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Hub-Blog Sturm im Wasserglas

 

Gute Leute lässt keiner gerne gehen. Das ist in jedem Betrieb so und eigentlich ganz normal. Aber letztlich kann man Reisende doch nicht aufhalten, heißt es. Bei öffentlichen Einrichtungen und bei den Kirchen ist das etwas anders, weil dort die Leute meist nicht oder zumindest nicht allein aus eigenem Antrieb gehen, sondern von übergeordneten Dienststellen versetzt werden.

 

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Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

081009 WarwickMarkneukirchen – „Offen will ich sein und unbequem“, titelt ein Buch mit Bundespräsident Horst Köhler. Er ist hier im Gespräch mit dem freien Journalisten Hugo Müller-Vogg. Markneukirchens Bürgermeister Andreas Jacob hatte das reichlich mit eigenen Notizen versehene Buch im Handgepäck geschickt an den Sicherheitsleuten vorbei geschleust.

 

Am Bistro-Tischchen, am Ende des Besuchsprogrammes bei Bassgitarren-Hersteller Warwick, ließ er sich das Buch von Köhler signieren. Auch der Erlbacher Bürgermeister Klaus Herold fungierte als „Schmuggler“. Er hatte vor dem Werkstor von Hanna Jordan einen Kalender entgegen genommen mit Zeichnungen der Heimat, angefertigt vom Mal- und Zeichenzirkel Markneukirchen. Die Sicherheitsleute hatten Hanna Jordan nicht passieren lassen. Köhler versprach: „Ich werde mich schriftlich bei der Frau bedanken.“


Wie offen und unbequem Köhlers Fragen während des Rundganges durch die Produktion bei Warwick ausfielen, blieb zumindest den Medienvertretern verborgen. Das Besuchsprogramm war stabsmäßig organisiert, von Sicherheitskräften abgesichert und durch gelb-schwarzes Absperrband in unterschiedliche Sicherheitszonen unterteilt. Zum Firmenrundgang wurden neben dem Markneukirchner Bürgermeister nur die Oberbürgermeister von Plauen, Oelsnitz und Reichenbach mitgenommen.

 

Die Landtagsabgeordneten hatten kurz vor dem Besuch durch das Landratsamt eine „Ausladung“ erhalten für den Warwick-Termin. Während firmeneigene Fotografen und die Fotografen des Bundespräsidenten reichlich Fotos schossen, blieben die Pressefotografen und Journalisten hinter einem schwarz-gelben Band ausgesperrt. Lediglich für das Schulterklopfen am Arbeitsplatz von Christian Schättelich wurde der Blick kurz freigegeben. Den betörenden Duft von Kampferholz durfte der Bundepräsident samt Gattin Eva Luise dann bei Qualitätsmanager Marcus Spangler einatmen in der hochmodernen, riesigen Produktionshalle. Stolz an der Seite von Firmenchef Hans-Peter Wilfer übte sich schon mal Sohn Nicola Wilfer als künftiger Juniorchef. Der junge Mann im zarten Knabenalter gab sich weltmännisch im dunklen Mini-Anzug.

 

„Ach da sind sie ja“, begüßte der Bundespräsident kurz vor Besuchsende einen Teil der Belegschaft und ermutigte die überwiegend jungen Mitarbeiter in den schwarzen Firmen T-Shirts, doch ruhig etwas näher zu kommen. Wie es denn gehe, will Köhler wissen. Man habe einen Arbeitsplatz. Jeden Monat freue man sich, wenn man wieder einen Monat länger dabei sein konnte, antwortet eine junge Frau in der ersten Reihe. Mehrfach setzt Köhler an, wendet sich an die Mitarbeiter, gibt sich volksnah und erklärt, er beiße nicht. Er ermutigt die alle, in der Heimat zu bleiben, die Chancen hier zu nutzen. Firmenchef Wilfer übergibt mit erleichterter Miene abschließend dem Bundepräsidenten einen speziall angefertigten Bass in den Farben schwarz, rot, gold.

 

In die Mitarbeitermenge kommt Bewegung, leises Gemurmel. Das war es also? Keine Wünsche offen? „Doch“, gesteht eine Frau mit leiser Stimme. „Wenigstens etwas mehr Lohn könnte er zahlen.“ Doch das hört kaum jemand. Ob sie Redeverbot verordnet bekommen haben? „Nein.“ Das sei auch nicht nötig. Der Chef wusste, dass niemand sprechen würde.“ Wir sind die Letzten, die von möglichen Gewinnen etwas abbekommen.“ Diese Firmenphilosophie habe die Leitung erst jüngst wieder die Belegschaft wissen lassen. Mit dem Buch unter dem Arm, „Offen will ich sein und unbequem“, das jetzt die Unterschrift des Bundespräsidenten trägt, tritt auch Markneukirchens Bürgermeister Andreas Jacob mit vielen anderen den Heimweg an.  Marlies Dähn

