20. Verleihung des Eisernen Eversteiner im Plauener Malzhaus

Vielleicht war es ganz gut, dass die Preisträger kein oder zumindest nicht viel Deutsch verstanden, denn die wohl als lustig angedachte Show der Laudatoren war einer Preisverleihung wenig angemessen. Die Eröffnung durch eine Akkordeongruppe, ein kleines Stück einer Theatergruppe, die dafür sorgte, dass der Eiserne Eversteiner den Weg auf die Galeriebühne fand, rang dem einen oder anderen Zuschauer noch ein Lachen ab, doch was dann folgte, hatte mit einem feierlichen Rahmen wenig zu tun. Galerist Peter Hochel, der den Namen der französischen Gewinner nicht aussprechen konnte, gab einen kleinen statistischen Rückblick. So haben sich 1700 Band innerhalb der 20 Jahre für den Eversteiner beworben. 259 spielten im Malzhaus. In 21 verschiedene Länder ging die Trophäe - Spitzenreiter mit jeweils drei Eversteinern sind Sardinien und Deutschland, gefolgt mit jeweils zwei die nach Ungarn, Frankreich und Galizien gingen. Um die 50 000 Besucher waren seither dabei. Der Dank an die Malzhausbetreiber, die Jury und das Publikum, die alle zusammen jedes Jahr auf ein Neues eine Folkherbstsaison ermöglichen ist durchaus berechtigt, weniger jedoch die Lobhudelei für den Oberbürgermeister, weil der seit 2000 ganz selbstverständlich die Schirmherrschaft übernommen habe.

Hochel übergab mit Schaffnermütze und Trillerpfeife an die Laudatorinnen Ute Gotter und Gabriele Oberdorfer, die sich mit Rucksack an einem Bahnsteig begegneten. Am Imbiss-Stehtisch wollten sie noch einmal die Reden für die bevorstehende Preisverleihung am Abend durchgehen. Schon allein das riesengroß auf die Leinwand projizierte Foto von der Bahnhofstür mit dem großen, verdreckten Restmüllbehälter im Vordergrund war wenig passend.

Als Ralf Oberdorfer seiner Ex-Frau Gabi dann auch noch eigenhändig Würstchen servierte in die sie genussvoll biss, wurde es peinlich. Den vorgelesenen, in die Länge gezogenen Fakten über die Bands und deren Musik folgten dann schon einige nicht mehr wirklich. Was die Musiker eigentlich auszeichnete ging unter in Versuchen, ein paar Worte Französisch auszusprechen und endete in Reimen auf Actionserienhelden aus den 80ern.

Als Entschädigung halfen da nur noch die Konzerte der beiden Preisträger, die einmal mehr bewiesen, dass sie zu Recht auf der Liste des Eisernen Eversteiner stehen. Anxo Lorenzo oder Pad Brapad versammelten jeweils die Menschen vor der Galerie- oder Kellerbühne, die entweder die instrumental verschmolzene Mischung aus Spanien, Portugal und Schottland oder den Mix aus Folk und Triphop mögen. Die meisten Gäste jedoch wechselten am Abend mehrmals die Etage und ließen sich so weder das eine noch das andere entgehen.