1000 Euro für den guten Zweck?

1000 Euro wollte der Plauener Bernd Stubenrauch aus eigener Tasche bezahlen, wenn der oder die Täter, die den Campus der Berufsakademie mit sinnfreien Sprüchen verzierten und iobendrei zumüllten, ergriffen und bestraft werden. Was ist aus dieser Aktion geworden?

Plauen Die Aktion von Stubenrauch wirbelte gleich zu Beginn Wirbel auf. Zahlreiche Plauener Bürger solidarisierten sich mit seiner Idee, den Vandalen auf diese Weise das Handwerk zu legen und beteiligten sich ebenfalls mit Geldbeträgen - meist um die 100 Euro. Die meisten wollten anonym bleiben, weil sie als Mieter oder Hauseigentümer selbst schon schlechte Erfahrungen mit Graffiti-Schmierereien gemacht hatten und auf den Kosten der Beseitigung sitzengeblieben waren. Schnell waren 2000 Euro zusammengekommen, sagt Stubenrauch auf Nachfrage. Allerdings sei die Anfangseuphorie wohl ein wenig verflogen, die Luft raus. Das habe ihn ehrlich gesagt, etwas überrascht. Es sei bei diesem Betrag geblieben, der auch als "Anreiz" dienen sollte, dass Mitwisser sich an die Polizei wenden würden. Allerdings, so der stadtbekannte Plauener, gäbe es nach wie vor viele Anrufer oder Menschen, die auf ihn zukämen, die diese Aktion befürworten. "Die meisten denken wie ich. Es ist schließlich unser aller Eigentum, von unseren Steuern bezahlt", fügt Stubenrauch an. Zum Bekanntheitsgrad seiner Idee habe sicher auch beigetragen, dass sie bei Facebook "die Runde" machte und sich auch der Administrator von "Wir sind Plauener", Lars Buchmann, damit identifizierte. Von der Polizei habe er bislang noch nichts wieder gehört. Die hatte avisiert, das Gelände am Campus von dem dafür zuständigen Streifenpolizisten besonders im Auge halten zu lassen. Er selbst, So Stubenrauch, fahre mindestens jeden zweiten Tag "da oben" vorbei - bislang habe er keine weiteren Zerstörungen oder Spuren von Vandalismus wahrgenommen. "Ab und an trinken Jugendliche ihr Bier mit tollem Blick auf die Altstadt, aber das ist ja auch überhaupt nicht verboten." Was er mit dem Geld zu tun gedenkt, wenn sich in Sachen Ergreifung und Bestrafung der Täter nichts tute? Seinen eigenen Betrag werde er definitiv einem karikativen Zweck zur Verfügung stellen. Mit den anderen Spendern werde er sich unterhalten, weil es ja bei einem Betrag von unter 100 Euro auch keine Spendenquittung gäbe. Auch über die Verwendung seiner eigenen 1000 Euro möchte er nicht allein entscheiden.
"Ich werde mich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen und gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Zenner darüber nachdenken, wem das Geld am meisten helfen könnte." top