12. Blasmusikfest in Leubnitz

Einer einzigen Blechlawine glich die Gemeinde Leubnitz am Sonntagnachmittag. Egal, aus welcher Richtung sich die Besucher dem historischen Schloss mit der idyllischen Parkanlage näherten, Stoßstange an Stoßstange standen die Fahrzeuge geparkt am Straßenrand.

Rund 800 zahlende Gäste aus dem weiten Sächsisch-Thüringisch-Bayrischen Raum zählten die Organisatoren des Feuerwehrfördervereins und des Dorfclubs bei dieser zwölften Auflage des Blasmusikfests. Das ist immerhin die doppelte Zahl gegenüber dem elften Fest vor zwei Jahren. Im weiten Rund der Parkanlage suchten sich die Gäste mehr oder weniger schattige Plätze, genossen die musikalischen Darbietungen unter Moderation von Kai Frieden sowie das herrliche Sommerwetter.

Nur zweimal machte Petrus mit wenigen Regentropfen auf sich aufmerksam, hatte dann aber mit den Feiernden ein Einsehen und schickte die Schauer gen Plauen weiter. Die Rosentaler Blasmusikanten als Lokalmatadore hatten sich diesmal zur Verstärkung die Klingenthaler Blasmusikanten, die Oberlemnitzer Musikanten sowie das Jugend-Schalmeien-Orchester Plauen eingeladen. Letzteres existiert sein 1955. Allerdings legen die Musikanten das Wort "Jugend" sehr großzügig aus.

"Bei uns kann jeder bis 99 Jahre mitmachen", informierte dessen Sprecherin. Volkstümliche und Schlagermelodien hatten die vor 37 Jahren gegründeten Oberlemnitzer Musikanten mit den Sängerinnen Karin und Beate im Repertoire. Blasmusik vom Feinsten kam natürlich ebenso aus Klingenthal wie von den einheimischen Rosenbachtalern.

Und: Je weiter der Nachmittag fortschritt, desto leichter fiel es den Musikanten und Sängern, die Zuhörer zum Mitsingen, Schunkeln und Klatschen zu bewegen. Höhepunkt war das gemeinsame Singen und Musizieren aller Klangkörper zum Abschluss des diesjährigen Blasmusikfests. Die Polka "Am See", auch als "Fuchsgrabenpolka" bekannt, schallte weithin im Rund. Dank und Anerkennung ist den Leubnitzer Organisatoren auszusprechen. Unermüdlich sorgten sie für Ordnung, einen reibungslosen Ablauf und natürlich beste Verköstigung der Gäste.

Die Wiege des Leubnitzer Blasmusikfests stand in Syrau und Jocketa. 1978 hatte der damalige Rat des Kreises dorthin zum Kreisblasmusikfest eingeladen. Sechs Jahre später beteiligte sich die Leubnitzer Feuerwehrkapelle erstmals an dieser "Werkstatt für Kulturschaffende". Im Juni 1985 war Leubnitz erstmals Gastgeber. Seither treffen sich Volks- und Blasmusikfreunde in Abständen von zwei Jahren dort im Parkgelände zum Feiern. In Spitzenjahren zählten die Gastgeber bis 2500 Gäste.  mam