Am Mittwoch in unserer Tageszeitung:

 

  • Vogtland: Zeitung in der Schule startet 
  • Pöhl: Haushalt für 2011 vorgestellt
  • Straßberg: Kampf um Rittergut

Vogtland-Anzeiger Der "Vogtland-Anzeiger" jetzt am Kiosk!

Meinungen und Vorschläge

Sie haben einen Leserbrief zu einem aktuellen Thema in unserer Zeitung? Dann schicken Sie diesen bitte direkt an unsere Redaktion. Auch wenn Sie einen Themenvorschlag aus dem Vogtland oder Kritik haben, können Sie uns informieren. redaktion@vogtland-anzeiger.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Vogtland-Sport.de News



.

Nichts ist sicher

Von Wilfried Hub

Enka, Neoplan – und wer kommt dann? Die Nachricht vom Verlust der Bus-Gerippe-Fertigung bei Neoplan traf am Donnerstag nicht nur die Mitarbeiter des Busherstellers am Plauener Leuchtsmühlenweg völlig unvorbereitet. Die Hiobsbotschaft schockte die ganze Region. Keiner kann die Ankündigung des MAN-Mutterkonzerns so recht verstehen, galt Neoplan Plauen doch als Vorzeigeunternehmen. Und das nicht nur im Vogtland, sondern auch innerhalb des MAN-Konzerns. Immerhin lieferte der Betrieb vergangenes Jahr das bislang beste Ergebnis in seiner fast 20-jährigen Geschichte ab.

Auch wenn die beiden Fälle absolut nicht vergleichbar sind, denkt jeder sofort an Elsterberg, wo mit der Enka derzeit gleich ein ganzes Unternehmen platt gemacht wird, das ebenfalls gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielte. Zwar soll es für die Enka seit einigen Tagen wieder ein Fünkchen Hoffnung geben. So sehen es zumindest die Beschäftigten. Doch die Entsorgung des Unternehmens läuft bereits, und der Insolvenzverwalter machte auch gestern keine Anstalten, sich noch um eine Rettung des Betriebes zu bemühen.

Was Enka und Neoplan vergleichbar macht, ist die Verunsicherung, die, verursacht durch willkürliche Entscheidungen ferner Unternehmenszentralen, von ihnen ausgeht. Verunsichert sind aber nicht nur die betroffenen Mitarbeiter, sondern alle Arbeitnehmer in der Region. Eigentlich sollte man glauben, dass die Jobs zumindest in wirtschaftlich gesunden Firmen auch sicher sind. Stimmt aber nicht. Egal wie qualifiziert, flexibel, motiviert und erfolgreich die Mitarbeiter arbeiten. Nichts ist sicher. Und wenn man schon in erfolgreichen Betrieben um seinen Arbeitsplatz bangen muss, was ist dann erst mit Firmen, die derzeit in der Krise stecken...

Anders als bei Enka werden die für Neoplan angekündigte Verlagerung nach Polen und die Folgen für das Personal sicher in weitaus geordneteren Bahnen verlaufen. Dafür wird schon Geschäftsführer Achim Knabe sorgen. Er wird die Entscheidung zwar mittragen müssen, aber das Schicksal seiner Mitarbeiter ist ihm nicht gleichgültig. Wieder ein Unterschied zu Enka, wo sich die Beschäftigten völlig allein gelassen fühlen. Zwar soll es bei Neoplan keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Arbeitsplätze sind aber trotzdem futsch. Dazu kommt die Verunsicherung. Plauen ist der letzte von einst fünf Neoplan-Standorten. Kein Wunder, dass jetzt viele fürchten, dass auch der bald zur Disposition stehen könnte.

Im 20. Jahr der Einheit hilft jede Art von Ost-West-Diskussion nicht wirklich weiter. Aber eins ist klar: So lange über das Schicksal ostdeutscher Betriebe völlig unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg fast immer in westdeutschen Konzernzentralen entschieden wird, werden uns Schreckennachrichten wie die von Enka und Neoplan weiter begleiten. Bei allen Bemühungen um eine Angleichung der Verhältnisse in Ost und West ist genau das der größte Hemmklotz.

