15. Chursächsischer Sommer eröffnet

Bad Elster - Mit einem anspruchsvollen und festlichem Symphoniekonzert wurde am Samstag der 15. "Chursächsische Sommer - als Sächsisch/Böhmisches Kulturfestival" im König Albert Theater eröffnet. Anlässlich des Jubiläums wurde das Konzert vom Westböhmischen Sinfonieorchester Marienbad gemeinsam mit der Chursächsischen Philharmonie gestaltet.

 

Unter der Leitung des jungen Chefdirigenten Michael Rohác erklang zunächst das Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104 von Antonín Dvorák mit dem Prager Solisten Luká? Pospi?il. Orchester und Solist beeindruckten dabei mit einem der berühmtesten Cellokonzerte, das zu Dvoráks bekanntesten Werken zählt. Er schrieb das Konzert zwischen dem 8. November 1894 und dem 9. Februar 1895 in den USA. Zunächst war er von diesem Instrument wenig begeistert. Die Uraufführung von Victor Herberts zweitem Cellokonzert gab ihm den Impuls, selbst ein Konzert zu schreiben. Dirigent Michael Rohác wurde 1974 in Kanada geboren. Dirigieren hat er an der University of Toronto unter Leitung des Professors Raffi Armenian studiert und sein Studium an vielen internationalen Kursen für Dirigenten erweitert. Danach ist er in die Tschechische Republik gekommen und in der Saison 2004/2005 Chefdirigent des Westböhmischen Orchesters Marienbad geworden.

 

Der ausgezeichnete Violoncello-Solist Luká? Pospi?il, geboren 1967, hat am Konservatorium in Prag unter Leitung von Professor Viktor Mouäka und an der Musikalischen Akademie unter Leitung von Milos Sadlo das Absolutorium gemacht. In den Jahren 1991 bis 1992 hat er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei der Professorin Angelica May studiert. Während des Studiums hat er an vielen Meisterkursen - zum Beispiel von Erkki Rautio, Heinrich Schiff, Martin Hornstein geleitet - und an internationalen Interpretationswettbewerben teilgenommen.

Seit 1994 ist er Konzertmeister der Prager Kammerphilharmonie, tritt als Solist in zahlreichen europäischen Ländern auf und arbeitet unter anderen mit der Prager Kammerphilharmonie, mit dem Westböhmischen Orchester in Marienbad sowie mit der Nordtschechischen Philharmonie in Teplitz.

Nach der Pause begeisterte die Zuschauer außerdem ebenso die Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98 von Johannes Brahms unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Merz. Das Werk komponierte Brahms während seiner Erholungsaufenthalte in Mürzzugschlag am Semmering und vollendete es im Sommer 1885. Die Uraufführung seiner 4. Symphonie fand am 25. Oktober 1885 - vor 125 Jahren - unter der Leitung des Komponisten statt. Zum gelungenen Konzertereignis begrüßt wurden die zahlreichen Besucher und Ehrengäste zu Beginn von Landrat Dr. Tassilo Lenk. "Ganz besonders freuen wir uns in diesem Jahr über die grenzenlosen und länderverbindenden Kulturereignisse im Vierländereck, die erneut auch zahlreiche Besucher aus nah und fern in die Bäderregion locken werden", hob Lenk hervor.

So wird die Chursächsische Philharmonie zum Jubiläum der Veranstaltungsreihe erstmalig gemeinsam mit dem Westböhmischen Sinfonieorchester Marienbad auch die Sommerkursaison in Marienbad und Franzensbad eröffnen. Mit herzlichen Worten dankte Dr. Lenk auch dem Präsident der Landesdirektion Chemnitz und langjährigen Schirmherren des Chursächsischen Sommers, Karl Noltze, der einen Tag zuvor offiziell in den altersbedingten Ruhestand verabschiedet wurde.

Die Bedeutung des Chursächsischen Sommers als Symbol für den Gleichklang und die grenzenlose Verbindung der europäischen Bäderregion, hob auch Pavel Klepacek, 2. Bürgermeister der Stadt Asch, hervor. So wird die Chursächsische Philharmonie auch vom 4. bis 6. Juni zu den Feierlichkeiten anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann in der Nachbarstadt Asch gastieren.  S. Adler