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Vogtland-Sport.de News
Das war spitze!
Von Wilfried Hub
Sei sparsam mit Superlativen! Das ist ein Lehrsatz, den jeder angehende Journalist schon ganz am Anfang seiner Ausbildung ins Lehrbuch geschrieben bekommt. Deshalb versehen Schreiberlinge Formulierungen wie „der Größte“ oder „der Einzige“ meistens zurückhaltend mit dem Zusatz „nach eigenen Angaben“ des Herstellers oder Inhabers. Und doch kommt auch ein Journalist manchmal nicht ohne Superlative aus. Sie ahnen vermutlich längst, worum es hier geht. Der Skisprung-Weltcup am Mittwoch in Klingenthal war so ein Ereignis, bei dem auch der Journalist, der schon viel gesehen und erlebt hat, nicht anders kann als in Superlativen zu schwelgen.
Wenn sich an einem Mittwochabend mehr als 10 000 Leute bei eisiger Kälte ein paar Stunden ins Freie stellen, um Skispringer zu bewundern, dann ist das nicht nur bemerkenswert, sondern einfach großartig. Wohlgemerkt, die Rede ist von Klingenthal im Vogtland, nicht von Oberstdorf im Allgäu oder der Alpen-Hauptstadt Innsbruck. Ja, das war spitze! Aber die Skisprung-Enthusiasten wussten schon, warum sie kamen. War es den Veranstaltern doch tatsächlich gelungen, ein paar Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Vancouver die Weltelite der Skispringer in die Vogtland Arena zu holen. Das ist noch mal spitze.
Alles ging problemlos und hochprofessionell über die Bühne. Angefangen von den gut geräumten Zufahrtswegen zur Arena über die Qualität der Sprecher, die für eine tolle Stimmung in der Arena sorgten, bis hin zum Catering und der Betreuung der Fans. Genauso reibungslos verlief das Weltcup-Springen selbst. Wenn Walter Hofer, der FIS-Renndirektor, von einem „perfekten Wettkampf“ spricht, dann heißt das schon was. Der Mann hat weiß Gott schon viele internationale Wettkämpfe miterlebt. Sportler, Funktionäre und Betreuer – von allen Seiten wurde der Veranstalter mit Lob überschüttet. Und ich schütte mit: Was der VSC Klingenthal, was das Team um Präsident Manfred Deckert und Geschäftsführer Alexander Ziron geleistet hat, war einfach toll, das war wirklich spitze.
Viele „verrückte“ Vogtländer
Mit dem erfolgreichen Weltcup-Springen in der Vogtland Arena wurde unter Beweis gestellt, dass auch in unserer Region Weltniveau durchaus erreichbar sein kann. Es muss eben alles passen. Zunächst braucht es einen Standort wie Klingenthal und das Vogtland, an dem ein paar hundert „Verrückte“ leben, die gerne bereit sind, sich als Helfer bei Eis und Schnee tagelang fast rund um die Uhr in den Dienst eines solchen sportlichen Wettkampfes zu stellen. Manche haben geschuftet bis zum Umfallen. Vielen Dank dafür.
Aber es braucht vor allem auch den Motor, der nie müde wird, dafür zu kämpfen, dass aus einer Vision Wirklichkeit wird. Landrat Dr. Tassilo Lenk ist mit dem Bau der Vogtland Arena etwas gelungen, was noch vor ein paar Jahren keiner für möglich gehalten hatte. Außer ihm selbst vielleicht. Er hat gekämpft wie eine Löwe, hat Hindernis für Hindernis aus dem Weg geräumt. Aber er wollte nicht nur irgendeine Schanze, sondern er wollte die modernste Großschanze der Welt. Und er hat sie bekommen. Er hat dafür viel Lob geerntet, aber auch Kritik. Vor allem wegen der angeblich hohen Kosten wurde er oft angemeckert. Gewiss, die Arena hat Millionen gekostet. Dennoch war sie vergleichsweise preiswert, bedenkt man, was in Klingenthal steht und was ähnliche Anlagen anderswo kosten.
Denkmal und Leuchtturm
Und was wurde gelästert über die Schanze: „Hier wird nie ein A-Weltcup stattfinden, doch nicht in Klingenthal.“ Allen Unkenrufen zum Trotz ist es aber gelungen. Die Kleingläubigen wurden Lügen gestraft. Lenk hat auch das geschafft. Schon zum wiederholten Male versammelte sich die Weltelite in der Vogtland Arena. Und die Stars des internationalen Ski-Zirkus‘ werden wiederkommen. Mit der Schanze hat sich der Landrat im besten Sinne ein Denkmal gesetzt. Ein Denkmal, vor allem aber einen Leuchtturm, der weit über die Grenzen des Vogtlandes hinaus sein Licht wirft. Von dieser Imagewerbung können alle Städte und Gemeinden der Region profitieren. Sie müssen es nur wollen und gemeinsam an einem Strang ziehen.
Visionen sind wichtig. Emotionen ebenso. Vor allem auch bei Politikern. Im Vogtland, auch in Plauen gibt es genügend Ideen und Projekte, die nur darauf warten, von engagierten Kommunalpolitikern umgesetzt zu werden. Das Plauener Schloss beziehungsweise dessen Wiederaufbau ist so eine Vision, um die engagiert und emotional zu kämpfen sich lohnen würde. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer hat schon vor einigen Jahren angekündigt, dass der Campus Amtsberg für ihn das ist, was für Landrat Dr. Lenk die Schanze war. Er werde so lange darum kämpfen, bis er am Ziel ist. Von Kampf haben wir bislang nicht allzu viel mitbekommen. Im Moment jedenfalls scheint das Ziel weiter entfernt denn je.
2010-02-06
Kommentar von Heinz Günther Klingenthal am 14.02.2010; 20:11:49 Uhr
Kommentar zu Das war spitze!
Sicher war der Sprunglauf am 3.2. ein gelungenes Ereignis in Klingenthal. Nur sind die Kosten für die gute Schneeräumung an der Arena schon Bezahlt? Können die Kosten Überhaupt bezahlt werden? Es ist nur traurig, dass der Bürgermeister sowie der Landrat scheinbar alles andere dabei vergessen haben.Was wird mit dem stadteigenen Unternehmen "Schaumanufaktur" oder wenn ich mir denTierpark ansehe. Nicht,das eines Tages der Bürgermeister mit seiner Schanze in Klingenthal
ganz alleine ist!?







Kommentar von Lars Lehmann am 06.02.2010; 18:10:12 Uhr
Kommentar zu Das war spitze!
Reden wir mal drüber warum die Schanze so "preiswert" war! Ein bekannter großer Baubetrieb der Region hat seine Rechnung nicht bezahlt bekommen. Zig Arbeitslose waren die Folge. Die werden keinen Beifall klatschen. Das ist aber nicht Spitze. Das schädigt das Vogtland und der Landrat weiß es und er nimmt es in Kauf. Und wieviel die Orte im V. von der Schanze tatsächlich profitieren können, das werden wir noch sehen. Von der Hoffnung alleine kann keiner leben. Viele Dinge im Vogtland sind nicht in Ordnung. Und der Leuchtturm wirft auch Schatten, wie gesagt. Für die Verbesserung der wirtschaftlichen Basis wird nichts aber auch garnichts getan. Westmethoden im Osten funktionieren eben nicht. Weil sie von gestern sind !!!