2010-01-23



Kommentar von eismann city am 23.01.2010; 01:19:47 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

da hat der reporter volkommen recht, es ist ein fach nur zum k***** das die im westen alles besser wissen müssen!

Kommentar von Karl Schneider am 23.01.2010; 11:18:38 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Gut gemacht Herr Hub! - treffende Titelzeile und treffender Abschluß Ihrer Kolumne.
Aber wenn Sie gestatten, der textliche Weg auf dem Sie zum Schluß gelangen ist zwar diplomatisch. Aber viel zu weich gehalten. Man sollte schon deutlich machen, daß den Konzernzentralen menschliche Schicksale scheißegal geworden sind. Solange sie Facharbeiter brauchen, sollen und müssen diese ihr bestes geben für die Firma. Wenn woanders mehr Gewinn erzielt werden soll, werden die gleichen Leute einfach weggeworfen! Das ist die Realität der sogen. Globalisierung. Das ist, was die Sozialisten Raubtierkapitalismus nennen. Ich finde, in Deutschland wird das Scheißspiel besonders oft und besonders rücksichtslos betrieben. Auch das sollte hervorgehoben werden. Das hätte mit Vaterlandsliebe und Heimat zu tun. Warum gilt das nichts mehr? Ist das etwa schon naziverdächtig, daß das Vaterland am Leben erhalten wird?

Kommentar von M. Bartsch am 23.01.2010; 15:40:34 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Das ist nicht der Verlust der Bus-Gerippe-Fertigung es ist der Beginn der meiner Meinung nach schon festgelegten Schließung des Werkes. Wie schon gesagt ist es wirtschaftlicher Unsinn große Teile über so eine grüße Strecke zu transportieren, was von Neoplan schon vor über 10 Jahren festgestellt wurde als die Gerippe noch in Berlin gefertigt wurden. Es wird wieder ein Kampf gegen Windmühlen!

Kommentar von Frau Fenn am 23.01.2010; 23:28:41 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Und so verschwindet eine angesehene Firma nach der anderen und produziert billig in Polen,statt in Deutschland zu investieren und Arbeitsplätze zu erhalten!!!Sauerei und traurig für Deutschland!Ganz zu schweigen von den betroffenen Arbeitern,die nun schaun können wo sie bleiben.....Aber das interessiert ja niemanden von den "Oberbossen",gibt ja schließlich ein Arbeitsamt in Plauen!

Kommentar von Herr Seidel am 23.01.2010; 23:37:12 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Das ist Sterben auf Raten!

Kommentar von Albert am 23.01.2010; 23:51:57 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Erst schließt das Neoplan-Werk in Pilsting,da wird noch gesagt,man will sich voll auf den Standort Plauen konzentrieren.....und jetzt??? War das damals schon so geplant?!!!!

Kommentar von Yiannis HD. Kaufmann am 24.01.2010; 20:13:10 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

... wenn aus Mitarbeiterkreisen von Neoplan Plauen kolportiert wird, dass beispielsweise Hallentore zu niedrig waren, um die in den Hallen gebauten Busse heraus zu fahren, wird man schon nachdenklich ...
Andererseits befürchten genau diese Mitarbeiter, dass demnächst aus dem polnischen Werk eventuell die aus früheren Zeiten nicht ganz ungewohnte, "geschusterte" Qualität nach Plauen rollt.
Schau'n'mer mal.

Kommentar von Herbert Himmel am 28.02.2010; 17:53:47 Uhr

Kommentar zu Nichts ist sicher

Werner Hartenstein auf "U-156 Plauen" würde wohl den Befehl geben: "Sofort Auftauchen" und mit ein bissl Glück bleibt dann der Untergang aus. Ideen gibts dafür genug und die stammen net aus Hinterzimmern der beiden Rathäuser von Plauen
Beispiel: Projekt Zukunft e.V. in der Weststraße 21 ist doch schonmal ein guter Anfang, welch viele Arbeitsplätze schafft und untern Strich sogar schwarze Zahlen schreibt.

Weiter so !!!

Kommentar zu Nichts ist sicher

Kommentar schreiben:





Spamschutz Zugangs-Code für Formular-Übertragung



  • Artikel als E-Mail senden
  • Druckversion des Artikels
.
.

xxnoxx_zaehler