 

Zum Thema:

>> Horst Köhler besucht Bass-Hersteller Warwick

>> Warwick: Muster-Firma mit Schattenseite  

 

2009-10-08



Kommentar von x am 08.10.2009; 23:23:38 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

macht weiter so....
und haltet solche themen in der Öffentlichkeit!!!!!!!
respekt und viel kraft

Kommentar von Insider am 09.10.2009; 09:49:00 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Angst, Angst, Angst!
Die hätten sich auf ein Bier treffen sollen, dann wäre auch was dabei herausgekommen. So nicht!
Da kommen Mitarbeiter zur Arbeit obwohl sie krank geschrieben sind, mit Gipsbeinen zum Beispiel. Da wird Leuten gekündigt, weil sie ins Krankenhaus müßen zu nicht aufschiebbaren Operationen. Wenn nicht sofort, dann 4 Wochen später. Nach dem Motto: Ich finanziere nicht deine Krankheit! Schärfstes Mobbig in allen Abteilungen.

Kommentar von XXX am 09.10.2009; 12:41:02 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Endlich mal eine Regionalzeitung, die objektiv berichtet und sich nicht in Werbebeiträgen über diese Firma erschöpft. Bitte, wie weiter oben schon gesagt, dieses Thema in der Öffentlichkeit halten.
Im Internet ist´s schon angekommen:
http://www.stern.de/politik/deutschland/bundespraesident-horst-koehler-und-die-ausbeuter-1513438.html
und die Bassisten sind sich in großer Zahl über diese Firma einig, wie in diversen Foren zu lesen ist.
Dranbleiben, denn nur so kommen Unverschämtheiten wie sittenwidrige Arbeitsbedingungen, Mobbing und auch Fördermittelverschwendung an die Öffentlichkeit. Und die weiß, was sie von so einem Unternehmen zu halten hat. Auch wenn für Herrn W. Negativ-Schlagzeilen auch eine Werbung für seine Produkte "Made in Germany" sein sollten.

Kommentar von Insider 2 am 09.10.2009; 13:46:45 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

das was bei Warwick passiert ist reinster Feudalismus nach Vorbild der schlimmsten Südstaaten-Großgrundbesitzer im 19. Jahrhundert. Fehlt nur noch das Recht der ersten Nacht. Das hat rein gar nichts mit gutem Unternehmertum zu tun sondern ist reinste Abzocke der Mitarbeiter und jeden den er in die Finger bekommt. Sie brauchen nur mal unter den Handwerkern in Markneukirchen nachzufragen.
Das hier die Staatsanwaltschaften noch nicht eingegriffen haben ist mir ein Rätsel, da es allgemein (auch durch viele Arbeitsrechtsklagen) bekannt ist, dass hier definitiv Arbeitnehmern Rechte entzogen werden ! Normal ist es doch deren Pflicht einzugreifen wenn Sie von Verstössen Kenntniss bekommen ! Das geht sogar bis hin zu zurückhalten von Lohnzahlungen (steht sogar im Arbeitsvertrag !!!) oder willkürlichen Lohn / Gehaltskürzungen ! Wilfer spekuliert hier klar damit, das die Mitarbeiter eine Scheu vor der Klage und Angst um die eigene Existenz haben. Das sollte jeden Staatsanwalt und Richter in Wut versetzten, weil er und das Recht zum Spielball gemacht werden! Wann und wer traut sich die rote Karte zu ziehen ???



Kommentar von xy am 09.10.2009; 20:05:55 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Die Mitarbeiter hatten eindeutig Redeverbot. Selbst auf dem Arbeitsamt sind die Methoden der Firma bekannt und es wird keine mehr hingeschickt. Nach dem Besuch von Herrn Köhler musste die gesamte Belegschaft zu einer Versammlung zusammenkommen und wurde auf's übelste zusammengestaucht.

Kommentar von Anonym am 09.10.2009; 20:51:25 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Das Betriebsklima ist von zum Teil extrem cholerischen Mitarbeitern geprägt. Insbesondere in der Geschäftsleitung wird regelmässig so lautstark und aggressiv kommuniziert, dass es bis in die letzte Ecke des nicht gerade kleinen Betriebes zu hören ist.

Diese Situation ist bei fehlendem Freizeitausgleich, nicht bezahlten Überstunden, Samstagsarbeit, keinen Pausen, Essen an der Tastaur, Arbeiten bis spät in die Nacht, internen Bespitzelungen, Mobbing in allen Bereichen, dauerndes Anlernen von neuen Mitarbeitern einfach unhaltbar! Selbst internationalen Besuchern ist diese Situation mit großem Staunen und Kopfschütteln aufgefallen.

