20 Frauen suchen in Leubnitz einen Mann

Unglaublich! In Leubnitz sind 20 Mädchen und junge Damen auf der Suche nach einem Mann. Aber keiner beißt an. Dabei sind die Ansprüche, welche die Damen stellen, gar nicht so hoch. Der Neue sollte etwas von Fußball verstehen, Geduld haben, nicht allzu streng und zu jedem Spaß bereit sein. Und er sollte zu feiern verstehen.

Was die Damen suchen, ist allerdings kein Mann für alle Fälle. Er sollte nur für den einen Fall bereit sein: den Fußball. Die Mädels ab 14 Jahre stellen die Frauenfußball-Mannschaft in Leubnitz und suchen einen Trainer. Bisher hatte Daniel Wolf den Trainerhut auf. Doch der zieht aus Leubnitz weg. Er sowie die aktiven Spielerinnen Yvonne Schwabe und Daniela Eckardt wurden jüngst am Rande des Spiels gegen Hirschberg verabschiedet.

Mit einem 2:1-Sieg gingen die Leubnitzer Damen aus diesem Vergleich hervor und bewiesen, dass sie durchaus Talent haben. Melanie Endlich im Sturm und Katleen Jurich in der Abwehr sind beispielsweise gestandene Fußball-Damen. Auch Claudia Wehr macht ihrem Namen als Torfrau alle Ehre. Viele junge Mädchen streben nach, es den erfahrenen Kickerfrauen gleich zu tun.

Und genau dafür wird ein Trainer gesucht. Am meisten wohl wünscht sich das Sandra Rudolph. Sie hat derzeit die Trainerjacke übergezogen, ist aus beruflichen Gründen jedoch nur begrenzt einsetzbar. Ansonsten organisieren sich die Damen selbst. "Damit können wir aber nicht unser Ziel erreichen: Gut zu bestehen, unter den zehn Damenmannschaften der Vogtland-Liga", sagt Stefanie Sörgel.

Frauenfußball hat in Leubnitz eine Tradition, die weit in die DDR zurück reicht. Nach mehrjähriger Pause hatte der heutige Vorsitzende des Leubnitzer Sportvereins, Heiko Mergner, die Fußball-Frauen 1997 aus dem Schlaf erweckt.

Gleich das erste Spiel gewannen die Leubnitzer gegen Lössau mit 4:0. Zwei Vogtland-Meistertitel und ein Vogtland-Pokalsieg folgten. Gern möchte die aktuelle Truppe an diese Erfolge anknüpfen. Der neue Trainer, gerne auch Trainerin, sollte mit Spaß und Motivation an die Arbeit gehen. "Vor allem darf er nicht erwarten, dass wir ein eingespieltes Team sind", erklärt Sörgel. Von erfahrenen Spielern musste man sich trennen, junge Spielerinnen wollen integriert werden. "Jeder ist motiviert. In der Gesamtheit aber muss das Team neu aufgebaut werden." Und: Der Spaß am Spiel steht stets an erster Stelle. Daher sollen alle spielwilligen Mädels integriert werden. "Wir sind nicht einzeln zu haben, nur im Elfer-Pack", macht Torfrau Wehr deutlich.  mam