240-Kilo-Mann aus Fenster gehievt

Feuerwehrkameraden aus Mühltroff und Schleiz haben einen 240 Kilo schweren Mann aus dem Fenster einer Wohnung im Mühltroffer Schloss per Drehleiter gehievt. Ein medizinischer Einsatz, den es in der Region so noch nie gab.

Mühltroff/Schleiz - "So einen Einsatz hatten wir noch nie", sagt Ronny Schuberth, Stadtbrandmeister von Schleiz. Es war Sonntagnacht, als wohl die Ehefrau des Mittvierzigers den Notarzt rief.

Schon sehr bald muss dem Notarzt-Team klar gewesen sein, dass es ihnen nicht gelingt, den schwergewichtigen Patienten per herkömmlicher Krankentrage aus dem im ersten Stock befindlichen Wohnung zu bringen. Die Mühltroffer Feuerwehr wurde gerufen. Und diese rief wiederum ihre Kollegen aus Schleiz. Denn nur sie verfügen über eine Drehleiter, die extrem schwere Lasten transportieren kann.

"Ähnlich wie im Rettungsdienst, sind die Möglichkeiten herkömmlicher Rettungstechnik der Feuerwehr begrenzt. Krankentragen oder auch die Lagerungen der Drehleiter sind zwar schon für hohe Lasten ausgelegt, doch auch hier müssen Grenzwerte eingehalten werden. In einer gemeinsamen Aktion konnten die Einsatzkräfte aus Mühltroff und Schleiz dem Patienten trotzdem schnell helfen", sagt Ronny Schuberth dem Vogtland-Anzeiger.

Dazu habe man den Rettungskorb der Drehleiter abmontiert und mit Hilfe von speziellen Rundschlingen, Schäkeln und einer Schleifkorbtrage die Drehleiter in einen Spezialkran umgebaut. An der Leiterspitze können nach Demontage des Korbes Lasten bis zu 400 Kilogramm befestigt werden, am untersten Leiterteil sogar bis zu 4 Tonnen.

In der Steuerung verfügt die Leiter über eine "Kranfunktion", die aber auf Grund der örtlichen Gegebenheiten nicht eingesetzt werden konnte. Per Schleifkorbtrage sei der Patient, der bei Bewusstsein war, jedoch per Sauerstoff beatmet wurde, behutsam aus dem Fenster gehoben worden.

"Diese einmalige Aktion verlief reibungslos und der Patient konnte dann mittels Schwerlast- Krankenwagen ins Klinikum nach Gera geschafft werden. Wir hoffen nun, dass es dem Patienten schnellstmöglich wieder gut geht und danken allen für die gute Zusammenarbeit", berichtet Schuberth weiter.

"Wir hatten Glück, dass wir vor dem Schloss so viel Platz hatten für den Einsatz", sagt auch Michael Voigt von der Mühltroffer Feuerwehr im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. Auch er lobt das prima Zusammenspiel mit den Rettungskräften und den Kollegen aus Thüringen. "Das war ein schönes Arbeiten. So einen Einsatz hatten wir noch nie."