Der Arbeitsmarkt in MNK ist leider nicht so gut, dass man es sich aussuchen könnte für wen mann arbeiten will/muß. Einigen ist nichts anders möglich.

Das Verhalten der Regionalpolitik und der Arbeitsämter diesem Betrieb gegenüber läßt zu wünschen übrig. Aus deren Seite hätte schon lange was gegen diese Zustände unternommen werden müßen.

Niemand braucht sich zu wundern, dass die Belegschaft keine kritischen Töne vorbrachte. Es bleibt zu hoffen, dass die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht nachläßt und sich einiges ändert in dieser Albtraumfirma und vielleicht das Sekretariat und der Herr Köhler selbst über diese Praktiken informiert werden. Der Fisch fault immer vom Kopf an. ...



Kommentar von Maik am 10.10.2009; 15:01:29 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Wie geht das denn jetzt zusammen?
... Bundespräsident Köhler verlangt eine stärkere Mitarbeiterbeteiligung und strengere Regeln für die Finanzbranche. Das Monster sei noch nicht gezähmt, sagte er auf der 60-Jahrfeier des DGB.
...
Köhler würdigte die betrieblichen Mitspracherechte in Deutschland als eines der Fundamente für den wirtschaftlichen Erfolg. Das gute Miteinander von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ließe sich noch ausbauen: „Auch eine echte Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen und an Kapitaleinkommen könnte diese Linie in der Zukunft noch komplettieren“, sagte er.
Wie kann Herr Köhler dann diesen Betrieb besuchen?

Kommentar von xyz am 11.10.2009; 11:07:51 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

wie hier ja bestätigt wird: Ja ! Warwick Mitarbeiter haben einen Maulkorb verpasst bekommen. Ja ! Wer das misachtet wird kurzerhand gekündigt. Also fordere ich alle auf die keine Angst haben müssen unserem Bundeshorst einen Kommentar in's Gästebuch zu schreiben .. zu finden unter http://www.bundespraesident.de -> Gästebuch ...

Kommentar von anonym am 12.10.2009; 22:19:26 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Natürlich hatten Sie Redeverbot! Die Frage ist was hat es für Konsequenzen?? Das will ich euch sagen. Keine!!! In zwei Wochen ist es genauso schnell vorbei wie es angefangen hat. Und es interessiert keinen mehr wie viele Mitarbeiter schon gekündigt wurden wegen Belanglosigkeiten oder wie viele schon eingestellt wurden für 4,50 weil Sie keine andere Wahl hatten. Hatten doch die Ämter selbst (Arbeits-/ Landrats-/ Finanz und co.) die letzten Jahre auch schon Kenntniss darüber welche Praktiken in dieser Firma angewandt wurden. Und das betrifft nicht nur den Umgang mit Arbeitnehmern sondern auch den Umgang mit Fördermitteln die von der Allgemeinheit in diesen Betrieb geflossen sind.

Kommentar von Modern Slave am 13.10.2009; 19:33:12 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Mit großem Interesse verfolgte ich den Besuch des Presidenten. Seit langem sind die Machenschaften der "Industriefaschisten" im Vogtland bekannt. Es ist an der Zeit diesem Verbrechersyndikat in Deutschland das Handwerk zu legen. Vielleicht sollten mal wieder alle Arbeitnehmer auf die Straße gehen. Das hat vor 20 Jahren schon einmal funktioniert. (z.B. sonntags, da haben auch Wilferts Sklaven frei, hoffe ich)
Arbeitnehmer Deutschlands vereinigt euch,
denn wir sind immer noch das Volk.
Natürlich werden viele sagen: "Der stellt sich das aber einfach vor". Sicherlich hat einer mehr und andere weniger zu verlieren. Ich wäre bereit für die Würde des Menschen auf die Straße zu gehen. Ja verdammt, DIE WÜRDE DES MENSCHEN. Ich hab jedenfalls die Schnauze voll billiger Arbeitssklave zu sein. Ich hoffe, dass hier die Berichterstattung am Ball bleibt und noch mehr derartige Fälle ans Tageslicht befördert.

Kommentar von Deutscher Herbst am 22.10.2009; 18:35:31 Uhr

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

Indusrtiefaschisten - diese Bezeichnung trifft den Kern. Leider muß man daran den totalen Verfall unseres Rechtssystems erkennen. Es ist gefährlich und beschämend für unsere Demokratie solche Ausbeuter ungestraft wirken zu lassen.
Leute!!! ballt die Fäuste und kämpft! Es steht jeder freiheitlich demokratisch denkende Mensch in der Pflicht, daran mitzuwirken solche Mißstände zu beseitigen.

Kommentar zu Haben Mitarbeiter bei Warwick Redeverbot?

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