2000 Besucher bei Ausbildungsbörse in Plauen

Mit 2000 Besuchern verzeichnete die 2. Ausbildungsbörse in der Plauener Festhalle doppelt so viele Interessenten als im Vorjahr.

 

"Ich bin gut weil,...", stand auf einer großen Tafel im Foyer der Plauener Festhalle. Darunter Sätze wie: "...ich viel reden kann, ich immer gut drauf bin, ich gut mit Menschen umgehen kann." Diese und andere Aktionen zur 2. Großen Ausbildungsbörse sollten jungen Menschen ihre Stärken und Fähigkeiten aufzeigen.

Etwa 2000 Besucher, also die doppelte Anzahl gegenüber des Vorjahres, konnte die Börse in diesem Jahr zählen. Dabei wuchs nicht nur die Zahl der Interessenten, sondern auch rund 30 weitere Unternehmen als 2009 stellten sich vor. Bei 89 Firmen an insgesamt 84 Ständen konnten sich die jetzigen Schülerinnen und Schüler informieren und vorstellen. "Alle Ausbilder kommen aus dem Vogtland, dabei haben wir uns auf betriebliche Ausbildung konzentriert", sagt Silke Steinkampf von der Agentur für Arbeit, die auch diesmal wieder als Veranstalter fungierte.

Anne-Kathrin Kanis besucht die Kemmlerschule und möchte später einmal Sozialpädgogik studieren. Mit ihren Eltern besuchte sie gestern die Börse und sammelte dabei jede Menge Informationen. "Schon seit der fünften Klasse habe ich diesen Berufswunsch, weil ich gerne mit Menschen zu tun habe und deshalb auch in diesem Bereich arbeiten möchte. Der Besuch heute hat mir auf jeden Fall etwas gebracht. Ich weiß jetzt, wo ich studieren kann und welche Alternativen ich noch habe. Deshalb habe ich mich auch im Bereich Softwareentwicklung informiert. Trotzdem möchte ich meinen Traum verfolgen", sagt die Neuntklässlerin.

So sicher wie Anne-Kathrin sind sich jedoch die wenigsten Jugendlichen. Viele wissen noch bis kurz vor ihrem Abschluss nicht, welchen Weg sie in Zukunft gehen wollen. "Das war schon immer so und wird wohl auch immer so sein. Das ist eine Frage des Alters", bestätigt Berufsberater Uwe Buchner. "In der 8., 9. und 10. Klasse besuchen wir die Schulen und klären über die Möglichkeiten auf - Wohin sich die Schüler wenden können, wer Ansprechpartner ist und welche Möglichkeiten das Internet bietet.

 

Danach steht es jedem frei, sich selbst im Berufsinformationszentrum umzuschauen und Anregungen zu holen." Auffällig besonders in diesem Jahr, dass Ausbildungsbetriebe ihre Ansprüche an Schulabschlüsse deutlich nach unten geschraubt haben. Wo vor ein paar Jahren noch Abitur gefordert war, kann man sich heute schon mit Hauptschulabschluss bewerben. "Durch den demografischen Wandel sind die Unternehmen gezwungen, sich anders zu orientieren. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gibt es nun mehr freie Stellen als angehende Azubis. Das ist ein Vorteil für Hauptschüler, denn so können auch sie sich in ihren Traumberufen verwirklichen. Jedoch ist dadurch auch der Bedarf an Hilfestellung deutlich angestiegen", so Buchner.

 

Sehr positiv wirkte vor allem auf die Eltern, dass sich die Chefs selbst Zeit nahmen um mit den potentiellen Lehrlingen ins Gespräch zu kommen. Die Vorstellung von einem Beruf stimmt oft nicht mit der Realität überein. Lutz Müller, Geschäftsführer des Freizeitparks Plohn kennt das Problem. "Für viele Mädchen ist Pferdewirtin ein Traumberuf. Dass es jedoch harte, körperliche Arbeit ist und das täglich, auch am Wochenende und Feiertagen, bedenken viele nicht", erklärt er. Auch Martin Leistner und Patrick Rink sind erstaunt, wie viele sich von dem Wort Starkstrom abschrecken lassen. Beim SGB in Neumark arbeiten die beiden. "Mit Starkstrom selbst kommen wir doch gar nicht in Berührung. Außerdem sind die Berufe für Mädchen und Jungen gleichermaßen geeignet. Da müssen wir noch viel aufklären", so Leistner.