18. Plauener Folkherbst im Malzhaus eröffnet

Der 18. Plauener Folkherbst im Malzhaus in Plauen wurde am Samstagabend von Landluper, der Folk-Hausband, in einem würdigen Rahmen feierlich eröffnet. Mehr als 300 Besucher drängten sich auf den zwei Etagen der Malzhaus-Galerie und genossen über mehr als drei Stunden Musik der Extraklasse.

Landluper, die sich vor 30 Jahren an Ort und Stelle gründeten, eröffneten den Abend kurz nach neun Uhr selbst, ehe "Hofgesinnt" aus Weimar und im Anschluss die Erfurter Band "Brummtopf" samt Dudelsack aufspielten. Matthias "Matsch" Walther, einer der Gründungsmitglieder der Folkband und mittlerweile 51 Jahre jung, wollte die Geschichte Landlupers noch weiter detaillieren: "Wir sind Kellerkinder", erklärte er, "und entstammen aus den Gefilden zwei Etagen tiefer". Gemeint ist natürlich das Kellergewölbe des geschichtsträchtigen Hauses, das als "Zufluchtsort" diente, wie Walther erzählte, um den "Diskotheken zu entgehen" und um etwas "Lebendiges zu schaffen".

 

Lebendiges wurde auch am Samstag wieder im Malzhaus geschaffen; Schade nur, dass die Stuhlreihen das Schwingen des Tanzbeines unmöglich machten. Und so blieb dem Publikum nichts anderes übrig, als die Beine sanft im Takt der Musik mitwippen zu lassen. Heute zählen die Plauener Urgesteine der Folkszene um Matthias Walther, der neben dem Gesang zahlreiche Instrumente - beispielsweise Mandola, Radleier, Banjo, Gitarre und Maultrommel - beherrscht, sechs weitere Bandmitglieder, die da wären: Holger Höflich (Violoncello, Kniegeige, Dosophon, Trommel), Silke Richter (Oboe, Blockflöte, Trommel), Christina Herold (Violine, Schellenring, Gesang), Erdmut Philipp (Horn, Alphorn, Dijeridu) sowie die Brüder Ulrich "Pils" Müller (Akkordeon, Gitarre, Mundharmonika, Gesang) und Rainer "Otto" Müller (Gitarre, Trompete, Mandoline, Blockflöte, Pfeife, Gesang).

 

Trotz zahlreicher Repressalien seitens des SED-Staates, "operativer Beobachtung" durch die Staatssicherheit und diverser Auftrittsverbote überstand Landluper die Wendejahre nahezu unbeschadet und hielt dem Vogtland, vor allem aber auch dem Malzhaus, bis heute die Treue. Ute Gotter vom Malzhaus zeigte sich hoch erfreut über die Eröffnung durch Landluper: "Wir haben sie gefragt, ob sie ihren 30. Geburtstag bei uns feiern möchten", erklärte sie. Dabei betonte Gotter, dass das Programm ausschließlich von Landluper selbst aufgestellt worden sei. Und zum großen Finale versammelten sich noch einmal alle Musiker, Freunde und Weggefährten Landlupers auf der Bühne der Malzhausgalerie - es müssen knapp 20 Künstler gewesen sein - um gemeinsam in die Saiten zu hauen.

Die Lieder jenes Abends - Erzählungen über die Liebe, Freundschaften, den Alkohol und die Schönheit der Natur; kurzum das Leben - werden den Besuchern der FolkHerbst-Eröffnung hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben. Die Plauener Silke Langheinrich und Peter Lonitz haben vielleicht noch jetzt die folkloristischen Klänge der vielseitigen Instrumentierung vom Samstag in den Ohren. Jedenfalls hat es beiden ausgezeichnet gefallen.  E. Holtschke