"19 x Kunst" in Malzhausgalerie

In der Numerologie, der Bedeutung der Zahlen, steht die 19 für Glück. Das war natürlich nicht der Grund, die am Sonntag beginnende Ausstellung in der Galerie im Malzhaus mit dieser Zahl in Verbindung zu bringen. Dennoch hat Glück mit dem Motto "19xKunst" zu tun.

Von Torsten Piontkowski

Plauen Natürlich sind alle Beteiligten glücklich, dass die Ausstellung - coronabedingt bereits zwei Mal verschoben - nun endlich stattfinden kann. "Verschiebungen sind immer schwierig, weil sich daraus auch oft Überschneidungen ergeben", reflektierte der Vorsitzende des Kunstvereins Plauen-Vogtland, Wilfried Hub, gestern eingangs des Pressegespräches wenige Tage vor der Eröffnung. Nun aber ist es endlich so weit. Unter dem Titel "19xKunst" findet an diesem Sonntag, 11. Juli, 16 Uhr, die Vernissage einer Werkschau 19 Thüringer Künstler statt. Der Hintergrund, weshalb sich vor allem Künstler aus dem benachbarten Freistaat präsentieren, ist schnell erklärt. Die Ausstellung wurde vom Kunstverein Plauen-Vogtland und der Künstlergruppe Löhma gemeinsam auf den Weg gebracht.
Druckwerkstatt
im alten Pfarrhaus

Seit zwölf Jahren gibt es die Druckwerkstatt im alten Pfarrhaus des kleinen Ortes Löhma, erklärt die Leiterin der Künstlergruppe, Heike Stephan. Ein Drucksymposium, zu dem die Hausherrin und selbst Künstlerin, Gleichgesinnte im Sommer einlädt, findet seit zehn Jahren statt. Die Bedingungen vor Ort könnten günstiger kaum sein. Dank finanzieller Unterstützung des Thüringer Kulturministeriums und der Kulturstiftung sind die Materialkosten gratis, die Unterkunft in den urigen Räumen, in denen einst die legendäre Band "Renft" probte, ebenso. Mit der Zeit bildete sich ein Stamm derer, die immer wiederkehrten, und 2018, so Heike Stephan, entstand die Idee für ein Buch.
Entstehung eines
besonderen Buches

Die Künstler wurden gebeten, jeweils eine Druckgrafik beizusteuern sowie einen Text - einen besonderen, der auch ein Stück weit die Seele des Künstlers widerspiegelt.
Nun liegt das Buch vor und bildet gewissermaßen den Grundstock der Ausstellung. Die 19 beteiligten Künstler stellen in der Galerie im Malzhaus die im Buch enthaltenen Arbeiten sowie zahlreiche weitere vor, inklusive besagter Texte. Dabei reicht die Palette weit über den Tiefdruck hinaus, der in den Sommerakademien in Löhma den Schwerpunkt bildet. Zu sehen ist Malerei, Grafik, Fotografie, Skulpturen wie beispielsweise die von Anja Werner, die auf dem Flyer für den Besuch der Ausstellung wirbt, und mit der zu Jahresende eine weitere Ausstellung geplant ist, wie Vorsitzender Wilfried Hub anmerkt.
Stilistische Vielfalt
ist das Spannende

So breit die Spannbreite der Arbeiten, so unterschiedlich auch das Alter der Künstler. Die Erfurterin Uta Feiler wird voraussichtlich zur Vernissage selbst anwesend sein. Die 80-Jährige steuert Email-Arbeiten und Schmuck bei. Mit Intermedialem beschäftigt sich Ines J. Plauen und Birger Jesch präsentiert Konzeptkunst. Das Spannende sei denn auch die stilistische Vielfalt, ist Ines J. Plauen überzeugt.
Heike Stephan steht die Begeisterung für das gemeinsame Projekt ins Gesicht geschrieben. Im Vorjahr habe man sich unter ihrem Dach in Löhma mit Lithografie auf Acrylfolien - einem sehr aufwändigem Verfahren - beschäftigt, in diesem Jahr stand die Farbdrucklitografie im Vordergrund.
Auch der Cossengrüner Künstler Uwe Klos, der sich neben Malerei und Fotografie mit Klangkunst beschäftigt, ist des Lobes voll über die Arbeitsbedingungen in Löhma.
Eine besondere Rolle im Rahmen der Ausstellung aber spielt das eingangs erwähnte Kunstbuch, das nicht nur die 19 Originalgrafiken (zum Herausnehmen) enthält, sondern dessen Einband allein schon ein Kunstwerk darstelle, wie Rainer Marofke aus Zeulenroda betont. Weiteres Alleinstellungsmerkmal: Es existieren vier verschiedene Einbände. Das künstlerisch wie finanziell wertvolle Buch in einer Gesamtauflage von 30 (!) Stück kann während der Ausstellung erworben werden, wie auch Einzelarbeiten der Künstler.
Ausstellung bis
15. August geöffnet

Die Begrüßung zur Vernissage übernimmt Wilfried Hub, die Laudatio die Direktorin und Kuratorin des Museums Schloss Burgk, Sabine Schemmrich. Für die musikalische Untermalung sorgt Matthias von Hintzenstern.
Der Eintritt   - geöffnet ist täglich außer montags von 13 bis 18 Uhr - ist ohne Anmeldung möglich, es gilt Maskenpflicht. Für die Vernissage und Führungen, die noch angekündigt werden, ist eine Anmeldung erforderlich. "19xKunst" wartet vom 11. Juli bis 15. August auf möglichst viele Besucher.