10,8 Millionen Euro für 115 Projekte im Vogtland

 

Wer Fördermittel ausgibt, muss Bilanz ziehen: Deshalb hatte Landrat Dr. Tassilo Lenk zum Pressetermin für das Resümee über zwei Jahre der Umsetzung des Projektes integrierte ländliche Entwicklung (ILE) am Donnerstag in die Windmühle nach Syrau gebeten. Das Objekt dient begreifbar und anschaulich für das Realisierte.

Jonny Ansorge als Vorstandsvorsitzender des Vereins VogtLandZukunft nahm die Gelegenheit wahr, die Tätigkeit des Vereins vorzustellen: In fünf Teilräumen arbeiten Arbeitsgruppen mit Vertretern aus 37 Kommunen. Lenk versuchte die Schwierigkeiten des ILE-Programms darzustellen: Die einzelnen Maßnahmen sollen nachhaltig und sinnvoll sein. Unter den gegebenen demografischen Bedingungen in vielen Fällen eine Gratwanderung. Das umso mehr, als viele notwendigen Lösungen nicht in das Förderprogramm fallen.

Als günstig und für den Rahmen geeignet führte er die Veränderung der Förderungsbedingungen an. So seien danach auch Ziele in Kommunen bis zu 5000 Einwohnern und auch innerhalb der Orte möglich. In der Vergangenheit sei es kaum zu vermitteln gewesen, dass eine aus dem Dorf herausfüh-rende Straße förderfähig gewesen sei, eine im Ort selbst aber nicht.

So stand die Förderrichtlinie in vielen Fällen dem Konzept des Vogtlandkreises anfänglich entgegen. Daniela Günther, die im Kreis die Fäden für alle Projekte des ILE in den Händen hält, veranschaulichte mit Beispielen die Arbeit mit dem ILE-Konzept: In den vergangenen beiden Jahren sind 20 Millionen Euro (davon 10,8 Millionen als Fördermittel) in 115 Projekte geflossen. Die Palette reicht dabei von Umnutzungen von Stallungen zu Büro-/Gemeinschaftsräumen eines Handwerksbetriebes oder der Umgestaltung eines Vierseithofes in ein Mehrgenerationshaus über die 2008 erfolgte Nachzertifizierung des 2005 als ersten Weitwanderweg des Freistaates geschaffenen Vogtland-Panorama-Weges bis hin zur Nutzung der Fläche einer abgerissenen Industriebrache in Netzschkau für die Errichtung eines Dementkranken-Wohnheimes.

Und nicht zuletzt wurde von ihr auf den Ort der Beratung verwiesen: Auch die Windmühle Syraus war Gegenstand eines Projektes. Achim Schulz war es ein Bedürfnis, die Tätigkeit der Mühlenfreunde als überaus beispielgebend für die Realisierung solcher Aufgaben herauszustellen. Ohne die Gruppe ehrenamtlicher Bürger wäre vieles in und um die Mühle im Argen geblieben.

Und von den gewaltigen Veränderungen an der einzigen von ehemals 36 Windmühlen im Vogtland konnten sich die Teilnehmer am Termin hautnah überzeugen: Hier ist etwas Einmaliges entstanden, was nicht nur den Syrauern gut zu Gesicht steht und den Tourismus in der Region bereichern dürfte. jpk