförsterin im Privat- und Körperschaftswald Mehltheuer und löst damit ihren Vorgänger Peter Jentzsch ab. Der geht nach 22 Jahren in Ruhestand.

Plauen/Mehltheuer - Nein, mit der Bundeskanzlerin sei sie nicht verwandt, sagt die junge Revierförsterin und gibt lachend zu: "Manchmal wird allerdings wegen des gleichen Nachnamens schon mal ein Spaß gemacht." Das derzeit milde Frühlingswetter kommt der "Neuen" entgegen, erlaubt es ihr doch ohne Wetter- Unbill, ihr Revier in diesen Tagen genau kennen zu lernen. Das reicht von den Plauener Ortsteilen Jößnitz, Röttis, Kauschwitz, Steinsdorf, Zwoschwitz, Neundorf, Straßberg, Thiergarten, Meßbach, Unterlosa und Reinsdorf bis nach Pausa-Mühltroff und in die Gemeinden Rosenbach, Reuth und Weischlitz. In Zahlen ausgedrückt sind das 3363 Hektar Privat- und 65 Hektar Kommunalwald.

In erster Linie berät und betreut die Försterin über 1100 Waldbesitzer - den einen mehr, den anderen weniger. Je nach Wunsch des Waldbesitzers. Mancher Waldeigentümer hat die Hege und Pflege einem selbst gewählten Förster übergeben oder bewirtschaftet den Wald allein, andere legen die Beförsterung ganz in die Hände von Emilie Merkel. So berät die Revierförsterin zu Fragen des Baumbestandes, zu Holzernte und -verkauf, bietet Motorsägenkurse und andere Lehrgänge an, wirft ein Auge auf eventuelle Schädlinge, wie den Borkenkäfer, stellt auf ihren Streifzügen durch die Wälder sicher, dass durch Unwetter oder Schneebruch umgefallene Bäume nicht zur Gefahr werden.

In diesen Tagen hat sich die junge Diplom-Forstwirtin schon den Bürgermeistern in Pausa-Mühltroff vorgestellt und erste Absprachen getroffen. "Mein Interesse ist es, dass es den Kommunen gut geht, sie einen guten Holzertrag erzielen. Sachsenforst und Waldbesitzer ziehen da an einem Strang." "Ich wollte einfach nicht im Büro sitzen", erklärt Emilie Merkel, wie es dazu kam, dass sie nun Försterin ist. Geboren wurde sie im erzgebirgischen Stollberg, zog aber später mit ihren Eltern nahe Koblenz an den Rhein. Nach der Schulzeit studierte sie an der Fachhochschule Rottenburg in Baden-Württemberg Forstwirtschaft, um danach wieder nach Sachsen zurück zu kehren. Beworben hatte sich die frisch gebackene Försterin beim Staatsbetrieb Sachsenforst, für den sie in ihrer Ausbildung zum gehobenen Forstdienst verschiedene Reviere kennenlernte - und freilich auch Schreibtischarbeit in der Lohnbuchhaltung leistete und dem Sachgebiet Kompensationsausgleich am Sachsenforst - Sitz in Pirna.

Nach einiger Zeit Innendienst sagte sich Emilie Merkel: "Nun möchte ich auch mal Förster sein!" und hatte Glück: Im Forstbezirk Plauen, Revier Mehltheuer, war eine Stelle zu besetzen. Ihren privaten Lebensmittelpunkt hat die Försterin in Auerbach, ihr Schreibtisch steht im Plauener Behördenzentrum in der Europaratstraße - doch einen Großteil der Zeit wird sie in freier Natur in den Wäldern rund um Plauen verbringen. Auch wenn der Löwenanteil ihrer Arbeit auf Organisation entfällt, habe sie auch schon Bäume umgesägt und wisse sich zu helfen, wenn das Auto im Schlamm stecken bleibt. In der Freizeit liebt Emilie Merkel das Wandern - und im Winter das Skilaufen in der Loipe. Nur dazu fehlt bislang noch der Schnee.