100-Jähriger feiert sich mit einer Chronik

Hundert Jahre Geschichte hat in diesen Tagen der Siedlerverein Westend in Plauen zu feiern. In der Gaststätte "Georgenhof" gründeten am 25. November 1919 emsige Siedlerfreunde einen Verein für das Plauener Westend - unter dem Namen "Siedlerverein Plauen-Neundorf".

Von Ingo Eckardt

Plauen Das war einst notwendig, um die Finanzierung des Pachtlandes zu gewährleisten. Schon in den zwanziger Jahren entstanden mehr als 200 Eigenheime im Gebiet zwischen Neundorf und der Stadt. Das Zentrum ist noch heute das Gebiet rund um den Heineplatz, Steinpöhl und Eichhübel. Bis heute findet sich am Heineplatz die "Damaschke-Linde", die seit 1925 an Adolf Damaschke erinnert.
Der Bodenreformer hat eine große Bedeutung für das Siedlerwesen. Nach der Wiedervereinigung wurde für ihn gar ein Gedenkstein gesetzt. Heute ist das Land im Westend mit 512 Eigenheimen bebaut, die allesamt gut in Schuss sind. Zum Jubiläum kann man sich in die Geschichte des Siedlervereines, der in der DDR einst in eine Siedlersparte umgewandelt wurde, nachdem die einquartierten russischen Offiziere wieder ausgezogen waren. Das alles verrät eine Chronik, die von Holger Schwab, Kerstin Glück, Katrin Hofmann und Wolfgang Alboth aufgeschrieben wurde. Hier werfen die Autoren auf 80 Seiten einen Blick in die Historie der Siedler. So kommen diverse Fachgeschäfte von einst und heute in den Fokus oder auch die aus DDR-Zeiten vielen Plauenern bekannte Kelterei/Mosterei Hückelheim, wo viele Leute einst ihr Obst abgaben, um leckere Säfte und Weine dafür mit nach Hause zu nehmen.
Wohngegend
für etliche Promis
Der Chronik zu entnehmen ist auch, dass einige "Promis" einst hier wohnten - so unter anderem Kanu-Olympiasiegerin Angelika Bahmann, die hier eine unbeschwerte Kindheit verlebte und immerhin ihre Nachkommen so prägte, dass diese noch heute in der Westendsiedlung nahe dem Steinpöhl leben. Auch Entertainerin Katrin Weber ist als Kind hier groß geworden, lebte von 1963 bis 1976 in der Siedlung - und Kinderbilder von ihr sind ebenfalls in die Chronik eingeflossen. Ein weiterer Promi, der hier seine Heimat hat, ist Generalmusikdirektor Stefan Fraas, Intendant der Vogtlandphilharmonie Greiz-Reichenbach. Der gebürtige Straßberger kam in den frühen 80er Jahren in die Siedlung und blieb ihr bis heute treu. Das hundertjährige Jubiläum soll natürlich würdig begangen werden. Der aktuelle Vorstand agiert seit 2017 und besteht aus Mario Beuchold, Dr. Timo Lenk und Schatzmeisterin Birgit Oltsch. Der Vorstand und die vielen Vereinsmitglieder planen nun zum 100-jährigen Jubiläum im "Haus Vogtland" eine Festveranstaltung, zu der alle herzlich eingeladen sind. Der Eintritt ist frei, wenn am morgigen Samstag, dem 23. November der "Feiertag" um 10.30 Uhr eröffnet wird. Ab 11 Uhr gibt es einen zünftigen Frühschoppen mit der Kapelle "Junges Egerland" und ab 12 Uhr wird ganz offiziell die umfassend bebilderte Chronik verkauft.
Ehrung für "Schönste
Häuser der Siedlung"
Um 14 Uhr tritt der Chor der Grundschule Neundorf auf und eine Stunde später erfolgt eine ganz besondere Ehrung. Denn der Vorstand des Vereines zeichnet "Die schönsten Häuser der Siedlung" aus. Um 15.30 Uhr tritt die Folkloregruppe Plauen auf. Eine Modenschau wird ab 17 Uhr sicher vor allem Fans der aktuellen Herbst- und Winterkollektionen anlocken. Einige der Siedlungsbewohner werden dabei zu echten Laufsteg-Models und präsentieren Kleidung aus dem Modepark Röther im Plauen-Park. "Uwe Steger & Friends" nehmen die Besucher ab 18.30 Uhr mit auf eine "Weltreise der Musik", bevor ab 20 Uhr gefeiert und getanzt werden darf - zur Livemusik der "Heinz-Band".
"Wir haben auch ein kleines Kinderprogramm organisiert, das von 11 bis 17 Uhr sicher für viel Freude bei den kleinen Besuchern sorgen wird", freut sich Vereinschef Beuchold auf zahlreiche Besucher zur Party am kommenden Samstag.