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Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Markneukirchen – „Ich bin der Präsident. . . “ besingt Comedian-Künstler Reinhard Grebe in einer Parodie die Aufgaben von Horst Köhler. Heute kommt er, der Bundespräsident, um zu repräsentieren.
Zum Thema:
>> Warwick: Muster-Firma mit Schattenseite
Bei seinem Vogtland-Besuch trägt er sich am Vormittag im Alten Rathaus Plauen ins Goldene Buch der Stadt ein, wird im geschichtsträchtigen „Malzhaus“ zur Podiumsdiskussion erwartet und trifft 14 Uhr zum Besuch in der Musikstadt Markneukirchen ein. Doch den Handwerksmeistern, die die Tradition des 300-jährigen Musikinstrumentenbaus hoch halten, gilt Köhlers Aufmerksamkeit nicht.
Das bedauert auch Joachim Schneider, Obermeister der Zupfinstrumentenbauer und Vorstand der „Innung Vogtländischer Musikinstrumentenbau“. Gern hätte er Köhler gefragt, warum nur die großen Unternehmen Fördermittel abfassen. „Bei unseren kleinen Handwerksbetrieben bleibt nichts hängen. Messebesuche zu finanzieren, Werbematerialien, das wird damit immer schwieriger für uns“, findet Schneider. Gern wäre man auch darüber mit dem Staatsoberhaupt ins Gespräch gekommen.
„Wir Handwerksmeister haben doch eigentlich den Ruf des berühmten Musikwinkels begründet“, ist Schneider überzeugt. Köhlers Aufmerksamkeit gilt jedoch dem Bass-Hersteller Warwick. Der Vorschlag zum Firmenbesuch kam vom Bundespräsidialamt, die Staatskanzlei überprüfte die Wahl und befand die Entscheidung für gelungen, bestätigt Steffen Schulze, Pressesprecher beim Bundespräsidialamt. Dass das Vorzeige-Unternehmen auch Schattenseiten hat, einen geringen Stundenlohn zahle und die Warwick-Arbeiter quasi im Akkord für den wohlklingenden Akkord der Instrumente arbeiten, sei momentan nicht bekannt. Mehr dazu heute in unserer Tageszeitung.
2009-10-07
Zum Thema:
Kommentar von margit lassak am 07.10.2009; 22:15:05 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
eine moderne firma im neuen gewerbegebiet besuchen ist nicht schlecht, aber zumindest ein alteingesessner handwerksbetrieb hätte unbedingt dazugehört schade für die historische anerkennung unsere stadt margit lassakKommentar von Bernhard am 08.10.2009; 13:33:58 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Nun, wir alle wissen nicht, mit welchem Vorsatz Horst Köhler die Bühne bei Warwick betritt. Möchte er sich gar Herrn Wilfer persönlich zur Brust nehmen, um dortige Bedingungen zur Sprache zu bringen? Fein wär`s, denn dass diese Firma Spitzenprodukte für den Weltmarkt herstellt, steht außer Frage. Aber wer an Herstellung, Vertrieb und sonstigen firmeninternen Abläufen beteiligt ist, sollte für die geleistete Qualität auch gerecht entlohnt werden.Weiterhin muss ich o.g. Verfasser recht geben bezüglich der Ignoranz des Bundespräsidenten von alteingesessenen Handwerksbetrieben. Auf wessen Fähigkeiten liegt denn der weithin berühmte Musikwinkel begründet und seit wann? Doch bestimmt nicht, seit dem Warwick seinen Produktionsstandort 1995 aus Oberfranken ins Vogtland verlegt hat. H.P. Wilfer ist doch eigentlich nur Nutznießer eines Ruhms, den traditonelle Handwerker sich über eine sehr lange Zeit hart erarbeitet haben. Diese hätten es verdient, vom Bundespräsidenten gewürdigt zu werden!
Kommentar von Heidi und Anka am 08.10.2009; 16:12:09 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Liebe Frau Dähn,wir haben uns sehr über Ihren Beitrag gefreut. Über das Thema Arbeitsbedingungen bei Warwick wurde immer viel gemunkelt, jedoch das Problem nie so öffentlich dargestellt.
Ein Teil des Ansehens eines Unternehmens besteht auch darin, wie mit den Menschen umgegangen wird, die dessen Werte schaffen.
