2. Plauener Winterspiele: Winter spielt erneut nicht mit

Die großen Geschäfte der Innenstadt hatten geöffnet, bei vielen kleineren Läden blieben die Türen verschlossen. Nicht alle Händler beteiligten sich am ersten verkaufsoffenen Sonntag. Anlass waren die 2. Plauener Winterspiele. Höhepunkt des Nachmittags war dabei der Auftritt von Rennrodlerin Sylke Otto.

Plauen - Die Geschäfte der Plauener Innenstadt haben ihren ersten verkaufsoffenen Sonntag des neuen Jahres veranstaltet. Das sächsische Ladenöffnungsgesetz besagt, dass für die Öffnung der Läden an einem Sonntag ein besonderer regionaler Anlass bestehen muss. Da es diesen am ersten Wochenende des Jahres in Plauen nicht gibt, sind 2012 die "Plauener Winterspiele" kreiert worden. "Wir machen die Winterspiele, damit die Läden ihre Türen öffnen können", sagt Sascha Brand vom organisierenden Dachverband Stadtmarketing Plauen. So wurden die 2. Plauener Winterspiele auch ohne Eis und Schnee ausgetragen. "Es war das zweite Mal mit viel Regen, dementsprechend war die Stadt nicht überlaufen", fasst Brand kurz nach Ladenschluss die Resonanz bei den Besuchern zusammen. Es sei ähnlich wie im vergangenen Jahr gewesen. Wie zufrieden die Einzelhändler jedoch mit dem Sonntag sind, könne noch nicht gesagt werden. Dies werde sich in der Auswertung in den nächsten Tagen zeigen.

Neben den Mit-Mach-Angeboten mit Hüpfburg, Riesenrutsche und Eisstockbahn auf Herrenstraße, Alt- und Klostermarkt gab es auch im Modehaus Wöhrl und in der Stadt- Galerie sportliche Aktionen. Biathlon- sowie Skiflugsimulatoren warteten hier auf mutige Besucher. Höhepunkt der verregneten Winterspiele dürfte der Auftritt von Doppelolympiasiegerin Sylke Otto gewesen sein. Nach einer Talkrunde mit Vogtland-Radio-Moderatorin Madlen Schulz schrieb die derzeit erfolgreichste Rennrodlerin fleißig Autogramme - länger als geplant. "Es war wirklich toll. Ich hatte schon lange nicht mehr eine Autogrammstunde mit so viel Interesse", sagte Otto, die nach dem Auftritt gleich wieder zu ihren zwei Mädchen im Alter von einem und fünf Jahren nach Zirndorf bei Nürnberg gefahren ist. Hier ist sie unter anderem für die SPD im Stadtrat aktiv. Ein weiteres Standbein hat sie sich mit einem Sportinternat in Nürnberg aufgebaut. Als Mitgesellschafterin betreut sie hier auch die Öffentlichkeitsarbeit.

Während Sylke Otto in der gut beheizten Stadt-Galerie Autogramme schrieb, stand Carsten Riedel im Regen auf dem Klostermarkt mit seiner dreijährigen Ella und dem achtjährigen Neels, der sich an einer Scheibe drehte und so vorübergehend zur Zielscheibe für seine Schwester wurde. "Da darf man auch mal auf den Bruder werfen", sagt Carsten Riedel erfreut. Die drei waren extra wegen den verschiedenen Aktionen und nicht zum Einkaufen in die Stadt gekommen. "Mit Schnee wäre es besser gewesen." Leider beteiligten sich von den kleineren Geschäften in der Innenstadt nur wenige am verkaufsoffenen Sonntag. Rund um den Altmarkt gab es mit der Riesenrodelbahn einen Anziehungspunkt aber so gut wie keine geöffneten Läden. Gleiches Bild auch auf dem Klostermarkt. Viele hatten gar nicht erst geöffnet, weil sie keinen Umsatz erwarteten. "Es ist die Entscheidung eines jeden Geschäftsinhabers. Aber dies ärgert uns auch", sagt Sascha Brand. Der Dachverband habe großen Aufwand für die Winterspiele betrieben.