20. Sternquell-Bockbierfest in Plauen

Plauen - "Wo der Bock 20 wird", war das Motto am Samstag in der ausverkauften Plauener Festhalle. 1200 Gäste feierten ausgelassen bis in die Nacht hinein das 20. Sternquell-Bockbierfest - Überraschungen inklusive.

 

Zum Jubiläum gab es am Samstag einige Überraschungen. Beim 20. Bockbierfest der Sternquell Brauerei Plauen waren in Gestalt von vier Ziegenböcken nicht nur buchstäblich tierische Gäste geladen. Auch der Geschäftsführer des Sächsischen Brauerbundes Dipl.-Ing. Reinhard Zwanzig hatte als Ehrengast den Weg in die Plauener Festhalle gefunden.

 

Der Sächsische Brauerbund ist der Wirtschaftsverband der sächsischen Brauwirtschaft. Seine 16 Mitglieder stellen jährlich rund 7,5 Millionen Hektoliter Bier her. Das sind fast 90 Prozent der insgesamt in Sachsen hergestellten Biere. Direkt aus Dresden, wo sich auch der Sitz des 1990 gegründeten Verbundes befindet, kam Zwanzig und bestätigte auf der Bühne auch seine zwanzigste Teilnahme am traditionellen Bockbierfest in der Spitzenstadt.

Dann wurde das erste Fass mit dem dunklen Gerstensaft in den Saal gebracht. Zum Jubiläum geschah dies aber nicht wie sonst üblich Jahr für Jahr auf eine andere Art, sondern wie bereits einmal vor längerer Zeit bockgemäß von Ziegenböcken. Damals war es schief gegangen, erinnerte sich Sternquell-Geschäftsführer Jörg Sachse. Der Ziegenbock war verängstigt und musste schließlich samt Fass in den Saal getragen werden. Zum 20. ging es gut, die vier ausgewachsenen Ziegenböcke zogen den Karren mit dem Fass unter dem herzlichen Beifall der Gäste in den Saal.

Es folgte der heiß ersehnte Augeblick. Reinhard Zwanzig schlüpfte in die Lederschürze, griff zu Holzhammer und Stechhahn. Mit Unterstützung von Landrat Dr. Tassilo Lenk, und Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, gelang es ihm, dass Fass gekonnt anzustechen, er benötigte keine 20, sondern nur drei Schläge. "Du fühlst dich wie ein Götterkind, wenn Sternquell-Bock durch deine Kehle rinnt", verkündete Ex-Braumeister Dietmar Steinert als Gambrinus den Trinkspruch des Abends.

Besondere Freude herrschte bei den etwa 1200 Gästen über die humorvolle Ankündigung : "Eine Runde Freibier für alle", welches sich dann Damen wie Herren auch gern schmecken ließen, während die Hinterlassenschaften der vier felligen Böcke weggeputzt wurden, bevor sich die Neideitel reinsetzen konnte. Denn sie dachte es wäre Bier und einem alten Spruch zufolge bleibt man daran kleben, wenn man nur lange genug darin hocken bleibt. Doch lieber forderte sie das Publikum auf, mit ihr gemeinsam anzustoßen und stimmte den "Vugelbeerbaam" an, der sofort im ganzen Saal lautstark mitgesungen wurde. Natürlich brachte sie ihre Mädchen der Vergissmeinnicht-Tanzgruppe mit, die sich ebenfalls in diesem Jahr über das 20-jährige Bestehen freuen.

Literweise floss das dunkle Bier, das saisonal zur Starkbierzeit von November bis März angeboten wird. Es zeichnet sich durch seine besondere Note aus und ist ein untergäriges Bier mit einer Stammwürze von 16 Prozent bei 6,5 Vol. % Alkohol. Als Alternative zu herberen Biersorten blickt es auch im Vogtland schon auf eine lange Tradition zurück. ,,Malzig-würzig" so schmeckt es auch in Plauen und so trug es sicher zu einem guten Teil dazu bei, dass am Samstagabend bei ausgelassener Stimmung über Stunden hinweg gefeiert wurde. Eine deftige Brotzeit zwischendurch sorgte für eine gute Grundlage und stärkte für eine flotte Sohle auf dem Parkett zur Musik der "Prinzenberger".