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Stiftung für Höhere Bildung im Vogtland gegründet

Master-Abschluss in Plauen soll möglich werden

 

Der erste Schritt Richtung Uni oder wie die Landesdirektion vorschlug „Vogtländischem Institut für Höhere Bildung Plauen“ ist gemacht: Am Montag konstituierte sich der Stiftungsrat mit Arthur Scholz als Vositzenden und Klaus Knüpfer als Stellvertreter. Stolz zeigt Prof. Dr. Johannes Soukop als Gründungsrektor die Stiftungsurkunde. Mitglied im Rektorat ist Hans Niederhausen. Foto: S. RösselPlauen – Die Stiftungsurkunde unterzeichnet vom Präsidenten der Landesdirektion Chemnitz, Karl Noltze, belegt es schwarz auf weiß: Der erste Schritt hin zu dem „Vogtländischen Institut für Höhere Bildung Plauen – gemeinnützige Stiftung“ ist getan.

 

Nun müssen weitere folgen, um es mit Leben zu erfüllen. Ob nun als Freie Vogtländische Universität oder nun mit dem neuen Titel auf Wunsch der Landesdirektion als Stiftungsaufsichtsbehördde versehen, die Ziele sind die gleichen geblieben. „Wir wollen mit der Uni keine Konkurrenz zu der Berufsakademie (BA) Plauen oder der Fachhochschule Diploma sein. Wir wollen aber im Vogtland höhere Bildung anbieten und so junge Leute hier halten“, erläuterte Gründungsrektor Prof. Dr. Johannes Soukop.


Am Montag nun konstituierte sich in der Sparkasse Vogtland der Stiftungsrat. Berufene Mitglieder sind Landrat Dr. Tassilo Lenk, der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Vogtland, Arthur Scholz, der Kreisrat Klaus Knüpfer sowie der Plauener Stadtrat Prof. Dr. Lutz Kowalzick. Sie wählten Scholz zu ihrem Vorsitzenden und Knüpfer zum Stellvertreter des Stiftungsrates.

 

Zur Erinnerung: Der Vogtlandkreis und die Stadt Plauen sind nach den Beschlüssen der jeweiligen Parlamente Gründungsstifter und haben jeweils 25 000 Euro in das Startvermögen der Stiftung eingezahlt. Die Sparkasse gab einen Stiftungsbetrag von 50 000 Euro. „Diese 100 000 Euro Stiftungskapital gehen auf keinem Fall verloren“, betonte Scholz. „Wir können uns mit diesem Grundstock an den Aufbau der Uni machen, ohne das – sollte das Unterfangen schief gehen – etwaige Verluste auftreten. Diese Option hätten wir auch gerne für uns als Personen. Was wir tun, tun wir ehrenamtlich. Wir tun es aber, weil wir davon überzeugt sind, dass das Vogtland eine höhere Bildungseinrichtung dringend braucht“, sagte er weiter.


“Der Weg zu einer Uni ist aber länger. Es ist noch viel Arbeit erforderlich. Gegenwärtig sind wir dabei, Kooperationsverträge mit bestehenden Universitäten und Hochschulen abzuschließen“, sagte Hans Niederhausen, Mitglied des Gründungsrektorats. „Plauen ist im Vergleich zu den Großstädten Leipzig und Dresden betreffs höherer Bildung benachteiligt. Wir haben nur die BA und die Diploma. Die BA bietet nur einen Bachelor-Abschluss. Wer aber in der Wirtschaft weiter will, braucht einen Master-Abschluss. Den wollen wir mit der Freien Uni am Standort Plauen anbieten. Wer will kann dort dann auch promovieren. Jeder, der hier seinen Bildungsweg weiter einschlagen kann, wird auch der Region erhalten bleiben und hier seine Familie gründen“, sagte Prof. Soukop.

 

Um eine Freie Vogtländische Universität auf den Weg zu bringen seien rund eine Million Euro an Vermögen nötig. „Wir hoffen, dass es uns innerhalb der nächsten zwei Jahre gelingt, das Geld zusammenzubekommen“, gibt sich der Stiftungsrat, der sich demnächst eine Geschäftsordnung geben will, zuversichtlich.

 

„Die Uni wird klein aber fein sein. Wir wollen versuchen Nischen zu besetzen und blicken dabei auch nach Tschechien. Aber auch die hiesige Wirtschaft hat signalisiert, die Uni und damit die weitere Ausbildung der besten Köpfe von BA und Diploma zu unterstützen. Immerhin ist Bildung das höchste Gut, was wir in der Region haben. Und auch wenn die höhere Bildung an der künftigen Uni Geld kostet, wird damit kein Profit gemacht. Für höhere Bildung braucht es gute Dozenten, die natürlich auch bezahlt werden wollen“, unterstreicht Niederhausen. Und Knüpfer, Geschäftsführer der gleichnamigen Planungsgesellschaft in Oelsnitz, weiß von der Wichtigkeit von Fachkräften in der Region.

 

Von Marjon Thümmel

 

2009-12-15



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