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„Doppelstrukturen nicht sinnvoll“

Reichenbach – In Zukunft wird Reichenbach nur noch eine evangelisch-lutherische Kirchgemeinde haben. Die bisherigen Gemeinden Peter-Paul und Trinitatis wollen sich zusammenschließen und tragen damit der demografischen Wir-werden-kleiner-Entwicklung Rechnung.

 

Genau wie in ganz Deutschland übersteigt die Zahl der Sterbefälle nämlich seit Jahren die der Taufen. Und so zählen beide Kirchgemeinden heute gemeinsam 3400 Mitglieder, genau so viele, wie jede Gemeinde vor rund zwanzig Jahren noch allein.


Deshalb, sagt Pfarrer Andreas Alders, seien Doppelstrukturen auf manchen Gebieten einfach nicht mehr sinnvoll. Und so haben die Gemeindeversammlungen Ende vergangenen Jahres mit großer Mehrheit die Vereinigung beschlossen. Dabei will man aber nichts überstürzen und in Ruhe für alle Bereiche, die zusammengeführt werden müssen, gangbare Wege suchen. So wie es jetzt aussieht, könnte der 1. Januar 2011 das Datum des Zusammenschlusses werden.


Sind es vor allem die älteren Menschen, die auf geplante Veränderungen erst einmal skeptisch reagieren, so hat die Jugend damit weniger Probleme. Genauso läuft es auch bei den evangelischen Christen in Reichenbach. Junge Gemeinde, Christenlehre, Jungschar und Jugendchor organisieren ihre Veranstaltungen und Treffen schon seit Jahren gemeindeübergreifend.


Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl demonstrieren die jungen Leute sogar mit dem gemeinsamen Namen „Petri“, der Silben aus den Namen beider Gemeinden enthält.
Derzeit wird in den Gemeinden und vor allem in den beiden Vorständen breit diskutiert. Jede Meinung ist gefragt, jeder Vorschlag willkommen. Ziel ist es, in diesem Jahr ein Raum- und Gebäudekonzept zu erstellen. Schließlich müssen sieben Gebäude an zwei kirchlichen Zentren in der Stadt einbezogen werden.


Ob alle Gebäude auf Dauer gehalten werden können, wird sich zeigen. Derzeit sind die Gemeinden allerdings entschlossen, weiterhin beide Kirchen mit Leben zu erfüllen. Geplant sei, erzählt Alders und verweist immer wieder darauf, dass es sich bisher nur um erste Gedankengänge handele, am Standort Trinitatis ein Veranstaltungs- und am Standort Peter-Paul ein Verwaltungszentrum einzurichten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Für Trinitatis sprechen die Zentrumsnähe, der große Garten am und die großen Räume im Pfarrhaus sowie die dortige Kantorswohnung. Der Standort Peter-Paul am Kirchplatz eignet sich dagegen eher als Kanzlei- und Archiv-Ort.


Wegen der kirchlichen Aktivitäten auf der Landesgartenschau kann über technische Dinge der Vereinigung erst im kommenden Jahr nachgedacht werden. Trotzdem will man für 2010 einen gemeinsamen Haushalt aufstellen. Und seit Ostern feiern beide Gemeinden schon gemeinsam Gottesdienst. Man trifft sich jetzt einmal in der Trinitatiskirche und in der anderen Woche in Peter-Paul.


Nicht betroffen von dem Zusammenschluss ist dagegen das Schwesternkirchverhältnis mit den evangelischen Gemeinden in Mylau und Neumark. Auch das gesamte Personal wird übernommen und Andreas Alders freut sich schon darauf, diese zukunftweisende Reform verwirklichen zu dürfen.  ina





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