Nachhaltigkeit in einem Unternehmen bezieht sich auf ökologischer und sozialer Verantwortung.
Die Entscheidung der Käufer für ein Produkt wird in Zukunft dahin gehen, dass man sich überlegt ist es ökologisch hergestellt und wie sind da die Arbeitsbedingungen.
Deshalb sind diese Infos dazu für die Kunden weltweit wichtig.
Eigentlich war der Grund des Besuches Horst Köhler in Plauen, den Mut der Menschen zu würdigen, die für ihre Freiheit auf die Straße gegangen sind.
Das steht doch sehr im Gegensatz zum Besuch und die damit verbundene Würdigung der Firma Warwick.
Wir hoffen, dass auch jetzt der Mut da ist wie vor 20 Jahren: Die Zustände waren miserabel und es hatte jeder Angst etwas zu kritisieren bis die ersten auf die Straße gegangen sind.
Doch dieser Freiheit der Meinungsäußerung sind heute harte Grenzen gesetzt, diese sind finanzieller Art.
Kommentar von HP am 08.10.2009; 17:50:54 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Ich kann mir sehr gut vorstellen dass das Thema Löhne totgewschwiegen wurde. Der Herr Köhler nie darüber informiert wurde wie die Situation dort ist und nur "Regimtreue" (Oder Treugemachte) Mitarbeiter durften die fragen beantworten. Tät H.P. Wilferts Firma gut stehen.Und das Mitarbeiter, die voll Arbeiten gehen SOZIALHILFE dazu beantragen müssen um ihre Familien daheim ernähren zu können? UND DER BEKOMMT NOCH FÖRDERGELDER FÜR FOTOVOLTAIK ANLAGEN? Das ist Steuervernichtung und gehört unter harte Strafen gestellt!
Kommentar von Tom am 11.10.2009; 15:39:50 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Die Älteren kennen das doch schon aus vergangenen Zeiten, wie die Bürgernähe der Verantwortlichen der Staatsmacht demonstriert wird und „Vorzeigeobjekte“ in ihrer tatsächlich „objektiven“ Herrlichkeit vorgeführt werden. Vielleicht sollte aber auch nur darauf hingewiesen werden, dass nur solche Firmenmit entsprechender Firmenphilosophie am Weltmarkt bestehen können. Es wirft ebenfalls die Frage auf, inwieweit regionale Politiker, die ja mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sein sollten, Einfluss auf den Besuch hätten nehmen können, oder nur das Image der Region, der Bundespräsident besucht das Vogtland, im Fordergrund stand.
Kommentar von Stefan Kademann am 12.10.2009; 13:17:13 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Vielen Dank für die kritische Berichterstattung.Eigentlich ist es ja schlimm , daß wir im 20.Jahr nach der friedlichen Revolution solche Mißstände dikutieren müssen.Für Meinungsfreiheit und Demokratie sind wir auf die Straße gegangen ? Und heute werden Menschen in unwürdiger Art und Weise gezwungen Ihre Würde und Ihren Anspruch auf Demokratie am Werkstor abzugeben.Wir sollten die Diskussion weiterführen , denn da gibt es noch viel zu tun.
Kommentar von Markneukirchner am 21.10.2009; 10:52:23 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Alles hackt auf Herrn Hans Peter Wilfert rum. Um 19Hundet war Markneukirchen in der Blüte. Es gab 21 Millionäre. Prunkvolle Villen in denen die Fabrikanten wohnten und sogar der Tochter mal zum Hochzeitsgeschenk machten. In jeder Erinnerungsschrift liest man darüber und man ist stolz darauf. Wie die Arbeiter lebten weiß man auch. Die werden heute alle geadelt, weil sie Markneukirchen so stark machten. HP Wilfert produziert in Markneukirchen. Er produziert und verkauft erfolgreich Weltweit. Hallo, wir leben in einer globalisierten Welt. Andere gehen nach China. HP bleibt in Deutschland. Die Läden sind voll Chinaprodukten. Alle kaufen China. HPWilfert ist 7 Tage die Woche auf Arbeit. Er rackert wie ein Chinese. Ich weiß das, ich kenne ihn. Seine Familie wohnt in einem sanierten Bauernhaus in 2. Reihe und nicht in einer Protzvilla wie Annodazemal. . Wie so mancher Zahnarzt oder neureicher Waldbesitzer im Vogtland heute. Fördermittel ihm zu geben, ist völlig in Ordnung. Er macht wenigstens was draus. Nicht so wie manch staatliche Schlafpille anderswo. Das Unternehmen strotzt vor Ideen und Tatendrang. Dank HP gibt es mehr Kultur in Markneukirchen und einige Schandflecken sind ebenso zu Schmuckstücken saniert worden. Er unterstützte die Schule mit Equipment und förderte Kindergärten. Bringt Werbeinstituten Aufträge und finanziert kommunale Projekte.Ich glaube im Hause Framus und Warwick ist man angekommen was auch die Beschäftigungspraxis in Deutschland betrifft. Da lebt man nicht über seine Verhältnisse sonder zahlt nur das, was man sich leisten kann um am Markt zu bleiben. Schaut doch mal die Musima in Markneukirchen an. Da haben sich die Leute wohlgefühlt?!. Die gibt’s nur nicht mehr. Schade! China ist halt billiger. Gewerkschaften sind wie Politiker nur für sich selber da.
