1.990 Euro Brutto verdient ein Vogtländer im Schnitt

Der Vogtländer verdient durchschnittlich 1.990 Euro brutto im Monat. Mit Zahlen und Fakten zum Arbeitsmarkt sowie Job- Ausblicken für 2016 "fütterte" Plauens Arbeitsamtschefin Helga Lutz die Abgeordneten des Wirtschaftsförderausschusses.

Plauen - In Sachen Verdienst liegt das Vogtland auf dem viertschlechtesten Platz in Sachsen. Nur die Menschen im Erzgebirge verdienen (1.910 ?) weniger,gefolgt von denen aus den Kreisen Görlitz und Mittelsachsen. Wer nach Dresden zieht, kann durchschnittlich 2.700 Euro brutto verdienen, in Leipzig etwa 2.500 Euro. Trotzdem gibt es aus dem Vogtland auch Gutes zu vermelden: Die Arbeitslosenquote im Vogtland ging im vorigen Jahr auf 7,2 Prozent (2014: 7,7 %) zurück.

Das heißt, dass durchschnittlich 8.524 Menschen ohne Arbeit sind. Aufgeteilt in fünf Regionen ist in Klingenthal mit 5,3 Prozent die niedrigste, in Plauen mit 8,9 Prozent die höchste Quote zu verzeichnen. Dass in größeren Städten tendenziell mehr Arbeitslose und/oder sozial Schwächere lebten, als in Kleinstädten und dem Dorf, das sei normal, so Lutz. Sie freut es, dass die Zahl der Arbeitslosen von Jahr zu Jahr abnimmt. Auch in Plauen gab es im vorigen Jahr rund 6 Prozent weniger Arbeitslose als 2014.

Von einer entspannteren Arbeitsmarktlage haben laut Helga Lutz besonders Jugendliche und Ältere profitiert. Problematisch ist es bei Langzeitarbeitslosen. Allerdings ging die Arbeitslosigkeit bei Hartz IV-Empfängern nur um 5 Prozent, bei Kurzzeitarbeitslosen (Zuständigkeit: Agentur f. Arbeit) aber um 14 Prozent zurück. "Eine Ausnahme sind Schwerbehinderte. Obwohl diese Menschen oft gut ausgebildet und arbeitsbereit sind, gelingt es nicht, sie gleichberechtigt unterzubringen."

Dennoch könnte die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr wieder um 3,5 Prozent nach oben klettern. Dies werde sich ergeben durch die Anzahl der Flüchtlinge, die mit dem Erlangen einer Aufenthaltserlaubnis arbeitssuchend werden und in die Statistik des Jobcenters "einfließen". Bereits jetzt sind 160 Flüchtlinge in der Arbeitsagentur (Asylbewerber mit Aufenthaltsgestattung/Duldung) und 200 beim Jobcenter (Personen mit Aufenthaltserlaubnis) registriert.

Gleichzeitig prognostiziert Helga Lutz durch die Zuwanderung von Flüchtlingen mehr Potenzial von Arbeitskräften. Auf der anderen Seite wird der Beschäftigungsanstieg im Vogtland von nur 0,4 Prozent der niedrigste in ganz Sachsen sein. 2016 wird der Anteil der über 50-Jährigen auf dem vogtländischen Arbeitsmarkt steigen, gleichzeitig geht bis zum Jahr 2025 ein Fünftel der Leute, die einen sozialversicherungspflichtigen Job haben, in Rente. Es seien die so genannten starken Jahrgänge, zu der sich Lutz selbst zählt: Diese hinterlassen zahlenmäßig eine große Lücke.

So frei werdende Stellen werden wieder aufgefüllt, neue entstünden jedoch wenig. Die Frage der Räte André Hegel und Uta Seidel, ob es stimmt, dass Menschen, die ein ganzes Leben gearbeitet, aber mit 63 Jahren ihren Job verloren haben, von der Arbeitsagentur in Zwangsrente geschickt werden, beantwortete Lutz mit einem klaren Ja. Wer durch den frühzeitigen Renteneintritt (auch mit Rentenpunktabzug) einer Bedürftigkeit entgehen kann, werde durch die Behörde aufgefordert, dies zu tun.