23. Bockbierfest der Sternquell Brauerei Plauen

Das 23. Bockbierfest der Sternquell Brauerei Plauen führte am Samstagabend an die 1000 Besucher in die Festhalle. "Wo ein Bock zur Heimat gehört" war das diesjährige Motto. Die Feier wurde eine beschwingte Party mit stark Gebrautem, zünftigen Speisen und ausgiebigem Schwelgen in Erinnerungen, waren doch auch 100 Senioren der Brauerei zu Gast.

Plauen - "Jetzt müssen mir aber mal los und den Tanz eröffnen", mahnte Dagmar Sachse ihren Mann beim Interview und schnappte sich ihren Gatten, den Chef der Sternquell-Brauerei Jörg Sachse, auf dass das Parkett für die schon ungeduldig auf den Schwof wartenden Paare frei gegeben werden konnte. "Die Leit' wolln tanzen und nicht so viel Programm", mahnte sanft der Brauereichef. Die Combo Prinzenberger spielte einen Tusch und los ging die Musik. Die Sachses zeigten sich tanzfreudig und alle anderen Pärchen auch, fortan blieb bis in die späten Abendstunden die Fläche des Saales nicht mehr frei.

Zuvor war das erste Fass in die Halle gerollt - festgezurrt auf dem Heck einer kultigen BMW isetta. Spitzenprinzessin Rika Maetzig stieg aus dem Gefährt und schaffte es mit gerade mal drei Schlägen, den Hahn ins Fass zu treiben. Dann zogen Pink-Models um Ex-Spitzenprinzessin Katja Balzer-Jähn die Blicke auf sich. Tanzend präsentierten sie auf der Bühne bezaubernde Mode mit Plauener Spitze. Silvio Bröckel erhielt als Gambrinus einen "Schimmel", das traditionelle kupferne Trinkgefäß zum Verkosten unfiltrierten Biers, und verkündete den Trinkspruch des Abends: "Du fühlst dich wie ein Götterkind, wenn dir Sternquell-Bockbier durch die Kehle rinnt!".

"Es ist einfach wieder schön, die Festhalle ist ausverkauft, das Bier schmeckt und wir dürfen auch zahlreiche ehemalige Sternquell-Mitarbeiter, unsere jetzigen Ruheständler, begrüßen", meinte Jörg Sachse vor dem Tanz. Einer von ihnen, Siegfried Blechschmidt, zeigte sich sehr erfreut über das "Nicht vergessen werden seiner alten Firma". "Ich muss sagen, die Sternqueller denken immer an uns Alte. Es herrschte ja schon früher eine große Kameradschaft, und der Sachse, der passt", sagte der 87-Jährige. Der Plauener öffnete auf Nachfrage sogleich sein persönliches Album, war er doch an diesem Abend der älteste der Brauer aus Plauen.

"Ich bin 1940 als 13-Jähriger in die Lehre gegangen als Brauer, obwohl ich eigentlich Autoschlosser werden wollte. Nach der Lehre musste ich noch in den Kriegsdienst und dann war ich ein Jahr in Kriegsgefangenschaft. Ja, so war das. Doch von 1946 bis 1948 haben wir in Plauen unsere Brauerei wieder aufgebaut. 51 Jahre war ich dabei", berichtete das Sternquell-Urgestein. Und nebenbei zählte er seine Betriebsstationen bis zur Rente auf. Flaschenkellermeister, Bierkutscher und zuguterletzt Chef der Autowerkstatt der Brauerei. "So erfüllte sich mein Jugendberufswunsch im Alter also doch noch", meint der Senior lächelnd.

Den ganzen Abend herrschte geselliges Treiben im Saal, an den Tafeln war kein Platz mehr frei. Schöne Frauen zeigten sich - fast so wie in München - mit offenherzigen Trachten und schönen Kleidern. Auch die Spitzenprinzessin war zu Gast und schrieb eifrig Autogramme. Die jungen und reiferen Männer trugen ihre Kleidung etwas schlichter und zurückhaltender. Die Dutzenden Bedienungen von Partymeister Wolfgang Schoberth schafften unentwegt Getränke - vor allem das Bockbier - zu den Gästen und passend zum Trinken wurde vom Bierkutscherbrett mit Käse, Schinken und Brot auch Sternquell-Biergulasch, Flugente, Bauernbrot mit Mett oder Gewürzbraten für den Hunger geboten.

An der Bar wurde Drink auf Drink gemixt und so manches Gläschen Sekt genossen. Auch der wieder gewählte CDU-Bundestagstagsabgeordnete Robert Hochbaum und Gattin Mandy waren zu Gast, freuten sich über die Atmosphäre. "Ich dachte, es wird in Berlin jetzt ein bisschen ruhiger, aber nein, es bleibt eine umfangreiche Arbeit. Da ist es gut, wenn man daheim mal entspannen kann", sagte Hochbaum. Sagte es, schnappte sich seine Frau und mischte sich unters Volk, das zu den lautstarken (etwas sehr lauten), Klängen der Prinzenberger bis in den frühen Morgen tanzte und feierte.

Den Gästen gefiel die Party und es wurde schon auf das nächste Fest und die künftig gebrauten Biere angestoßen. Ob es nach dem Hit der Bierbrause wieder etwas Neues geben wird 2014? Die Frage ging auch an Jörg Sachse, der kurz zögerte, um dann lächelnd zu sagen: "Dazu äußere ich mich nicht." Die Sternquellfreunde dürfen gespannt sein.