Echtes Herzblut für die Sache findet man bei fast keinem mehr. Wenn der Mob trommelt dann brüllen Sie mit, wie gut sie es doch meinen. Hallo noch mal, OFFIZIELL 4,5Mill. Arbeitslose
und mehr Branchen als nur die E-Gitarren Branche wo kein Mindestlohn gezahlt wird.
Hofft nur, das der HPW in Deutschland bleibt. Von ihm kann man für die Zukunft lernen.
Kommentar von Sachse am 03.11.2009; 22:17:43 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Der Herr Markneukirchner muß aber ganz sicher nicht zu den dortigen Bedingungen seinen Lebensunterhalt verdienen. Und solch oppulente Sprüche wie "Hofft nur das der HPW in DE bleibt", auf solche GF kann man getrost verzichten. Sich eine rühmliche Gegend aussuchen, die schon vor seinem Erscheinen sich einen Weltruf geschaffen hat, und dann dort den ganz großen Hans rauslassen. Warum ist denn die Firma nicht am alten Standort in Oberfranken geblieben, war es da so schlecht? Oder waren da die Löhne zu hoch? Oder haben sich die Leute dort solche Methoden nicht von der Sorte Sklaventreiber gefallen lassen.Und mal zum Nachdenken, produziert Warwick mit seinem ganzen Equipment in China, kann es sein Geschäft auch gleich zumachen. Da glaubt ihm dann kein AG = Kunde mehr was von Made in Germany. Daird dann wohl der Preis und damit sein Geschäft den Status seines Besitzers erlangen, nämlich unterste Kanone. Das wird der Grund sein, warum man sich das sächsiche Markneukirchen gewählt hat. Von den staatlichen Förderungen und örtlichen Vorteilen muß man gar nicht erst anfangen. Solchen Lobbyisten wie dem über mir kan man gern den Rücken zuwenden. Fakten in schöne Gewänder zu packen und für Innovationen verkaufen, dazu gehört nicht viel.
Kommentar von lumo am 12.01.2010; 20:21:01 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Egal was hier in Artikeln und Kommentaren geschrieben wurde, das einzige was ich uneingeschränkt unterstützen kann ist der Kommentar von Markneukirchner. Ich habe selbst lange in dem Unternehmen gearbeitet und es auf eigenen Wunsch aus familiären Gründen verlassen. Ich trauere der Zeit manchmal echt nach! War ein tolles arbeiten mit guten Kollegen und nem fairen und korrektem Chef! Ich hab von HP viel gelernt!Hans-Peter: weiter so, lass dich nicht beirren, du bist auf dem richtigen Weg!
Danke für alles!






Kommentar von Talbewohner am 07.10.2009; 18:31:46 Uhr
Kommentar zu Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick
Ich finde es traurig, dass sich Horst Köhler bei seinem Besuch in Markneukirchen gerade die Firma Warwick als Ziel ausgesucht hat. Ist es doch schon regional bekannt, dass in diesem Unternehmen Mitarbeiter zu Niedrigstlöhnen buchstäblich ausgebeutet werden während sich der Chef eine goldene Nase verdient. Sicher hätte es in Markneukirchen vorbildlichere Unternehmen gegeben, die einen Besuch des Bundespräsidenten wert gewesen wären.